Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schüren

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schü-ren
Wortbildung  mit ›schüren‹ als Erstglied: Schürbaum · Schüreisen · Schürhaken · Schürloch
 ·  mit ›schüren‹ als Letztglied: anschüren
eWDG

Bedeutung

Beispiele:
das Feuer, die Glut schüren (= durch Stochern das Feuer, die Glut aufflammen lassen, anfachen)
den Ofen (= das Feuer im Ofen) schüren
gehoben, bildlich etw. entfachen, anstacheln, steigern, vergrößern
Beispiele:
jmds. Hass, Zorn, Wut, Angst, Leidenschaft schüren
die Unzufriedenheit, Empörung schüren
eine künstlich geschürte Spannung, Zwietracht, Unruhe
Ihre eifersüchtigen Reden schürten in mir neuen Groll [ MarchwitzaJugend236]
etw. wecken, erwecken, erregen
Beispiele:
die Begeisterung, das Interesse für etw., jmdn. schüren
Die Erfolge Artabans … hatten seine fast erloschenen Hoffnungen neu geschürt [ Feuchtw.Nero352]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schüren Vb. ‘(Feuer) anfachen, reizen’, ahd. scurien ‘Feuer anmachen’ (11. Jh.; vgl. fiurscuria ‘Ofenheizerin, Küchenmagd’, um 900, fiurscurio ‘Bösewicht’, 11. Jh.), mhd. schürn ‘einen Anstoß geben, reizen, brennen machen, entzünden, das Feuer unterhalten’ sowie ahd. scurgen ‘stoßen’ (um 800), mhd. schürgen, schurgen ‘schieben, stoßen, treiben, verleiten (zu etw.)’, aengl. scorian ‘wegstoßen, zurückweisen’, anord. skora ‘schneiden, bestimmen, fordern’ sind verwandt mit ahd. scora (Hs. 12. Jh.), mhd. schor ‘Grabscheit, Spitzhaue’, got. winþiskaúrō ‘Worfschaufel’, mhd. schorn ‘mit der Schaufel arbeiten, zusammenscharren, kehren, stoßen, fortschieben’, vielleicht auch mit den unter scheuern (s. d.) angegebenen Formen, und lassen sich mit aind. skunā́ti ‘bedeckt’ (älter wohl ‘stochern, stöbern, schüren, reißen’), cōṣkūyátē ‘stöbert auf, bringt durcheinander, stochert’ sowie (ohne anlautendes s-) mit lit. kiáuras ‘durchlöchert’ und wohl auch russ. čúrka (чурка) ‘Holzklotz’ auf ie. *skēu- ‘schneiden, trennen, kratzen, scharren, stochern, stöbern’ zurückführen, eine Erweiterung der Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (s. Messer, Säge, Segel).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auftrieb geben · anfachen · anheizen (Konflikt) · anstacheln · befeuern · schüren  ●  (etwas) aufheizen (Stimmung)  fig. · (weiter) an der Spirale der Gewalt drehen  fig. · hochkochen lassen  fig. · ins Kraut schießen lassen  fig. · Nahrung geben  ugs. · katalysieren  geh. · nähren  geh. · Öl ins Feuer gießen  ugs., fig.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
anfachen (Feuer) · aufflammen lassen · auflodern lassen · schüren · verstärken · zum Auflodern bringen

Typische Verbindungen zu ›schüren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schüren‹.

Verwendungsbeispiele für ›schüren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kein Verbrechen schürt ohnmächtigere Wut als der Mord an Kindern. [Die Zeit, 27.09.1996, Nr. 40]
In Wirklichkeit aber schürt es ihn; hier liegt das Verbrechen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]]
Oder wollte man im Volk den Zorn auf die Verteidigung weiter schüren? [Die Zeit, 16.07.2013, Nr. 20]
Der Protest, den der Film zeigt, schürt allerdings keinen revolutionären Funken. [Die Zeit, 23.07.2001, Nr. 30]
Er sei sehr dafür, daß jetzt bestimmte Emotionen ausgeräumt würden, die mit der Absicht geschürt würden, über Nacht alles abschaffen zu wollen. [Nr. 86: Telefongespräch Kohl mit Krenz vom 11. November 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 9347]
Zitationshilfe
„schüren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sch%C3%BCren>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schüppeln
schülerhaft
schülbrig
schüchtern
schöpsern
schürfen
schürgen
schürzen
schürzenartig
schüsselförmig