salzig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsal-zig
Wortbildung mit ›salzig‹ als Erstglied: ↗Salzigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

stark kochsalzhaltig, nach Kochsalz schmeckend
Beispiele:
salziges Fleisch, (Meer)wasser
eine salzige (= versalzene) Brühe
salzige Tränen
der salzige Seewind
einen salziger Geschmack auf der Zunge, den Lippen haben
der Heilbrunnen schmeckt bitter und salzig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Salz · salzen · versalzen · salzig
Salz n. Bezeichnung für das aus Natriumchlorid bestehende Kochsalz. Ahd. (8. Jh.), mhd. salz, asächs. salt, mnd. solt, mnl. sout, nl. zout, afries. salt, aengl. s(e)alt, engl. anord. schwed. got. salt (germ. *salta-) weisen (wie ↗Sülze, s. d.) ein dentales Element (ie. -d) auf gegenüber griech. hals (ἅλς), lett. sāls, aslaw. solь, russ. sol’ (соль), air. salann ‘Salz’ und ↗Sole (s. d.). Zugrunde liegt die unter ↗Salweide (s. d.) genannte Wurzel ie. *sal- ‘schmutziggrau’, die auch (da Salz ungebleicht verwendet wurde) substantiviert für ‘Salz, Seesalz’ gilt. Der Dental kann verschiedenen Ursprungs sein. Er dient zunächst der Bildung des Nominativs (auch für lat. sāl ‘Salz’ wird meist Herkunft aus *sāld oder *sald angenommen), erscheint aber auch in verbalen Bildungen wie salzen (s. unten), lat. sallere (aus *saldere) ‘salzen’ und dem zugehörigen Part.adj. lat. salsus (aus *saldtos) ‘gesalzen’. Bei Verben (und den von ihnen abgeleiteten Formen) kann d ein ursprünglich präsensbildendes Element sein. Vor allem im Baltoslaw. zeigt sich bei Bildungen mit Dental wie aruss. solodъ, russ. sólod (солод) ‘Malz’, aslaw. sladъkъ, russ. sládkij (сладкий), (landschaftlich) solódkij (солодкий), lit. saldùs ‘süß’ eine besondere semantische Entwicklung, die von ‘Salz’ bzw. ‘salzig’ über die Vorstellung ‘wohlschmeckend, würzig’ zu ‘süß’ bzw. ‘Süßes’ führt. Im 16. Jh. wird Salz in der Sprache der Chemie Bezeichnung für alle durch Einwirkung einer Säure auf Metalle entstehenden kristallinen Verbindungen. salzen Vb. ‘mit Salz würzen’, ahd. salzan (9. Jh.), mhd. salzen, mnd. solten, mnl. souten, nl. zouten, aengl. sealtan, got. saltan. Dieses ehemals stark flektierende (reduplizierende) Verb (vgl. noch nhd. gesalzen neben gesalzt) geht im Nhd. allgemein zur schwachen Flexion über. versalzen Vb. ‘zu stark salzen und dadurch verderben’, mhd. versalzen. salzig Adj. ‘stark nach Salz schmeckend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
salinisch · ↗salzhaltig · salzig · solehaltig
Assoziationen
  • versalzen (Partizip/Adjektiv) · zu stark gesalzen · zu viel Salz enthalten(d)  ●  an etwas ist zu viel Salz  ugs. · es gibt zu viel Salz (an)  ugs.
  • Kochsalz · NaCl · ↗Natriumchlorid · ↗Salz · ↗Speisesalz · Tafelsalz  ●  weißes Gold  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brackwasser Brise Brühe Butter Gebäck Geschmack Gischt Grundwasser Hering Knabberei Kruste Meeresbrise Meeresluft Meerwasser Naß Nordseewasser Popcorn Schafskäse Seeluft Seewind Snack Speis bitter fettig pikant salzig sauer schmecken schmeckend süß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›salzig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir essen zu fett, zu salzig, zu süß, zu hastig, zu unregelmäßig.
Bild, 19.01.2001
Diesen Geschmack konnte auch die extrem salzige zerlassene Butter nicht völlig übertünchen.
Der Tagesspiegel, 02.06.1998
Er sog die salzige Luft ein, hatte die Augen geschlossen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 251
Und an allem fraß der salzige Wind, fraß der Rost.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 7
Ich möchte mir die salzigen Lippen lecken und mich in den warmen Sand werfen.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 149
Zitationshilfe
„salzig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/salzig>, abgerufen am 08.12.2019.

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