saturiert

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungsa-tu-riert (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

zufriedengestellt, gesättigt, ohne weitere (geistige) Ansprüche
Beispiele:
saturierte Selbstzufriedenheit, saturiertes Spießertum
ein saturierter Bourgeois
die saturierte (= selbstzufrieden satte) spätbürgerliche Gesellschaft
»... Die Unzufriedenen sind erträglicher als die Saturierten [BredelVäter135]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saturieren · saturiert
saturieren Vb. ‘sättigen, Ansprüche befriedigen’. Entlehnt (18. Jh.) aus lat. saturāre ‘sättigen, ein körperliches Bedürfnis befriedigen’, abgeleitet von lat. satur ‘satt’ (zu lat. satis ‘genug’; s. ↗Satisfaktion). Zuerst Terminus der Pharmazie und Chemie im Sinne von ‘(eine Lösung) sättigen’; seit dem 19. Jh. allgemein ‘Ansprüche befriedigen’. Dazu saturiert Part.adj. ‘gesättigt’ (von einer Lösung), ‘territorial befriedigt’ im Hinblick auf imperialistische Gebietsansprüche und Kolonialpolitik (19. Jh.), dann auch ‘selbstzufrieden, materiell übersättigt, bequem, spießig’ (frühes 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
befriedigt · gesättigt · ↗satt · saturiert · ↗zufrieden
Synonymgruppe
mit allem (gut) versorgt · überversorgt  ●  saturiert  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundesrepublik Bürger Bürgertum Existenz Gesellschaft Macht Mittelschicht Nationalstaat Publikum Star Westen Wohlstandsgesellschaft satt selbstgefällig weitgehend ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›saturiert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuerst sind sie zu groß und zu teuer geworden, dann zu saturiert, jetzt sind sie gelähmt.
Die Zeit, 28.02.1994, Nr. 09
Den saturierten Staat, dem wir heute fast tonlos gegenüberstehen, gab es damals nicht.
Die Welt, 12.04.2001
Ritter war ein hochangesehener, saturierter Mann geworden, offenbar einer der leitenden Männer Regensburgs.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 176
Der Slogan für die Haushaltsmaschinen der Firma Krups paßt zu den saturierten siebziger Jahren.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 257
Der Interessenausgleich zwischen der politisch unvermindert herrschenden Aristokratie und dem dank wirtschaftlicher Prosperität saturierten Besitzbürgertum wurde durch diese Bewußtwerdung empfindlich gestört.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3275
Zitationshilfe
„saturiert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/saturiert>, abgerufen am 19.10.2019.

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