schüren
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschü-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schüren‹ als Erstglied: ↗Schüreisen · ↗Schürhaken
 ·  mit ›schüren‹ als Letztglied: ↗anschüren
eWDG, 1976

Bedeutung

Beispiele:
das Feuer, die Glut schüren (= durch Stochern das Feuer, die Glut aufflammen lassen, anfachen)
den Ofen (= das Feuer im Ofen) schüren
gehoben, bildlich etw. entfachen, anstacheln, steigern, vergrößern
Beispiele:
jmds. Hass, Zorn, Wut, Angst, Leidenschaft schüren
die Unzufriedenheit, Empörung schüren
eine künstlich geschürte Spannung, Zwietracht, Unruhe
Ihre eifersüchtigen Reden schürten in mir neuen Groll [MarchwitzaJugend236]
etw. wecken, erwecken, erregen
Beispiele:
die Begeisterung, das Interesse für etw., jmdn. schüren
Die Erfolge Artabans ... hatten seine fast erloschenen Hoffnungen neu geschürt [Feuchtw.Nero352]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schüren Vb. ‘(Feuer) anfachen, reizen’, ahd. scurien ‘Feuer anmachen’ (11. Jh.; vgl. fiurscuria ‘Ofenheizerin, Küchenmagd’, um 900, fiurscurio ‘Bösewicht’, 11. Jh.), mhd. schürn ‘einen Anstoß geben, reizen, brennen machen, entzünden, das Feuer unterhalten’ sowie ahd. scurgen ‘stoßen’ (um 800), mhd. schürgen, schurgen ‘schieben, stoßen, treiben, verleiten (zu etw.)’, aengl. scorian ‘wegstoßen, zurückweisen’, anord. skora ‘schneiden, bestimmen, fordern’ sind verwandt mit ahd. scora (Hs. 12. Jh.), mhd. schor ‘Grabscheit, Spitzhaue’, got. winþiskaúrō ‘Worfschaufel’, mhd. schorn ‘mit der Schaufel arbeiten, zusammenscharren, kehren, stoßen, fortschieben’, vielleicht auch mit den unter ↗scheuern (s. d.) angegebenen Formen, und lassen sich mit aind. skunā́ti ‘bedeckt’ (älter wohl ‘stochern, stöbern, schüren, reißen’), cōṣkūyátē ‘stöbert auf, bringt durcheinander, stochert’ sowie (ohne anlautendes s-) mit lit. kiáuras ‘durchlöchert’ und wohl auch russ. čúrka (чурка) ‘Holzklotz’ auf ie. *skēu- ‘schneiden, trennen, kratzen, scharren, stochern, stöbern’ zurückführen, eine Erweiterung der Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (s. ↗Messer, ↗Säge, ↗Segel).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auftrieb geben · ↗anfachen · ↗anheizen (Konflikt) · ↗anstacheln · ↗befeuern · ↗vergrößern  ●  (weiter) an der Spirale der Gewalt drehen  fig. · hochkochen lassen  fig. · Nahrung geben  ugs. · ↗nähren  geh. · Öl ins Feuer gießen  ugs., fig.
Assoziationen
Antonyme
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argwohn Ausländerfeindlichkeit Befürchtungen Emotionen Erwartungen Feuer Fremdenfeindlichkeit Furcht Hass Hoffnungen Hysterie Inflationsängste Konflikte Konkurrenzkampf Kriegsangst Mißtrauen Neid Ressentiments Sozialneid Spannungen Spekulationen Stimmung Unmut Unruhe Unruhen Unsicherheit Unzufriedenheit Volkszorn Vorurteile Ängste

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schüren‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie vermieden es deshalb, vor diesem Spiel weitere Emotionen zu schüren.
Der Tagesspiegel, 30.03.2005
Kein Verbrechen schürt ohnmächtigere Wut als der Mord an Kindern.
Die Zeit, 27.09.1996, Nr. 40
Er sei sehr dafür, daß jetzt bestimmte Emotionen ausgeräumt würden, die mit der Absicht geschürt würden, über Nacht alles abschaffen zu wollen.
Nr. 86: Telefongespräch Kohl mit Krenz vom 11. November 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 9347
Die Gluten seiner Basis schürt der Mann für den Mann.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 81
Wir schürten in unserer Zeitschrift mit allen Mitteln den Brand.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1965
Zitationshilfe
„schüren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schüren>, abgerufen am 21.09.2017.

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