sabbern

GrammatikVerb
Worttrennungsab-bern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sabbern‹ als Erstglied: ↗Sabberei  ·  mit ›sabbern‹ als Grundform: ↗besabbern
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Speichel aus dem Mund fließen lassen
Beispiele:
der Säugling sabbert
er sabberte ein wenig, so daß der Speichel in seinen Bart lief [H. W. RichterSpuren275]
2.
salopp dummes, überflüssiges Zeug reden, viel schwatzen
Beispiele:
die Frau sabberte den ganzen Tag von ihrem Missgeschick
hör auf zu sabbern, ich kann das nicht mehr anhören!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sabbern · sabbeln · Sabber · Sabbel · Sabberlätzchen
sabbern Vb. ‘(unkontrolliert, ungewollt) Speichel aus dem Mund ausfließen lassen’, auch ‘unreinlich essen’, ein nd. md. Mundartwort (vgl. auch südnl. zabberen), das im 18. Jh. in die Literatursprache aufgenommen wird. Das Verb gehört wie gleichbed. nd. sabbeln, nl. sabbelen als Iterativbildung zu mnd. sabben ‘geifern, speicheln, unreinlich essen’, norw. sabbe ‘langsam gehen, kleckern’, die alle affektische Konsonantendoppelung aufweisen und wohl zu der unter ↗Saft (s. d.) genannten Wurzel ie. *sap- ‘schmecken, wahrnehmen’ zu stellen sind. sabbeln Vb. (s. oben), ebenfalls seit dem 18. Jh. literatursprachlich; in heutiger Umgangssprache auch ‘schnell und viel reden’. Sabber m. ‘Speichel, Geifer’ (18. Jh.), aus nd. md. Mundarten; ebenso Sabbel m. (19. Jh.), nd. Sabbels. Sabberlätzchen n. ‘vorzubindendes Mundtuch für Kinder’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geifern · ↗lallen  ●  ↗sabbeln  ugs., norddeutsch · sabbern  ugs. · ↗schlabbern  ugs. · ↗seibern  ugs. · ↗trenzen  ugs., österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mund herum hin lallen schmatzen spucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sabbern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur Nick sabbert vor sich hin - und dennoch rührt sich nichts in seinem Mund.
Bild, 18.02.1998
Der ausgebrannte hohle Rest kann nur noch kichern und sabbern.
konkret, 1995
Drei Behinderte kleckern, sabbern, lallen laut, benehmen sich - nun - gründlich daneben.
Die Welt, 15.11.2000
Die Kommunistenchefs waren hinfällig und sabberten und mußten gestützt werden und hatten künstliche Ausgänge.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 105
Das Wasser spritzte aus meinen Augen, stieg mir in die Nase und sabberte über meine Lippen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 32
Zitationshilfe
„sabbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sabbern>, abgerufen am 21.07.2019.

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