Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sattelfest

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sat-tel-fest
Wortzerlegung Sattel -fest
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich (in etw.) sattelfest seinsich (auf einem Gebiet) auskennen, gut Bescheid wissen
Beispiele:
er ist in Geographie, in der Interpunktion (nicht) sattelfest
ein sattelfester Prüfling, Fachmann, Kritiker
sie fühlte sich sattelfest genug, gegen ihn aufzutreten
Im Gespräch mit Adorno … suchte ich mich in der musikalischen Problematik des Buches sattelfester zu machen [ Th. Mann12,225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sattel1 · satteln · Sattler · absatteln · umsatteln · sattelfest
Sattel1 m. ‘Sitzvorrichtung auf Reittieren’, ahd. satul (8. Jh.), mhd. satel, (md.) sadel, mnd. mnl. sādel, nl. zadel, afries. sadel, sāl aengl. sadol, sadul, engl. saddle, anord. sǫðull, schwed. sadel (germ. *sadula-). Da ein unmittelbarer Anschluß der Formen an ie. *sed- ‘sitzen’ auf Schwierigkeiten stößt und die Germanen nach Caesar und Tacitus keinen Reitsattel kennen, nimmt man an, daß das germ. Wort aus einer anderen ie. Sprache entlehnt sein könnte. Vorauszusetzen wäre eine Ablautform zu urslaw. *sedьlo bzw. *sedъlo, aruss. sedьlo, russ. sedló (седло) ‘Sattel’ (zu der unter sitzen, s. d., genannten Wurzel ie. *sed- und verwandt mit Sessel, s. d.). Nach archäologischen Funden gelten die südöstlichen Reitervölker als Erfinder des Reitsattels. – satteln Vb. ‘ein Pferd mit Sattel versehen’, ahd. satulōn (um 800), mhd. satel(e)n, satlen. Sattler m. ‘Hersteller von Sätteln, Reitzeug und groben Lederwaren’, ahd. satulāri (Hs. 12. Jh.), mhd. sateler, seteler, asächs. saduleri. absatteln Vb. ‘das Sattelzeug vom Pferd nehmen’ (15. Jh.), ‘absitzen’ (16. Jh.). umsatteln Vb. eigentlich ‘seinen Sattel auf ein anderes Reittier legen’ (17. Jh.), älter schon übertragen ‘(Beruf, Meinung u. ä.) wechseln’ (16. Jh.). sattelfest Adj. ‘sicher und fest im Sattel’ bzw. übertragen ‘gründliche Kenntnisse besitzend, beschlagen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Durchblick haben · (ganz) in seinem Element sein · beschlagen (sein) · bestens vertraut sein (mit) · sattelfest (sein) · sich auskennen (mit) · versiert sein · wissen wo's langgeht · zu Hause sein (in)  ●  (auf einem Gebiet / in etwas) etwas weghaben  ugs. · (ein) Fässle (sein)  ugs., schwäbisch · (sich) verstehen auf  ugs. · Ahnung haben  ugs. · Kenne haben  ugs. · ist mein zweiter Vorname!  ugs. · weiß, was er tut  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
firm · fit · routiniert · sattelfest · sicher · versiert
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sattelfest‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sattelfest‹.

Verwendungsbeispiele für ›sattelfest‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht nur in dieser Szene offenbarte die eigentlich als sattelfest bekannte Defensive der Gäste ungewohnte Probleme. [Die Zeit, 07.12.2009, Nr. 49]
Gegen die sattelfeste Abwehr sprangen jedoch nur sporadisch Chancen heraus. [Süddeutsche Zeitung, 26.06.1998]
Aber auch die Abwehr erschien nicht so sattelfest wie gewohnt. [Süddeutsche Zeitung, 11.03.1996]
In der Abwehr ist das eine schwierige Situation, da sind wir nicht sattelfest. [Süddeutsche Zeitung, 03.11.1994]
Die einst sattelfeste Abwehr wackelt, die Offensive ist ein Witz. [Die Welt, 09.08.1999]
Zitationshilfe
„sattelfest“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sattelfest>.

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