sacken

Grammatik Verb · sackt, sackte, ist/hat gesackt
Aussprache 
Worttrennung sa-cken
Wortbildung  mit ›sacken‹ als Letztglied: ↗absacken · ↗ansacken · ↗durchsacken · ↗einsacken · ↗herabsacken · ↗heruntersacken · ↗hinsacken · ↗niedersacken · ↗umsacken · ↗wegsacken · ↗zusammensacken
 ·  mit ›sacken‹ als Grundform: ↗versacken
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
langsam fallen, kippen, sich abwärts bewegen, sinken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
umgangssprachlicher sackte auf das Bett, den Hocker, in einen Sessel, vom Stuhl, zu Boden, auf die Erde, ins Gras
umgangssprachlicher sackt nach vorn, zur Seite, in die Knie
umgangssprachlichsein Kopf sackte auf das Kissen
das Flugzeug sackte in Luftlöcher, plötzlich nach unten
der Stein sackt immer tiefer in den Morast
die Erdmassen sackten in den Fluss
das Schiff, Boot begann zu sacken (= versinken)
der Garten, das Gebäude sackt (= senkt sich allmählich)
schwer, schlaff herunterhängen
Beispiele:
Unter den Augen sackte die Haut in schlaffen Falten [ M. W. SchulzStaub im Wind226]
Die Joppe, die Weste – das hing alles verrutscht und sackend an ihm [ O. M. GrafUnruhe22]
2.
etw. in Säcke abfüllen, absacken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Getreide, Korn, Häcksel sacken
er liefert nur gesackte Ware
sie kauften gesackten Zement, Kalk, Gips
Genau zwei Zentner und drei Pfund werden gesackt [ FalladaKleiner Mann66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sack · sacken · einsacken · Sacktuch · Sackgasse
Sack m. ‘länglicher Behälter aus grobem Stoff oder Papier’, ahd. (um 800), mhd. sac, asächs. sakk, mnd. sak, mnl. sac, nl. zak, aengl. sacc, engl. sack, got. sakkus beruhen (wie die unter ↗Arche, ↗Kiste, s. d., genannten Formen) auf früher, mit dem römisch-germanischen Handel erfolgter Entlehnung. Zugrunde liegt lat. saccus ‘Sack, Filter’, griech. sákkos (σάκκος) ‘Sack (aus Ziegenhaar), Seihsack, Sackleinwand, ein daraus gemachter grober Mantel’, ein semit. Lehnwort (vgl. hebr. phön. śaq ‘härenes Zeug, Sack, Trauerkleid’; als Ausgangswort wird assyr. šaḳḳu ‘Sack, Büßergewand’ vermutet). sacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (15. Jh.); vgl. spätmhd. secken ‘in einem Sack ertränken, in einen Sack stecken’ (14. Jh.). einsacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (Anfang 16. Jh.). Nicht hierher gehört sacken ‘sich senken’; dazu s. ↗versacken. Sacktuch n. ‘grober Stoff zur Herstellung von Säcken’, mhd. sactuoch; obd. ‘Taschentuch’ (um 1800), zu Sack in der obd. üblichen Bedeutung ‘Tasche an Rock und Hose’. Sackgasse f. ‘Straße, die nicht weiterführt, nur einen Zugang hat’, also wie ein Sack nur eine Öffnung hat (Anfang 18. Jh.), älter dafür Sack (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›sacken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sacken‹.

Verwendungsbeispiele für ›sacken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Überschuss sackte um fast zwei Drittel auf knapp 17 Millionen Euro.
Die Zeit, 12.11.2013 (online)
Dann wurden seine Finger ganz schlapp, und er sackte an der Wand herunter.
Bild, 20.05.2005
Ich richtete mich auf, saß auf dem Sofa, die Schultern sackten herab.
Sparschuh, Jens: Der Zimmerspringbrunnen, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1995, S. 9
Der Pilot ließ die Maschine noch weiter nach unten sacken und nahm gleichzeitig die Geschwindigkeit zurück.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 898
Dann platzte der pralle Luftballon in ihr und sie sackte tief in ihre Jacke.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 30
Zitationshilfe
„sacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sacken>, abgerufen am 24.09.2020.

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