sakrosankt

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsa-kro-sankt · sak-ro-sankt (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

unverletzlich, unantastbar
Beispiel:
es zeigte sich stärker als alles andere, daß ein Hundertjähriger sakrosankt ist [WerfelVerdi43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sakrament · sakra · sackerment · sapperment · sackerlot · sapperlot · sakral · Sacra · Sakristan · Sigrist · Sakristei · sakrosankt
Sakrament n. von Christus eingesetzte Handlung, bei der den Gläubigen nach ihrer Überzeugung durch ein sichtbares Zeichen göttliche Gnade zuteil wird, auch das sichtbare Zeichen, das ‘Gnadenmittel’ (Hostie, Wein, Öl) selbst, mhd. sacrament (besonders ‘Abendmahl, konsekrierte Hostie’), entlehnt aus gleichbed. kirchenlat. sacrāmentum, älter und biblisch ‘religiöses Geheimnis’, lat. ‘feierliche Verpflichtung (z. B. zum Kriegsdienst), Eid’, einer Bildung zu lat. sacrāre ‘einer Gottheit weihen, widmen, heilig, unsterblich machen’ (vgl. lat. sacer ‘heilig, geweiht’). Aus der Verwendung des Wortes in Beteuerungs- und Schwurformeln entwickelt sich Sakrament, zumal in der interjektionalen Verkürzung (obd.) sakra und den Zersprechungen sackerment, sapperment seit dem 16. Jh. zum derben Ausdruck des Erstaunens oder der Entrüstung. Dazu sackerlot Interjektion Ausruf des Erstaunens, der Verwünschung, des Zornes, entlehnt (17. Jh.) aus frz. sacrelotte, einer euphemistischen Bildung nach frz. sacredieu (entstellt auch sacrebleu), aus sacré nom (de Dieu) ‘geheiligter Name (Gottes)’; zu frz. sacré Part. Prät. von sacrer ‘weihen, heiligen’ (lat. sacrāre, s. oben). In abermaliger Entstellung sapperlot (17. Jh.), erweitert Botz schlapperloth (s. ↗potz); nach frz. saperlotte. sakral Adj. ‘Religiöses, den Kult, Gottesdienst betreffend’ (Mitte 19. Jh.), Neubildung zu Sacra Plur. ‘Heiligtümer, heilige Gegenstände und Handlungen’ (16. Jh.), Übernahme von gleichbed. lat. sacra Plur., zu lat. sacrum n. ‘Heiligtum, heilige, gottesdienstliche Handlung’, einer Substantivierung von lat. sacer (s. oben). Von kirchenlat. sacrum ‘Gottesdienst’ sind abgeleitet Bezeichnungen für ‘Kirchendiener, Küster’ wie Sakristan m. entlehnt (15. Jh.) aus gleichbed. mlat. sacristanus, und älteres Sigrist m. (noch landschaftlich), asächs. sigiristo, mhd. sigrist(e), entlehnt aus mlat. sacrista m. Sakristei f. ‘Nebenraum einer Kirche zum Umkleiden für den Geistlichen und zur Aufbewahrung kirchlicher Geräte’, mhd. sacristīe (13. Jh.), aus gleichbed. mlat. sacristia, älter auch ‘Amt des Kirchendieners’ (zu mlat. sacrista ‘Kirchendiener’, von lat. sacer, s. oben). sakrosankt Adj. ‘hochheilig, unverletzlich, unantastbar’ (Mitte 17. Jh.), aus gleichbed. lat. sacrōsānctus, einer verstärkenden Zusammensetzung von lat. sacer (s. oben) mit lat. sānctus ‘heilig, unverletzlich, unantastbar’ (s. ↗Sankt). Anfangs in dt. Texten mit lat. Flexion.

Thesaurus

Synonymgruppe
heilig · sakrosankt · ↗tabu · ↗unantastbar · ↗unaussprechlich · ↗unverletzlich · über alle Zweifel erhaben · über jede Kritik erhaben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Gegenstand Grundsatz Institution Prinzip Souveränität Symbol bisher bislang erklärt geln gelten geltend keineswegs lange nahezu quasi

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sakrosankt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meistens gilt sie als sakrosankt, und das ist ein Problem.
Die Zeit, 06.09.2012, Nr. 36
Doch nun haben türkische Medien begonnen, das beinah sakrosankte Image der unbezahlten Helfer zu zerstören.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2000
Dessen Beschlüsse waren sakrosankt, und sie konnten in der Praxis auch nur durch dieses selbst revidiert werden.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - P. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 4890
Unmittelbar nach dem Krieg waren vor allem die alten Kommunisten unter ihnen sakrosankt.
Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 394
Die Stiftung, die ein reicher Mann zugunsten seines Seelenheils machte, war sakrosankt und jedem willkürlichen Zugriff entzogen.
Jäschke, G.: Türkei. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24863
Zitationshilfe
„sakrosankt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sakrosankt>, abgerufen am 21.11.2019.

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