Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schallen

Grammatik Verb · schallt, schallte, hat geschallt
Nebenform gehoben, veraltend schallen · Verb · scholl
Aussprache 
Worttrennung schal-len
Wortbildung  mit ›schallen‹ als Letztglied: beschallen · durchschallen · entgegenschallen · erschallen · heraufschallen · hereinschallen · herunterschallen · herüberschallen · hinüberschallen · verschallen · widerschallen · zurückschallen
eWDG

Bedeutung

etw. schalltetw. tönt laut, weithin hörbar (und nachhallend)
Beispiele:
etw. schallt hell, dumpf, laut, durchdringend
ein Schrei, Schuss, Ruf schallt
Schritte schallen durch die Nacht
die Turmuhr, Glockengeläut schallt über die Stadt
eine Stimme schallt aus dem Lautsprecher
er schlug die Tür zu, dass es nur so schallte
es schallen Pauken, Trompeten, Posaunen
er lachte, dass es schallte
der Gesang der Mädchen schallte weithin über das Wasser
Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süßer Klang [Volkslied]
Aus dem Kaffeehaus tönte die Musik, scholl Stimmengewirr und Tassenklirren [ J. RothRadetzkymarsch308]
und als wir auf den Marktplatz kamen, haben wir sie [die Internationale] wieder angestimmt. Junge, hat das geschallt [ H. KantAula108]
schallend (= laut, durchdringend)
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
schallend (auf‑, los‑, heraus‑)lachen
in ein schallendes Gelächter ausbrechen
etw. mit schallender Stimme rufen
jmdm. eine schallende (= kräftige) Ohrfeige geben
etw. erzeugt einen starken Widerhall
Beispiele:
das Geschrei der Kinder, die laute Musik schallte mir noch lange in den Ohren
die leeren Räume schallten
Wenn zehn Gefangene ein wenig laut sind, schallt es in diesem Haus aus Zement und Eisen [ FalladaWolf1,105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schall · schallen
Schall m. ‘Klang, Ton, Geräusch’, in der Physik ‘wellenförmig sich ausbreitende akustische Schwingungen’, ahd. scal (Hs. 12. Jh.; zuvor hornscal, um 1000), mhd. mnd. schal ‘lauter Ton, Geräusch, Getöse, Gesang, Gelächter, Jubel, Klage, Geschrei’, mnl. scal, nl. schal, schwed. skall ist mit Ablaut zu dem unter Schelle1 (s. d.) angeführten starken Verb für ‘tönen’ (im älteren Nhd. schellen) gebildet. schallen Vb. ‘laut und nachhallend tönen, weithin hörbar sein’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb löst starkes schellen ‘tönen’ (s. Schelle1) ab (17. Jh.), übernimmt aber zum Teil dessen starke Präteritalformen (so stehen noch heute schallte und scholl nebeneinander).

Typische Verbindungen zu ›schallen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schallen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schallen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und jetzt – jetzt scholl wieder dieses klebrige Lachen – ringsumher aus den Ecken. [Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 343]
Es schallte im Raum, man verstand nichts, ich war nur wenige Minuten drin. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 106]
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder hinaus. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]]
Und aus den Fenstern schallt laut die Musik der Rolling Stones. [Die Zeit, 22.05.1992, Nr. 22]
Das Echo war weniger schrill als gewöhnlich, dafür schallte es aus den unterschiedlichsten Richtungen. [Die Zeit, 07.11.1975, Nr. 46]
Zitationshilfe
„schallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schallen>.

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