Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sattsam

Grammatik Adverb
Aussprache 
Worttrennung satt-sam
Wortzerlegung satt -sam
eWDG

Bedeutung

abwertend etw., jmd. ist sattsam bekanntetw., jmd. ist genügend, bis zum Überdruss bekannt
Beispiele:
der Filmstar war der Öffentlichkeit durch zahlreiche Skandale sattsam bekannt
seine sattsam bekannte Art, Unverfrorenheit
sie stimmte ihr sattsam bekanntes Klagelied an
eine sattsame bekannte These, Parole
das sattsam bekannte Sprichwort vom bösen Nachbarn
spöttisch (mehr als) genug, zur Genüge, hinlänglich
Beispiele:
diese Frage haben wir schon sattsam erörtert
sattsam ernüchtert sein
denn obgleich sie sattsam durchgehechelt wurde in der Stadt, so flößte sie doch Achtung ein [ G. Keller6,167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

satt · Sattheit · sättigen · Sättigung · sattsam
satt Adj. ‘nicht hungrig’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. sat ‘gesättigt, voll, genügend’, asächs. sad, nl. zat, aengl. sæd (auch ‘überdrüssig’, woraus engl. sad ‘traurig, ernst, bedrückt’), anord. saðr, got. saþs (germ. *sada-) beruht auf einem mit dem Suffix ie. -to- gebildeten Partizipialadjektiv. Verwandt sind (ablautend) got. gasōþjan ‘sättigen’, sōþ oder sōþs ‘Sättigung’ sowie außergerm. lat. satis ‘genug’, satur ‘satt’, air. sāith ‘Sattheit’, lit. sotùs ‘satt’, so daß eine Wurzel ie. *sā-, *sə- ‘satt, sättigen’ angesetzt werden kann, wozu auch aind. asinváḥ ‘unersättlich’ und griech. (Aorist) ā́sai (ᾆσαι) ‘sättigen’, ásē (ἄση) ‘Ekel, Unbehagen, Verdruß’, eigentlich ‘Übersättigung’, gehören und wohl auch (allerdings mit Umgestaltung des Vokalismus) aslaw. sytъ, russ. sýtyj (сытый) ‘satt’. – Sattheit f. ‘Zustand des Sattseins’, mhd. satheit. sättigen Vb. ‘satt machen’, mhd. setigen, settigen, älter sat(t)en, set(t)en; Sättigung f. (15. Jh.). sattsam Adj. ‘genügend, hinlänglich’ (17. Jh.), zuvor (bei Luther) ‘gut genährt, üppig, übermütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(es) reicht · ausreichend · gebührend · genug · genügend · hinlänglich · hinreichend · in Maßen · sattsam · zur Genüge  ●  über Mangel an (etwas) kann sich niemand beklagen  floskelhaft, variabel · (und das) nicht zu knapp  ugs. · reichlich  ugs. · satt (nachgestellt)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sattsam‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sattsam‹.

Verwendungsbeispiele für ›sattsam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei scheint es zunächst nur allzu deutlich an das bereits sattsam bekannte Bild anzuknüpfen. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.1995]
Mehr als eine sattsam bekannte Moral kam bei alledem nicht heraus. [Süddeutsche Zeitung, 04.07.1995]
Das ist nun schon so sattsam bekannt, dass niemand mehr daran erinnert werden möchte, am wenigsten die beiden selbst. [Der Tagesspiegel, 14.12.2002]
Die neuen akustischen Arrangements legen auch verborgene Reize der sattsam bekannten Songs frei. [Der Tagesspiegel, 01.12.2002]
Die Folgen eines „blinden Gehorsams“ sind sattsam bekannt und haben uns empfindlich gemacht. [Die Zeit, 18.09.1964, Nr. 38]
Zitationshilfe
„sattsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sattsam>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
sattgrün
sattgelb
satteln
sattelfest
sattelfertig
sattschwarz
saturieren
saturiert
saturnin
saturnisch