schütteln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schüt-teln
Wortbildung  mit ›schütteln‹ als Erstglied: ↗Schüttelbecher · ↗Schüttelfrost · ↗Schüttelreim · ↗Schüttelrost · ↗Schüttelrutsche · ↗Schüttelsieb · ↗Schüttler
 ·  mit ›schütteln‹ als Letztglied: ↗abschütteln · ↗aufschütteln · ↗ausschütteln · ↗durcheinanderschütteln · ↗durchschütteln · ↗herausschütteln · ↗herunterschütteln · ↗wach schütteln · ↗wachschütteln · ↗zurechtschütteln
 ·  mit ›schütteln‹ als Grundform: ↗Geschüttel  ·  formal verwandt mit: ↗Händeschütteln · ↗Kopfschütteln · ↗kopfschüttelnd
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. anfassen und ruckartig hin und her bewegen
Beispiele:
ich musste ihn kräftig, heftig schütteln, bis er endlich wach wurde
jmdn. vor Wut, Zorn schütteln
jmdn. an, bei den Schultern schütteln
die Betten schütteln (= aufschütteln)
den Inhalt der Flasche vor Gebrauch schütteln!
übertragen
Beispiel:
saloppjmdn. aus dem Anzug schütteln (= jmdm. grob die Meinung sagen, jmdn. heftig tadeln)
jmdm. die Hand schütteln
Beispiele:
er hat mir (zur Begrüßung, beim Abschied) herzlich, kräftig die Hand geschüttelt
sie schüttelten sich, einander die Hände
etw., besonders einen Körperteil, ruckartig hin und her bewegen
Beispiele:
den Kopf, mit dem Kopf schütteln (= Zeichen der Ablehnung, Verwunderung)
er schüttelte verneinend, verwundert, erstaunt, zweifelnd, besorgt, bedenklich, bedauernd, unwillig, kummervoll, ernsthaft, lächelnd, wortlos den Kopf
die Faust, Fäuste gegen jmdn. schütteln (= Zeichen der Drohung)
sie schüttelte ihre Locken
das Tier schüttelte seine Mähne, das triefende Fell
etw. schüttelt etw.
Beispiele:
der Wind schüttelt die Bäume, Blätter
Windböen haben das Flugzeug geschüttelt
etw. schüttelt jmdn.
Beispiele:
die Kälte, das Fieber, der Schmerz, Keuchhusten, das Grauen schüttelte mich
etw. schüttelte (= ekelte) mich, hat mich geschüttelt
es schüttelte mich vor Verzweiflung, Entsetzen
sie wurde von Weinkrämpfen, Furcht, Angst, Reue geschüttelt
er lachte, dass es ihn schüttelte
sich schütteln
Beispiele:
sich im Fieber, am ganzen Leibe schütteln
ich habe mich (vor Ekel, Abscheu, Entsetzen) geschüttelt
wir haben uns vor Lachen geschüttelt (= haben sehr gelacht)
der Hund schüttelte sich
2.
etw. von, aus etw. schüttelnetw. durch ruckartige Bewegungen zum Herunterfallen, Herausfallen bringen
Beispiele:
Obst (vom Baum), Schnee von der Kleidung schütteln
Staub aus den Kleidern schütteln
bildlich
Beispiele:
saloppetw. aus dem Ärmel, den Ärmeln schütteln (= etw. mühelos hervorbringen)
salopp, umgangssprachlichetw. aus dem Handgelenk schütteln (= etw. mühelos hervorbringen)
übertragen
Beispiel:
gehobenden Staub der Großstadt von den Füßen schütteln (= die Großstadt verlassen)
3.
etw. schütteltetw. wackelt hin und her, rüttelt, schüttert
Beispiele:
der Wagen, Zug schüttelt entsetzlich
die Straßenbahn rüttelte und schüttelte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schütteln · Schüttelfrost · Schüttelreim
schütteln Vb. ‘schnell und heftig hin und her bewegen’, mhd. schütelen, schütteln, auch ‘erschüttern’ (vgl. ahd. irscutilōn ‘erörtern’, um 1000) ist Iterativbildung zu dem unter ↗schütten (s. d.) behandelten Verb. Schüttelfrost m. ‘Kältegefühl, Zittern und Gänsehaut bei plötzlichem hohem Fieber’ (19. Jh.). Schüttelreim m. Paarreim mit vertauschten Anfangskonsonanten der Reimwörter (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
rütteln · schütteln
Synonymgruppe
aufwühlen · ↗durchschütteln · schütteln
Synonymgruppe
schlackern · ↗schlenkern · schütteln

Typische Verbindungen zu ›schütteln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schütteln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schütteln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie schüttelte beiden die Hand und langsam gingen sie zurück durch den langen Garten.
Morris, Gerda: Brigitte wehrt sich, Düsseldorf: Iltis 1952, S. 158
Ein kühler Wind schüttelt nun die Tropfen von den Bäumen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 79
Ich brachte es nur stockend heraus, so schüttelte mich der Frost.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 185
Aber fragt man sie, ob sie selber die Revolution vorausgesehen hätten, schütteln sie verlegen den Kopf.
Die Zeit, 07.02.2011, Nr. 06
Wer nur ein wenig ökonomische Logik gelten läßt, muß auch hier mit dem Kopf schütteln.
Die Welt, 28.02.2005
Zitationshilfe
„schütteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sch%C3%BCtteln>, abgerufen am 25.09.2020.

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