schalkhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschalk-haft
WortzerlegungSchalk-haft
Wortbildung mit ›schalkhaft‹ als Erstglied: ↗Schalkhaftigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

wie ein Schalk, in der Art eines Schalks, schelmisch
Beispiele:
jmdn. schalkhaft anblicken, necken
sich schalkhaft sträuben
schalkhaft den Kopf schütteln, lächeln
etw. schalkhaft sagen
ein schalkhafter Mensch
ein schalkhaftes Lächeln, Schmunzeln, Gesicht, ein schalkhafter Mund
er hat schalkhafte Augen
Überhaupt war das edle Gesicht nicht ohne schalkhafte Züge [K. MannMephisto93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schalk · schalkhaft
Schalk m. ‘hinterlistiger Mensch, Schelm, listiger Spaßvogel’. Ahd. scalc (8. Jh.), mhd. schalc, asächs. skalk, mnd. schalk, mnl. scalc, afries. skalk, aengl. scealc, anord. skalkr, got. skalks stehen für ‘Unfreier, Knecht, Diener, Untertan’ (s. auch ↗Marschall). Daraus entwickelt sich im Mhd. die Bedeutung ‘arglistiger, böser, hinterhältiger Mensch’, die im 18. Jh. in ‘Spötter, Schelm, Spaßvogel’ übergeht. Die Herkunft von germ. *skalka- m. ist nicht geklärt. Man hat die Bezeichnung auf den Namen eines unterworfenen Volkes, z. B. megalithischer Bewohner Norddeutschlands, zurückzuführen versucht unter Annahme von ie. *kal- ‘Fels, Stein’ mit griech. chálix (χάλιξ) ‘kleiner Stein, Kies’, lat. calx ‘Stein, Kalkstein’, got. skalja ‘Ziegel’. Als vermittelnde Bedeutung wäre dann ‘Steinarbeiter’ anzunehmen. Weitere Erklärungsversuche bei Feist ³428 und de Vries Nl. 606; dazu vgl. noch Knobloch in: Muttersprache (1979) 45 f., der Herleitung von spätlat. *scalcus, mlat. scalcius ‘barfüßig’, scalciatus ‘barhäuptig, geschoren’ für möglich hält. schalkhaft Adj. ‘wie ein Schalk, schelmisch’, mhd. schalchaft ‘arg-, hinterlistig, boshaft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
schalkhaft · ↗schelmenhaft · ↗schelmisch · ↗spitzbübisch · ↗verschmitzt  ●  ↗pikaresk  geh., franz. · ↗pikarisch  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grinsen Lächeln blitzen blitzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schalkhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem schalkhaften Lächeln gab der Greis, der fraglos keine Leiter mehr besteigen kann, die Erklärung.
Die Zeit, 01.06.1950, Nr. 22
Er gedachte das auf eine schalkhafte Art zu tun, obenhin, nebensächlich.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 132
Wer ihn kannte, wer nur einmal in dieses lebensvolle und schalkhafte Auge hinter dem Glas geblickt hat, fühlte sich diesem Manne ergeben.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 09.03.1925
Ihre Koloraturen dienen nicht nur zur Darstellung ihres Zorns, sondern auch zur Charakterisierung ihres schalkhaften Wesens.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 158
Mit einer schalkhaften Verbeugung gegen die Gesellschaft nahm sie den Arm des Prinzen, den er ihr anbot, und verließ mit ihm den Saal.
Meysenbug, Malwida von: Himmlische und irdische Liebe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9387
Zitationshilfe
„schalkhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schalkhaft>, abgerufen am 19.04.2019.

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