Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schädigen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schä-di-gen
Wortbildung  mit ›schädigen‹ als Letztglied: beschädigen · vorschädigen  ·  mit ›schädigen‹ als Binnenglied: geschäftsschädigend · gesundheitsschädigend · nervenschädigend · parteischädigend · rufschädigend · umweltschädigend
 ·  mit ›schädigen‹ als Grundform: entschädigen · geschädigt
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. schädigen
a)
jmdm. materiellen Schaden zufügen
Beispiele:
er hat durch seine Unterschlagungen den Betrieb sehr, um mehrere Tausend Euro geschädigt
Juradie Höhe des Schadens ist durch den Geschädigten nachzuweisen
Juradas schädigende Ereignis
Juradie schädigende Handlung
b)
veraltet etw. beschädigen
Beispiel:
sobald die Flut den Deich zu schädigen beginne [ StormSchimmelr.7,268]
2.
etw. schädigt jmdn.etw. ruft bei jmdm. einen gesundheitlichen Schaden hervor
Grammatik: oft im Partizip I und II
Beispiele:
geschädigte Fußgelenke
Sporttherapie für Geschädigte
daß das Fernsehen grundsätzlich keinerlei schädigenden Einfluß auf die Augen hat [ Gesundheit1960]
daß eine Therapie, die in dem schädigenden Milieu ansetzt, zu sehr guten Erfolgen führt [ Gesundheit1967]
dem geschädigten Schüler, dem es schwerfällt, richtig lesen und schreiben zu lernen [wird auf der Hilfsschule] … eine elementare allgemeine und polytechnische Bildung vermittelt [ Gesundheit1968]
[diese Unkrautbekämpfungsmittel] vernichten … nur die Unkräuter, während die Kulturpflanzen nicht geschädigt werden [ Urania1959]
3.
Beispiel:
jmds. Interessen, Ansehen schädigen (= ihnen schaden, für sie von Nachteil sein)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schaden zufügen · Verlust zufügen · abträglich (sein) · auflaufen lassen · schädigen

Typische Verbindungen zu ›schädigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schädigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schädigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nie werde ich mich dazu hergeben, meine arme Schwester so zu schädigen. [Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 178]
Andererseits schädigt er durch seine Überweidung aber den gemeinschaftlichen Besitz. [C't, 1991, Nr. 6]
Die Politik der chinesischen Führung schädigt die lebenswichtigen Interessen des chinesischen Volkes selbst. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]]
Willst du diese ohnehin beschädigte Stadt dir zum Schaden überdies schädigen? [Die Zeit, 08.03.2010, Nr. 10]
Er soll die Stadt um rund 75.000 Euro geschädigt haben. [Die Zeit, 30.08.2007 (online)]
Zitationshilfe
„schädigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sch%C3%A4digen>.

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