schallen

GrammatikVerb · schallt, schallte, hat geschallt
Nebenform gehoben, veraltend schallen · Verb · schallt, scholl, hat geschallt
Aussprache
Worttrennungschal-len
Wortbildung mit ›schallen‹ als Letztglied: ↗durchschallen · ↗entgegenschallen · ↗erschallen · ↗heraufschallen · ↗hereinschallen · ↗herunterschallen · ↗herüberschallen · ↗hinüberschallen · ↗verschallen · ↗widerschallen · ↗zurückschallen
 ·  mit ›schallen‹ als Grundform: ↗beschallen
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. schalltetw. tönt laut, weithin hörbar (und nachhallend)
Beispiele:
etw. schallt hell, dumpf, laut, durchdringend
ein Schrei, Schuss, Ruf schallt
Schritte schallen durch die Nacht
die Turmuhr, Glockengeläut schallt über die Stadt
eine Stimme schallt aus dem Lautsprecher
er schlug die Tür zu, dass es nur so schallte
es schallen Pauken, Trompeten, Posaunen
er lachte, dass es schallte
der Gesang der Mädchen schallte weithin über das Wasser
Aus dem Kaffeehaus tönte die Musik, scholl Stimmengewirr und Tassenklirren [J. RothRadetzkymarsch308]
und als wir auf den Marktplatz kamen, haben wir sie [die Internationale] wieder angestimmt. Junge, hat das geschallt [H. KantAula108]
Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süßer Klang [Volkslied]
schallendlaut, durchdringend
Grammatik: oft im Part. Präs.
Beispiele:
schallend (auf-, los-, heraus-)lachen
in ein schallendes Gelächter ausbrechen
etw. mit schallender Stimme rufen
jmdm. eine schallende (= kräftige) Ohrfeige geben
etw. erzeugt einen starken Widerhall
Beispiele:
das Geschrei der Kinder, die laute Musik schallte mir noch lange in den Ohren
die leeren Räume schallten
Wenn zehn Gefangene ein wenig laut sind, schallt es in diesem Haus aus Zement und Eisen [FalladaWolf1,105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schall · schallen
Schall m. ‘Klang, Ton, Geräusch’, in der Physik ‘wellenförmig sich ausbreitende akustische Schwingungen’, ahd. scal (Hs. 12. Jh.; zuvor hornscal, um 1000), mhd. mnd. schal ‘lauter Ton, Geräusch, Getöse, Gesang, Gelächter, Jubel, Klage, Geschrei’, mnl. scal, nl. schal, schwed. skall ist mit Ablaut zu dem unter ↗Schelle (s. d.) angeführten starken Verb für ‘tönen’ (im älteren Nhd. schellen) gebildet. schallen Vb. ‘laut und nachhallend tönen, weithin hörbar sein’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb löst starkes schellen ‘tönen’ (s. ↗Schelle) ab (17. Jh.), übernimmt aber zum Teil dessen starke Präteritalformen (so stehen noch heute schallte und scholl nebeneinander).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blätterwald Box Boxen Gelächter Kehle Kinderlachen Lautsprecher Lautsprecheranlage Lautsprecherwagen Marschmusik Megaphon Posaune Ruf Schlachtruf Sprechchor entgegen entgegenschallen hallen herab herauf heraufschallen herausschallen herein herüber herüberschallen hinauf hineinschallen lauter wider zurückschallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und das Klimpern des Pianisten schallt hinauf bis in den zweiten Stock.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.1995
Es schallte im Raum, man verstand nichts, ich war nur wenige Minuten drin.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 106
Und jetzt - jetzt scholl wieder dieses klebrige Lachen - ringsumher aus den Ecken.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 343
Es scholl aber dieses Mal den Kindern kein Singen und kein Lärmen voraus.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 62
So wie man in mich hineinruft, so schallt es hinaus.
Bild, 25.09.2003
Zitationshilfe
„schallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schallen>, abgerufen am 20.11.2019.

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