sattsam

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungsatt-sam
Wortzerlegungsatt-sam
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend etw., jmd. ist sattsam bekanntetw., jmd. ist genügend, bis zum Überdruss bekannt
Beispiele:
der Filmstar war der Öffentlichkeit durch zahlreiche Skandale sattsam bekannt
seine sattsam bekannte Art, Unverfrorenheit
sie stimmte ihr sattsam bekanntes Klagelied an
eine sattsame bekannte These, Parole
das sattsam bekannte Sprichwort vom bösen Nachbarn
spöttisch (mehr als) genug, zur Genüge, hinlänglich
Beispiele:
diese Frage haben wir schon sattsam erörtert
sattsam ernüchtert sein
denn obgleich sie sattsam durchgehechelt wurde in der Stadt, so flößte sie doch Achtung ein [G. Keller6,167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

satt · Sattheit · sättigen · Sättigung · sattsam
satt Adj. ‘nicht hungrig’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. sat ‘gesättigt, voll, genügend’, asächs. sad, nl. zat, aengl. sæd (auch ‘überdrüssig’, woraus engl. sad ‘traurig, ernst, bedrückt’), anord. saðr, got. saþs (germ. *sada-) beruht auf einem mit dem Suffix ie. -to- gebildeten Partizipialadjektiv. Verwandt sind (ablautend) got. gasōþjan ‘sättigen’, sōþ oder sōþs ‘Sättigung’ sowie außergerm. lat. satis ‘genug’, satur ‘satt’, air. sāith ‘Sattheit’, lit. sotùs ‘satt’, so daß eine Wurzel ie. *sā-, *sə- ‘satt, sättigen’ angesetzt werden kann, wozu auch aind. asinváḥ ‘unersättlich’ und griech. (Aorist) ā́sai (ᾆσαι) ‘sättigen’, ásē (ἄση) ‘Ekel, Unbehagen, Verdruß’, eigentlich ‘Übersättigung’, gehören und wohl auch (allerdings mit Umgestaltung des Vokalismus) aslaw. sytъ, russ. sýtyj (сытый) ‘satt’. Sattheit f. ‘Zustand des Sattseins’, mhd. satheit. sättigen Vb. ‘satt machen’, mhd. setigen, settigen, älter sat(t)en, set(t)en; Sättigung f. (15. Jh.). sattsam Adj. ‘genügend, hinlänglich’ (17. Jh.), zuvor (bei Luther) ‘gut genährt, üppig, übermütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(es) reicht · ausreichend · ↗gebührend · ↗genug · ↗genügend · ↗hinlänglich · ↗hinreichend · in Maßen · sattsam · zur Genüge  ●  über Mangel an (etwas) kann sich niemand beklagen  floskelhaft, variabel · (und das) nicht zu knapp  ugs. · ↗reichlich  ugs. · satt (nachgestellt)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bekannt bereits beschworen erprobt hierzulande inzwischen leider mittlerweile vertraut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sattsam‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist nun schon so sattsam bekannt, dass niemand mehr daran erinnert werden möchte, am wenigsten die beiden selbst.
Der Tagesspiegel, 14.12.2002
Dabei scheint es zunächst nur allzu deutlich an das bereits sattsam bekannte Bild anzuknüpfen.
Süddeutsche Zeitung, 13.12.1995
Unter diesem Vorwand könnte man alle sattsam bekannten und abgenudelten Gesichter noch einmal neu durchmischen.
Hildebrandt, Dieter: Der Anbieter, Berlin: Verl. Volk und Welt 1994, S. 111
Die sattsam bekannten Zwangsumsiedlungen des oströmischen Staates verpflanzten die Anhänger der dualistischen Sekte in den günstigen Nährboden Bulgariens.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 15185
Die kurzen, aber gehaltvollen Ausführungen Cahns (1823) erhärten von neuem die sattsam bekannte Tatsache der engen wirtschaftspolitischen Verbundenheit Straßburgs mit dem deutschen Osten im Mittelalter.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 964
Zitationshilfe
„sattsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sattsam>, abgerufen am 20.10.2019.

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