Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schönen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schö-nen
Grundformschön
Wortbildung  mit ›schönen‹ als Letztglied: abschönen · aufschönen
eWDG

Bedeutung

fachsprachlich etw. so behandeln, dass es ein besseres Aussehen erhält, haltbarer wird
a)
trübe Flüssigkeiten künstlich klären
Beispiel:
Wein, Traubensaft schönen
b)
Stofffarben durch eine bestimmte Färbung größere Leuchtkraft, Lebhaftigkeit verleihen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schön · Schönheit · schönen · verschönen · verschönern · beschönigen · Schöngeist · schöngeistig · schöntun
schön Adj. ‘in jeder Hinsicht gut anzusehen, wohlgefällig, bewundernswert’, ahd. scōni ‘ansehnlich, glänzend, rein, herrlich, gut, angenehm’ (8. Jh.), mhd. schœn(e), auch ‘schonend, freundlich’, asächs. skōni, mnd. schȫn(e), mnl. scōne, nl. schoon, afries. skēne, aengl. scīene, scēne, engl. (poetisch) sheen, anord. (als zweites Kompositionsglied) -skjōni, got. skauns oder skauneis ‘anmutig’ (germ. *skauni-) ist ein mit dem Suffix ie. bzw. germ. -ni- gebildetes Verbaladjektiv zu der unter schauen (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)keu- ‘worauf achten, beobachten, schauen’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘sichtbar, anschaubar’, die sich zu ‘ansehnlich’ und ‘gut, angenehm’ (auch von Gehörseindrücken) weiterentwickelt. Der Bezug des Wortes auf den vom humanistischen Bildungsideal geprägten ästhetischen Bereich, vgl. Fügungen wie schöne Künste (frz. les beaux-arts), schöne Wissenschaften (frz. les belles-lettres), schöne Literatur, erfolgt im 18. Jh. Zum alten adverbiellen Gebrauch s. schon. Schönheit f. ‘das Schönsein, das Schöne’, mhd. schœnheit, schōnheit ‘Herrlichkeit, Pracht, Zierde, Schmuck, Unterhaltung, Festlichkeit’. schönen Vb. vornehmlich fachsprachlich ‘Färbungen verbessern, Wein klären’ (19. Jh.); nur selten ‘schönmachen, verschönern’, ahd. scōnen (um 800), scōnōn (9. Jh.), mhd. schœnen ‘schönmachen, schmücken, verherrlichen’; dafür heute verschönen Vb. mhd. verschœ̄nen, oder verschönern Vb. ‘schöner machen’ (17. Jh.). beschönigen Vb. ‘etw. weniger schwerwiegend, günstig darstellen’ (18. Jh.), älter beschönen, mhd. beschœnen ‘schönmachen, entschuldigen, rechtfertigen’. Schöngeist m. ‘wer von den schönen Künsten begeistert ist’ (18. Jh.), nach frz. bel esprit, bald auch ironisch; älter schöner Geist (17. Jh.); dazu schöngeistig Adj. (Anfang 19. Jh.), schöngeistige Schriften (19. Jh.). schöntun Vb. ‘freundlich sein, schmeicheln’ (17. Jh.).

schonen · Schoner1 · Schonung · schonungslos · Schonzeit
schonen Vb. ‘behutsam benutzen, rücksichtsvoll behandeln’, mhd. mnd. schōnen gehört als Ableitung zu dem unter schön (s. d.) behandelten Adjektiv (ahd. scōni, asächs. skōni) in dessen Bedeutung ‘freundlich, rücksichtsvoll’ oder dem zugehörigen und diese Bedeutung besonders bewahrenden Adverb ahd. scōno, mhd. mnd. schōne, schōn ‘auf feine, schöne, sorgfältige, freundliche, rücksichtsvolle Weise’ (s. schon). Schoner1 m. ‘wer behutsam, rücksichtsvoll benutzt oder behandelt’ (18. Jh.), ‘ein Tuch zur Schonung von Kleidung und Gegenständen, Schondecke’ (19. Jh.). Schonung f. ‘behutsame Behandlung, rücksichtsvoller Umgang’, mhd. schōnunge; seit Ende des 18. Jhs. auch ‘zu schützendes Waldstück mit jungem Baumbestand’. schonungslos Adj. ‘ohne Rücksicht, brutal’ (18. Jh.). Schonzeit f. ‘Zeit, in der ein bestimmtes Wild nicht gejagt werden darf’ (18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · beschönigen · herunterspielen · maskieren · positiv darstellen · romantisieren · schönen · schönfärben · schönreden · verbrämen · verharmlosen · verhüllen · verklären · verschleiern · übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · weichspülen  fig. · aufputzen  ugs. · bemänteln  geh. · frisieren  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
fälschen · klittern · manipulieren · schönen · verfälschen  ●  faken  ugs., engl. · frisieren  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schönen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schönen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schönen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sah sich durch massiven Druck von oben aufgefordert, Bushs Beurteilung zu schönen. [Süddeutsche Zeitung, 22.09.2004]
Doch die Statistik ist geschönt, weil in ihr auch einige ausgeliehene Spieler enthalten sind. [Die Welt, 14.07.2003]
Die Länder reagierten hektisch und versuchten, die Ergebnisse zu schönen. [Die Zeit, 05.03.1998, Nr. 11]
Dafür ist alles direkt und kann auch nachträglich nicht mehr geschönt werden, wie das bei Interviews manchmal gewünscht wird. [Die Welt, 17.11.2003]
Er schönt es auch für sich selbst, um mit den Taten leben und sterben zu können. [Die Welt, 01.12.2001]
Zitationshilfe
„schönen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sch%C3%B6nen>.

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