schämen

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungschä-men
Wortbildung mit ›schämen‹ als Letztglied: ↗beschämen · ↗totschämen
eWDG, 1974

Bedeutung

Scham empfinden
Beispiele:
sich schämen, etw. zu tun
schämst du dich gar nicht, so zu lügen, so faul, ungezogen zu sein?
umgangssprachlich sich bis in die Seele hinein, zu Tode, in Grund und Boden schämen
umgangssprachlich sich [Dativ] die Augen aus dem Kopf (= sehr) schämen
sich wegen der schmutzigen Kleidung schämen
sich wegen einer begangenen Dummheit vor den Eltern, der Familie schämen
sich für das, was man getan hat, schämen
Du sollst dich schämen, so von deinem toten Vater zu reden [BaierlFlinz7]
gehoben sich einer Sache, jmds. schämen
Beispiele:
sich seiner Angst, Ausflüchte, Feigheit, Vergangenheit, des Verdachts schämen
Schon frühzeitig habe ich mich der Gedichte geschämt und schäme mich ihrer noch heute [KischMarktplatz68]
Er schämte sich der Schwester, und er liebte sie zugleich [WeismantelRiemenschneider139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scham · schämen · beschämen · verschämt · unverschämt · schamhaft · schamlos
Scham f. ‘das Gefühl, bloßgestellt zu werden oder zu sein, Scheu, Verlegenheit’, ahd. scama ‘Beschämung, Zerknirschung, Bestürzung, Schande’ (8. Jh.), mhd. schame, auch ‘Ärgernis’ und (verhüllend, wie noch heute) ‘Geschlechtsteile’, asächs. skama, mnd. schām(e), mnl. scāme, aengl. sc(e)amu, engl. shame (germ. *skamō f.) und das schwache Verb got. skaman ‘sich schämen’ haben keine sicheren Anknüpfungen außerhalb des Germ., so daß die Etymologie ungeklärt bleibt. Eine Herleitung von der Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ (s. ↗Hemd) ist wenig wahrscheinlich. schämen Vb. reflexiv ‘Scham empfinden’, ahd. scamēn (8. Jh.), scamōn (9. Jh.), mhd. schamen, schemen, schämen, auch ‘schmähen, schänden’. beschämen Vb. ‘Schamgefühl bereiten, verlegen machen’, mhd. beschemen ‘in Schmach oder Scham bringen, schänden’. verschämt Part.adj. ‘scheu, voller Schamgefühl’ (18. Jh.), ‘schamlos, voller Schande’ (16. Jh.); vgl. mhd. verschemen, verschamen ‘in Scham, Schande versinken’ und ahd. firscamēn ‘aufhören, sich zu schämen’ (um 1000). unverschämt Part.adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, spätmhd. unverschamet. schamhaft Adj. ‘voller Scham, scheu, schüchtern’, ahd. scamahaft (8. Jh.), mhd. schamehaft. schamlos Adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, ahd. scamalōs (10. Jh.), mhd. scham(e)lōs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armut Deutscher Herkunft Landsleute Nacktheit Träne Unwissenheit abgrundtief beinahe bereuen bißchen dafür du entschuldigen fast fürchterlich heimlich hinterher ich ihr jedesmal keineswegs manchmal nicht schämen voreinander was weinen wir zutiefst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schämen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich schämte mich, denn ich hatte keine Geschichte zu erzählen.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Leider blieb mir die Kirche trotz besten Willens völlig egal und ich schämte mich dafür.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 42
Ich schäme mich, mit so einem Mann gearbeitet zu haben.
Die Welt, 11.09.2004
Sie schäme sich so bitter vor den beiden, eine Deutsche zu sein.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 192
Deswegen braucht man sich vor mir in keiner Weise zu schämen.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Unbestechliche. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 559
Zitationshilfe
„schämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schämen>, abgerufen am 19.10.2019.

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