schändlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschänd-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schändlich‹ als Erstglied: ↗Schändlichkeit · ↗schändlicherweise
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
so geartet, dass es eine Schande ist, dass es Schmach, Unehre bringt
Beispiele:
schändliche Absichten, Taten
ein schändlicher Betrug, Verrat
er nahm ein schändliches Ende
salopp, abwertend jmd. hat ein schändliches Maul (= Schandmaul)
umgangssprachlich ein schändliches Mundwerk haben
sich schändlich benehmen
jmdn. schändlich, in schändlicher Weise betrügen, im Stich lassen, verlassen
ein schändlicher (= nichtswürdiger, niederträchtiger) Mensch
sie hatte ein weiches Herz, und das erleichterte ihr den Erwerb [Kuppelei], denn sie wußte, daß er schändlich war [MusilDrei Frauen59]
es wäre schändlich (= beschämend), wenn dir das Mahl mißriete [G. KaiserTanakaI]
Rom hat einen schändlichen Kaiser [DürrenmattRomulusI]
2.
umgangssprachlich sehr unangenehm, scheußlich
Beispiele:
heute ist schändliches Wetter
daß sie [die Wildkatzen] ihm ... auf den Kopf gesprungen sind und ihn schändlich zugerichtet haben [R. GerlachVierfüßler266]
adverbiell
salopp, übertrieben überaus, sehr
Beispiele:
sich schändlich ärgern
etw. ärgert ihn schändlich, ist schändlich teuer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schande · schänden · schandbar · schändlich
Schande f. ‘etw. Beschämendes, Schmach, Schimpf, Unehre, Verachtetsein’, ahd. scanta (8. Jh.), mhd. schande ‘schämenswertes Tun, Laster’, auch ‘Schamteile’, mnd. schande, mnl. scande, nl. schande, afries. skonde, skande, aengl. scand, got. skanda (germ. *skamdō) steht mit Dentalsuffix neben den unter ↗Scham, ↗schämen (s. d.) behandelten Wörtern mit Übergang von -m- vor Dental zu -n-. Vgl. auch (mit Partizipialsuffix gebildet) ahd. scant Adj. ‘beschämt’ (9. Jh.), aengl. scand ‘Schurke’. Als Ausgangsbedeutung der Abstraktbildung ergibt sich ‘Verletzung, Verminderung der Ehre, des Ansehens’. Hierzu die Wendung (mit erstarrtem Dativ Plur.) zuschanden werden ‘vernichtet werden’, vgl. ahd. zi scantōn werdan ‘beschämt werden’ (um 1000), mhd. ze schanden werden. Oft als erstes Kompositionsglied (bereits im Mhd. einsetzend, danach sehr produktiv bis in die Gegenwart) für etw., das als häßlich und schmähend, als abschreckend, empörend, verabscheuungswürdig gekennzeichnet werden soll, vgl. Schandbuch, -fleck, -lied, -maul, -pfahl, -schnauze, -tat. schänden Vb. ‘in Schande bringen’, ahd. giskenten (8. Jh.), skenten (9. Jh.), mhd. schenden ‘entehren, beschimpfen, lästern, schimpfen, verfluchen, tadeln’. schandbar Adj. ‘Schande bringend, abscheulich’, mhd. schandebære. schändlich Adj. ‘mit Schande behaftet, unehrenhaft, abscheulich’, ahd. scantlīh (8. Jh.), mhd. schantlich, schentlich ‘schämenswert, entehrend, schmachvoll’.

Thesaurus

Synonymgruppe
erbärmlich · ↗niederträchtig · ↗schandbar · ↗schnöde · schändlich · ↗verachtenswert · ↗verächtlich  ●  eine Schande  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
demütigend · entehrend · entwürdigend · erniedrigend · ↗schmachvoll · ↗schmählich · schändlich · ↗unwürdig  ●  ↗schimpflich  geh.
Assoziationen
Zitationshilfe
„schändlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schändlich>, abgerufen am 22.03.2019.

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