schönen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschö-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schönen‹ als Letztglied: ↗abschönen · ↗aufschönen
eWDG, 1976

Bedeutung

fachsprachlich etw. so behandeln, dass es ein besseres Aussehen erhält, haltbarer wird
a)
trübe Flüssigkeiten künstlich klären
Beispiel:
Wein, Traubensaft schönen
b)
Stofffarben durch eine bestimmte Färbung größere Leuchtkraft, Lebhaftigkeit verleihen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schön · Schönheit · schönen · verschönen · verschönern · beschönigen · Schöngeist · schöngeistig · schöntun
schön Adj. ‘in jeder Hinsicht gut anzusehen, wohlgefällig, bewundernswert’, ahd. scōni ‘ansehnlich, glänzend, rein, herrlich, gut, angenehm’ (8. Jh.), mhd. schœn(e), auch ‘schonend, freundlich’, asächs. skōni, mnd. schȫn(e), mnl. scōne, nl. schoon, afries. skēne, aengl. scīene, scēne, engl. (poetisch) sheen, anord. (als zweites Kompositionsglied) -skjōni, got. skauns oder skauneis ‘anmutig’ (germ. *skauni-) ist ein mit dem Suffix ie. bzw. germ. -ni- gebildetes Verbaladjektiv zu der unter ↗schauen (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)keu- ‘worauf achten, beobachten, schauen’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘sichtbar, anschaubar’, die sich zu ‘ansehnlich’ und ‘gut, angenehm’ (auch von Gehörseindrücken) weiterentwickelt. Der Bezug des Wortes auf den vom humanistischen Bildungsideal geprägten ästhetischen Bereich, vgl. Fügungen wie schöne Künste (frz. les beaux-arts), schöne Wissenschaften (frz. les belles-lettres), schöne Literatur, erfolgt im 18. Jh. Zum alten adverbiellen Gebrauch s. ↗schon. Schönheit f. ‘das Schönsein, das Schöne’, mhd. schœnheit, schōnheit ‘Herrlichkeit, Pracht, Zierde, Schmuck, Unterhaltung, Festlichkeit’. schönen Vb. vornehmlich fachsprachlich ‘Färbungen verbessern, Wein klären’ (19. Jh.); nur selten ‘schönmachen, verschönern’, ahd. scōnen (um 800), scōnōn (9. Jh.), mhd. schœnen ‘schönmachen, schmücken, verherrlichen’; dafür heute verschönen Vb. mhd. verschœ̄nen, oder verschönern Vb. ‘schöner machen’ (17. Jh.). beschönigen Vb. ‘etw. weniger schwerwiegend, günstig darstellen’ (18. Jh.), älter beschönen, mhd. beschœnen ‘schönmachen, entschuldigen, rechtfertigen’. Schöngeist m. ‘wer von den schönen Künsten begeistert ist’ (18. Jh.), nach frz. bel esprit, bald auch ironisch; älter schöner Geist (17. Jh.); dazu schöngeistig Adj. (Anfang 19. Jh.), schöngeistige Schriften (19. Jh.). schöntun Vb. ‘freundlich sein, schmeicheln’ (17. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · ↗beschönigen · ↗frisieren · ↗herunterspielen · ↗maskieren · positiv darstellen · ↗schönfärben · ↗schönreden · ↗verbrämen · ↗verharmlosen · ↗verhüllen · ↗verschleiern · ↗übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · weichspülen  fig. · ↗aufputzen  ugs. · ↗bemänteln  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
fälschen · ↗klittern · ↗manipulieren · ↗verfälschen  ●  ↗faken  ugs., engl. · ↗frisieren  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitslosenstatistik Arbeitslosenzahlen Arbeitsmarktstatistik Bilanz Biographie Daten Erfolgsbilanz Gesamteindruck Gunsten Haushaltszahlen Jahresabschluß Lebenslauf Realität Resultat Statistik Transaktionen Tricks Unternehmensbilanzen Verkaufszahlen Vermittlungsstatistiken Vermittlungszahlen Zahlen Zahlenwerk gefälscht geglättet getrickst getäuscht manipuliert verschleiern verschwiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schönen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sah sich durch massiven Druck von oben aufgefordert, Bushs Beurteilung zu schönen.
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2004
Doch die Statistik ist geschönt, weil in ihr auch einige ausgeliehene Spieler enthalten sind.
Die Welt, 14.07.2003
Die Länder reagierten hektisch und versuchten, die Ergebnisse zu schönen.
Die Zeit, 16.03.1998, Nr. 11
Die Nudeln waren also nicht aus der Packung und wurden kräftig mit goldgelber Farbe geschönt.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 113
Ulbricht mißtraute den Informationen über die politische Stimmung der DDR-Bevölkerung, die auf dem Wege der Parteiorgane »heraufgereicht« wurden und in aller Regel geschönt waren.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - I. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 1081
Zitationshilfe
„schönen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schönen>, abgerufen am 28.06.2017.

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