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schürfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schür-fen
Wortbildung  mit ›schürfen‹ als Erstglied: Schürfarbeit · Schürfbohrung · Schürfer · Schürffeld · Schürfgraben · Schürfgrube · Schürfloch · Schürfrecht · Schürfschacht · Schürfstelle · Schürfstollen · Schürfung · Schürfwunde
 ·  mit ›schürfen‹ als Letztglied: abschürfen · aufschürfen · erschürfen
 ·  mit ›schürfen‹ als Binnenglied: tief schürfend · tiefschürfend
eWDG

Bedeutungen

1.
Bergmannssprache nutzbare Lagerstätten in geringer Tiefe suchen, nach Bodenschätzen graben
Beispiele:
in diesem Gebiet soll demnächst geschürft werden
nach Eisenerz, Gold, Kohle schürfen
Bodenschätze fördern, gewinnen
Beispiele:
in der Mine wurde Gold, Silber geschürft
das auf der Mondoberfläche geschürfte Gestein
2.
übertragen etw. gründlich durchdenken, nach etw. forschen
Beispiele:
wir müssen in dieser Angelegenheit noch tiefer schürfen
daß sie den unruhigen Geist, den ewig schürfenden Intellekt der Mutter geerbt hat [ RehfischHexen228]
3.
die Oberfläche der Haut infolge äußerer Einwirkung, besonders durch Schaben, Aufreißen, leicht verletzen
Beispiele:
ich habe mir bei dem Sturz die Haut leicht geschürft
sich [Dativ] beim Rutschen die Knie blutig schürfen
wir schürften uns beim Klettern die Hände wund
sich schürfen
Beispiel:
ich habe mich an der Blechdose empfindlich geschürft
4.
ein schabendes, kratzendes Geräusch verursachen
Beispiele:
sie hörte das vorsichtige Schürfen des Hobels auf dem Brett [ OelfkenTraum102]
wie der Stein, der sich zwischen Tür und Boden klemmt und dann ganz abscheulich schürft [ M. WalserHalbzeit461]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schürfen Vb. ‘die Haut aufreißen, ritzen’, in der Bergmannssprache (16. Jh.) ‘Erdschichten beseitigen und nach Bodenschätzen graben’, ahd. scurphen ‘in etw. hineinschneiden, etw. öffnen (den Körper von Opfer-, Schlachttieren, von Menschen mit Folterwerkzeugen), Feuer aus dem Stein schlagen’ (9. Jh.), mhd. schürpfen, schürfen ‘aufschneiden, ausweiden, schlagen, Feuer schlagen’, aengl. sceorpan, screpan ‘kratzen, nagen, schaben’ stellen sich wie die unter scharf und schröpfen (s. d.) genannten Formen zur Labialerweiterung ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. scheren1).

Typische Verbindungen zu ›schürfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schürfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schürfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um der Komplexität des Geschehens gerecht zu werden, müsste man tiefer schürfen. [Die Zeit, 27.06.2011, Nr. 26]
Haben Sie sich selbst einmal einer Analyse unterzogen, um so tief schürfen zu können? [Die Welt, 06.10.1999]
Er schürft nicht allzu tief, auch das muss man ehrlicherweise sagen. [Der Tagesspiegel, 10.06.2003]
Nun, da schon geschürft worden ist, muß auch abgebaut werden. [Die Zeit, 07.05.1982, Nr. 19]
An der Oberfläche in und um den Ort war alles leicht zugängliche Gold geschürft. [Die Zeit, 17.08.1973, Nr. 34]
Zitationshilfe
„schürfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sch%C3%BCrfen>.

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