schützen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschüt-zen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schützen‹ als Erstglied: ↗Schützer · ↗Schützling  ·  mit ›schützen‹ als Letztglied: ↗vorschützen  ·  mit ›schützen‹ als Grundform: ↗geschützt
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn., etw. vor einer Gefahr, vor etw. Bedrohlichem oder Unangenehmem bewahren, behüten
Beispiele:
die Menschheit vor den Gefahren, gegen die Gefahren eines Krieges schützen
eine Landschaft vor, gegen Umweltverschmutzung schützen
ein Land vor seinen Feinden, gegen seine Feinde schützen
wir müssen die Tiere und Pflanzen unserer Heimat schützen
die Augen sollten vor der grellen Sonne, gegen die grelle Sonne geschützt werden
die Mutter stellte sich schützend vor ihr Kind
wir hatten bei dem Gewitter ein schützendes Dach über dem Kopf
eine (vor, gegen Wind, Regen) geschützte Stelle im Garten
sich schützen
Beispiel:
sich vor, gegen Ansteckung, Erkältung, Kälte, Sonnenbrand schützen
etw. schützt vor etw.
Beispiele:
dieses Mittel soll vor, gegen Ansteckung schützen
das Gesetz schützt das Leben, Eigentum, die Interessen der Bürger
Unkenntnis (der Gesetze) schützt nicht vor Strafe
sprichwörtlich Alter schützt vor Torheit nicht
gesetzlich geschütztKennzeichnung von Erzeugnissen, für die ein Patent erteilt wurde
Beispiel:
der Name des Fabrikats, Musters ist gesetzlich geschützt
bildlich
Beispiel:
seine schützende Hand über jmdn., etw. halten (= jmdm., einer Sache seinen Schutz gewähren)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schützen · vorschützen · Schutz · Schütz · Schützling · Schutzmann
schützen Vb. ‘vor übler Einwirkung bewahren, absichern, behüten’, mhd. schützen, (md.) schutzen ‘auf-, ein-, umdämmen, Wasser aufstauen, Schutz gewähren, beschirmen, verteidigen’ kann wie mnd. schütten ‘durch Absperrung in der Bewegung behindern, hemmen, Wasser stauen, einsperren, abwehren’, mnl. scutten ‘in einen geschlossenen Raum bringen, einfrieden, absondern’, nl. schutten, afries. sketta ‘verschließen’, aengl. scyttan ‘mit einem Riegel schließen’, engl. to shut ‘schließen’ (germ. *skutjan) als Intensivbildung zu dem unter ↗schießen (s. d.) behandelten starken Verb aufgefaßt werden. Als Ausgangsbedeutung ist dann ‘mit einem (schnell vorschießenden) Riegel absperren, schließen’ anzusetzen. Erwogen wird aber auch Herkunft (oder Einfluß?) von mhd. schüt(t)en in der Bedeutung ‘Erdreich an-, aufschwemmen, anhäufen, eindämmen’ (s. ↗schütten). vorschützen Vb. ‘etw. vorbringen, das zur (vermeintlichen) Rechtfertigung oder Entschuldigung dient, als Schutz aufbauen’ (17. Jh.). Schutz m. ‘Sicherung, Abschirmung’, mhd. (md.) schuz ‘Umdämmung, Aufstauung des Wassers, Schutz, Schirm’, Verbalabstraktum. Häufig formelhaft, vgl. Schutz und Schirm (16. Jh.), Schutz und Hilfe, mhd. schuz unde hulfe, oder (bereits frühnhd.) in Schutz nehmen, Schutz suchen, unter jmds. Schutz stehen, Schutz genießen. Schütz n. ‘bewegliche Absperrung an Schleusen und Wehren zur Regelung des Wasserdurchlaufs’ (18. Jh.), Nebenform von Schutz. Schützling m. ‘wer dem Schutz eines anderen anvertraut ist, unter dessen Betreuung steht’ (17. Jh.). Schutzmann m. ‘Verteidiger’ (17. Jh.), ‘Polizist’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschützen · schützen · ↗sichern
Synonymgruppe
behüten · ↗bewachen · schützen
Synonymgruppe
decken · ↗einhüllen  ●  ↗decken  ugs. · ↗einhüllen  ugs. · ↗einmummeln  ugs. · ↗immunisieren  geh. · ↗panzern  ugs. · schützen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angriff Bevölkerung Bürger Eigentum Freiheit Gefahr Gesetz Grundgesetz Infektion Interesse Kind Konkurrenz Kälte Mißbrauch Polizist Privatsphäre Recht Regen Sonne Strafverfolgung Tier Umwelt Verbraucher Wind Zugriff davor selbst vorschützen wirksam Übergriff

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schützen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich arbeite mit Ideen, und ich denke, sie gehören geschützt.
Die Zeit, 30.07.2013, Nr. 28
Nur gut, daß sie so dickes Glas hatte, das schützte vor Zerbrechen.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 143
Nur so kann man sich vor dem Schicksal schützen, ständig ihr Opfer zu werden.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 606
Das Terrain schützte uns nicht nur vor Verlusten, es begünstigte auch die Flucht.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29086
Dies sollte sicher schützen, tat es aber selten - bei meiner Schwester fast nie.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7195
Zitationshilfe
„schützen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schützen>, abgerufen am 17.10.2019.

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