schade

GrammatikAdjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungscha-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schade‹ als Letztglied: ↗jammerschade
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
es ist schadees ist bedauerlich, betrüblich
a)
Beispiele:
es ist schade, dass du nicht kommen kannst
»ich kann nicht kommen.« »Das ist sehr, zu, aber schade
schade, wie schade, nur schade, schade nur, dass ich so wenig Zeit habe
»er kann nicht mitgehen.« »(O wie) schade
schade, er kann nicht dabei sein
b)
es ist schade um etw., jmdn.was mit etw., jmdm. geschieht, ist bedauerlich
Beispiele:
um diese Vase ist es nicht schade
es ist schade um die Zeit, Mühe, die ich darauf verwendet habe
Damit verschwand ein schönes und für die Innenstadt notwendiges Theater ... Schade darum [WintersteinLeben2,130]
so stirbt er. – Schade um ihn. Er ist ein vorzüglicher Jurist [C. F. Meyer1,353]
2.
etw. ist zu schade für etw., jmdn.es wäre bedauerlich, wenn etw. für etw., jmdn. bestimmt wäre, da es zu gut dafür ist
Beispiele:
für diesen Zweck ist dein Kleid zu schade
das ist (viel) zu schade für den täglichen Gebrauch
der Karton ist zu schade zum Wegwerfen
dafür ist mir meine Zeit zu schade
die goldene Uhr ist zu schade für ihn
jmd. ist sich [Dativ] zu schade für etw.
Beispiele:
ich bin mir für keine Arbeit zu schade (= ich mache jede Arbeit)
er ist sich dazu zu schade
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bedauerlich · ↗bedauernswert · ↗beklagenswert · ↗deplorabel · ↗desolat · ein Jammer (sein) · ↗jammerschade  ●  ↗betrüblich  geh. · schade  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bedauerlich beinahe besonders doch eh eigentlich einerseits erfinden es fast finden insofern irgendwie murmeln natürlich nicht nie schade sehr seufzen sowieso traurig trotzdem unverständlich viel wahrlich was zwar ärgerlich überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schade‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber ehrlich gesagt wäre mir meine Zeit dafür zu schade.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Ich sage auch nicht, Frauen müssen wie Männer werden oder Männer müssen wie Frauen werden - wäre ja auch schade drum.
Bild, 16.02.2006
Es ist schade für jede Energie, die negativ verbraucht wird.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 55
Es war eigentlich schade, daß die Dinge eine solche Wendung genommen hatten.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Es war so schade, ich hätte mich so gern recht laut mitgefreut, aber ich fühlte, die Mutter war böse geworden.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 21506
Zitationshilfe
„schade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schade>, abgerufen am 15.10.2019.

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