Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schütter

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schüt-ter
eWDG

Bedeutung

gehoben spärlich im Wachstum, nicht dicht stehend
Beispiele:
ein Mann mit schütterem Haar, Bart
sein Haar war grau und schütter (geworden)
ein schütterer Bergwald
ein Reh erschien zwischen den schütteren Büschen
Auf diesem mageren Boden wachsen schüttere Kiefernbestände von niedriger Ertragsklasse [ Urania1963]
Es tropfte nur noch von Zeit zu Zeit aus den schütter gewordenen Wolken [ J. RothRadetzkymarsch359]
übertragen kümmerlich, dürftig
Beispiele:
er bekam nur einen schütteren Lacherfolg
Wahrscheinlich war es ihr darum zu tun, nicht nur heute zu leben … sondern sich gleichzeitig noch irgendwo anders eine schüttere Existenz zu ergattern [ M. WalserHalbzeit240]
leise, schwach klingend
Beispiele:
die Kleine antwortete mit schütterer Stimme
das schüttere Hüsteln des Kranken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schütter Adj. ‘lose, dünnstehend, gelichtet, spärlich’, ahd. sketar (um 1000), skitir (11. Jh.) ‘dünn, lückenhaft’, mhd. schiter ‘dünn, mager, nicht dicht, lücken-, mangelhaft’, nhd. (seit dem 19. Jh. mit gerundetem Vokal) schütter ist wie aind. chidráḥ ‘durchlöchert’, griech. skidarón (σκιδαρόν) ‘dünn, schwach, zart’ mit dem Adjektivsuffix ie. -ro- (s. auch bitter, heiser, lauter) zur Dentalerweiterung ie. *skē̌id- (wozu auch scheißen, s. d.) der unter scheiden (s. d.) angeführten Verbalwurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ gebildet. In Verbindung mit r bleibt t im Hd. unverschoben. Ausgangsbedeutung ist ‘abgesondert, abgespalten’. schütter wird erst im 19. Jh. durch österreichische Schriftsteller in der Literatursprache wieder geläufig.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausgedünnt · dünn · licht · schütter · spärlich
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›schütter‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schütter‹.

Verwendungsbeispiele für ›schütter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als alle pikiert schweigen, streiche ich mir verlegen über das schüttere Haar. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 39]
Nach zwanzig Minuten war der dünne Mann mit schütterem Haar eingeschlafen. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 109]
Es gelang ihm nicht, sich durch einen schütteren Bart unkenntlich zu machen. [Die Zeit, 20.05.1999, Nr. 21]
Der gut aussehende junge Mann auf den Fotos ist er selbst, man erkennt ihn in dem alten Mann mit dem schütteren Bart kaum mehr. [Die Zeit, 22.11.2012, Nr. 48]
Der sehnige Alte mit dem schütteren Bart läßt die Frage offen. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 186]
Zitationshilfe
„schütter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sch%C3%BCtter>.

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