schalten

Grammatik Verb · schaltet, schaltete, hat geschaltet
Aussprache 
Worttrennung schal-ten
Mehrwortausdrücke  auf stur schalten
eWDG

Bedeutungen

1.
ein Gerät, eine Anlage schaltendie für ein Gerät, eine Anlage bestimmten Schalter betätigen und dadurch einen technischen Vorgang auslösen
Beispiele:
ein elektrisches Gerät, eine Maschine auf eine bestimmte Leistung schalten
den Ofen auf heiß, Mittelhitze schalten
die Ampel auf Rot schalten
ein Kraftwerk an das Netz schalten (= anschließen)
die Telekom schaltete weitere Leitungen frei (= nahm weitere Leitungen in Betrieb)
der Verkehrspolizist schaltete, und die Ampel zeigte grünes Licht
Daraus errechnet er [der Automat], […] wie das Verbundnetz zu schalten ist [ Urania1962]
übertragen
Beispiel:
das Medium des »Freundes« zwischen mich und den Gegenstand zu schalten (= einzufügen), also das Leben Adrian Leverkühns nicht selbst zu erzählen, sondern es erzählen zu lassen [ Th. Mann12,197]
2.
die Gangschaltung, besonders bei einem Kraftfahrzeug, betätigen, um eine höhere oder niedrigere Geschwindigkeit einzustellen
Beispiele:
gut, rechtzeitig, ruckartig schalten
kuppeln und schalten
vom dritten auf, in den vierten Gang schalten
der Wagen schaltet sich leicht
3.
umgangssprachlich jmd. schaltet schnelljmd. begreift, reagiert schnell
Beispiele:
er hatte nicht schnell genug geschaltet
langsam, falsch, (nicht gleich) richtig schalten
Es ist eben [beim Fußballspiel] schwer, im Bruchteil einer Sekunde zu schalten [ LoestSportgesch.138]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schalten · Schalter · Schaltjahr
schalten Vb. ‘mit etw. umgehen, herrschen, wirtschaften, einen Hebel, Schalter betätigen’. Das ursprünglich stark flektierende (reduplizierende) Verb ahd. scaltan ‘(ein Schiff) stoßen, schieben, fortbewegen’ (9. Jh.), mhd. schalten, schalden ‘mit der Stange fortstoßen, mit dem Ruder in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen’, asächs. skaldan läßt sich vielleicht über das zugehörige ahd. scalta (10. Jh.), mhd. schalte ‘Stange zum Fortstoßen des Schiffes’, wenn ursprünglich ‘abgeschnittene Stange’, auf eine Bildung mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ zurückführen (wozu auch Schild1 und Schale1, Schale2). Schwache Flexion begegnet zuerst im Md. des 14. Jhs.; sie wird vom 16. Jh. an vorherrschend. Wohl unter Einfluß von walten (s. d.) setzt sich im 16. Jh. auch die übertragene Bedeutung ‘lenken, leiten, herrschen, wirtschaften’ durch, vgl. formelhaftes schalten und walten (16. Jh.). Ausgehend von der Bedeutung ‘eine Stange, einen Pflock oder Hebel betätigen’ und unter dem Einfluß von Schalter (s. unten) gewinnt in neuerer Sprache im technischen, zumal elektrotechnischen Bereich schalten mit seinen Präfixbildungen wie ab-, aus-, ein-, umschalten weite Verbreitung. Schalter m. (den verschiedenen Bedeutungen des Verbs folgend) ‘Lenker, Leiter’ (17. bis 19. Jh., danach kaum noch üblich); ‘Gerät zum Schalten’, z. B. ‘Pflock, Riegel’ (15. Jh.), dazu ‘Hebel, Schieber, Vorrichtung zum Schließen oder Unterbrechen eines Stromkreises’ (19. Jh.); ‘Verschlußstück einer Öffnung, Fensterladen’ (18. Jh.), auch ‘Schiebefenster’, das bei Öffnung den Verkehr zwischen Diensttuendem und Publikum ermöglicht (19. Jh.), dann überhaupt ‘Ort, Stelle an einem langen Tisch, einer Theke, wo Publikum bedient bzw. abgefertigt wird’ (20. Jh.). Schaltjahr n. ‘durch den eingeschobenen 29. Februar um einen Tag verlängertes Jahr’, ahd. scaltjār (8. Jh.), mhd. schaltjār; eigentlich ‘Jahr, in dem (ein Tag) eingestoßen, eingeschoben wird’.

Typische Verbindungen zu ›schalten‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schalten‹.

Verwendungsbeispiele für ›schalten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von heute, Montag, 0 bis 16 Uhr sind die Leitungen geschaltet.
Bild, 18.08.2003
Wir müssen nun langsam vom zweiten in den dritten Gang schalten ", sagte er.
Der Tagesspiegel, 14.09.2000
Die Auswärtigen Ämter schalteten sich kurz, im deutschfranzösischen Fall bis hin zum regelmäßigen Austausch von Beamten.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 403
Es zeigte sich aber alles andere als einsichtig und schaltete auf stur.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 49
Denn nur im eigenen Haus kann man nach Belieben schalten und walten.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 54
Zitationshilfe
„schalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schalten#1>, abgerufen am 16.01.2022.

Weitere Informationen …

schalten

Grammatik Verb · schaltet, schaltete, hat geschaltet
Aussprache 
Worttrennung schal-ten
Mehrwortausdrücke  schalten und walten
eWDG

Bedeutung

mit voller Verfügungsgewalt tätig sein, über etw. gebieten
schalten und walten
Beispiele:
in der Wirtschaft, Küche, im Hause schalten und walten
frei, nach Belieben, Gutdünken schalten und walten (können)
jmdn. schalten und walten lassen, wie es ihm beliebt
gehoben, veraltend
Beispiele:
(mit etw., mit dem Geld) frei, nach eigenem Ermessen, nach Belieben, Gutdünken schalten
So schaltete Herr Stawenüter ... als Pächter der Schloßwirtschaft, Kastellan und Fasanenmeister [ Th. MannKönigl. Hoheit7,263]
die selbstverständliche Art, mit einem Wissen zu schalten, das die Dinge einfach machte [ KasackStadt75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schalten · Schalter · Schaltjahr
schalten Vb. ‘mit etw. umgehen, herrschen, wirtschaften, einen Hebel, Schalter betätigen’. Das ursprünglich stark flektierende (reduplizierende) Verb ahd. scaltan ‘(ein Schiff) stoßen, schieben, fortbewegen’ (9. Jh.), mhd. schalten, schalden ‘mit der Stange fortstoßen, mit dem Ruder in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen’, asächs. skaldan läßt sich vielleicht über das zugehörige ahd. scalta (10. Jh.), mhd. schalte ‘Stange zum Fortstoßen des Schiffes’, wenn ursprünglich ‘abgeschnittene Stange’, auf eine Bildung mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ zurückführen (wozu auch Schild1 und Schale1, Schale2). Schwache Flexion begegnet zuerst im Md. des 14. Jhs.; sie wird vom 16. Jh. an vorherrschend. Wohl unter Einfluß von walten (s. d.) setzt sich im 16. Jh. auch die übertragene Bedeutung ‘lenken, leiten, herrschen, wirtschaften’ durch, vgl. formelhaftes schalten und walten (16. Jh.). Ausgehend von der Bedeutung ‘eine Stange, einen Pflock oder Hebel betätigen’ und unter dem Einfluß von Schalter (s. unten) gewinnt in neuerer Sprache im technischen, zumal elektrotechnischen Bereich schalten mit seinen Präfixbildungen wie ab-, aus-, ein-, umschalten weite Verbreitung. Schalter m. (den verschiedenen Bedeutungen des Verbs folgend) ‘Lenker, Leiter’ (17. bis 19. Jh., danach kaum noch üblich); ‘Gerät zum Schalten’, z. B. ‘Pflock, Riegel’ (15. Jh.), dazu ‘Hebel, Schieber, Vorrichtung zum Schließen oder Unterbrechen eines Stromkreises’ (19. Jh.); ‘Verschlußstück einer Öffnung, Fensterladen’ (18. Jh.), auch ‘Schiebefenster’, das bei Öffnung den Verkehr zwischen Diensttuendem und Publikum ermöglicht (19. Jh.), dann überhaupt ‘Ort, Stelle an einem langen Tisch, einer Theke, wo Publikum bedient bzw. abgefertigt wird’ (20. Jh.). Schaltjahr n. ‘durch den eingeschobenen 29. Februar um einen Tag verlängertes Jahr’, ahd. scaltjār (8. Jh.), mhd. schaltjār; eigentlich ‘Jahr, in dem (ein Tag) eingestoßen, eingeschoben wird’.

Typische Verbindungen zu ›schalten‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schalten‹.

Verwendungsbeispiele für ›schalten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von heute, Montag, 0 bis 16 Uhr sind die Leitungen geschaltet.
Bild, 18.08.2003
Wir müssen nun langsam vom zweiten in den dritten Gang schalten ", sagte er.
Der Tagesspiegel, 14.09.2000
Die Auswärtigen Ämter schalteten sich kurz, im deutschfranzösischen Fall bis hin zum regelmäßigen Austausch von Beamten.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 403
Es zeigte sich aber alles andere als einsichtig und schaltete auf stur.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 49
Denn nur im eigenen Haus kann man nach Belieben schalten und walten.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 54
Zitationshilfe
„schalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schalten#2>, abgerufen am 16.01.2022.

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