Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schaden

Grammatik Verb · schadet, schadete, hat geschadet
Aussprache 
Worttrennung scha-den
Wortbildung  mit ›schaden‹ als Erstglied: Schad-Code · Schad-Kode · Schadcode · Schadfraß · Schadinsekt · Schadkode · Schadprogramm · Schadsoftware · Schadstoff · Schadwirkung · Schädling · schädlich
eWDG

Bedeutungen

1.
für jmdn., etw. von Nachteil sein
Beispiele:
er gab acht, dass er nichts sagte, was ihr schaden könnte
du schadest dir damit nur selbst
das kann seinem guten Ruf schaden
umgangssprachliches kann dir nicht(s) schaden, wenn du noch etwas dazu lernst
umgangssprachliches schadet ihm gar nicht(s) (= es geschieht ihm ganz recht), dass das so gekommen ist
umgangssprachliches kann nicht(s) schaden (= wäre vielleicht doch ganz gut), das noch einmal zu sagen
umgangssprachliches schadet nichts (= es ist nicht schlimm), dass er das gesagt hat
umgangssprachlichdas schadet nichts
[er] konnte der Karriere schaden [ KoeppenTod86]
2.
jmdm. Schaden zufügen
Beispiele:
Fehler in der Leitungstätigkeit schadeten dem Betrieb
das viele Rauchen schadet dir, deiner Gesundheit
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) schaden · (jemanden) schädigen · Leid antun · Leid zufügen · Schaden zufügen  ●  (jemandem) eins auswischen  ugs. · (jemanden) in die Pfanne hauen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) schaden · (jemanden) schädigen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) zuleide tun · (jemandem) einen Schaden zufügen · (jemandem) schaden · (jemanden) schädigen  ●  (jemandem etwas) antun  negativ · (jemandem) (ein) Leid zufügen  veraltend · (jemanden) verletzen  auch figurativ · (jemandem) ein Leid(s) (an)tun  geh., veraltet

Typische Verbindungen zu ›schaden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schaden‹.

Verwendungsbeispiele für ›schaden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst wenn das Land stark verqueckt ist, schadet das nichts. [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 122]
Es schadet durchaus nichts, einmal ohne Schuld benachteiligt zu sein. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 280]
Ich fürchte, mit dem Begriff Mädchen schaden wir uns nur. [Der Spiegel, 21.11.1994]
So wie Rot‑Grün die Ökosteuer realisiert hat, schadet sie dem ökologischen Anliegen. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Die Mehrheit glaubt inzwischen, die Unternehmen schadeten mit ihrem gewinnsüchtigen Verhalten dem Gemeinwohl. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Zitationshilfe
„schaden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schaden>.

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