schamhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungscham-haft (computergeneriert)
WortzerlegungScham-haft
Wortbildung mit ›schamhaft‹ als Erstglied: ↗Schamhaftigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

Scham empfindend, zeigend, voller Scham
Beispiele:
ein Gefühl schamhaft verbergen
etw. schamhaft verschweigen
schamhaft lächeln, die Augen senken
schon oft habe ich mich im stillen darüber gefreut, daß wir zwei alten Wüstlinge im Grunde so rührend schamhaft sind [Hesse3,605]
ein schamhaftes (= ein durch Schamgefühl hervorgerufenes, züchtiges) Rot übergoß ein mädchenhaft süßes Gesicht [G. Hauptm.4,414]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scham · schämen · beschämen · verschämt · unverschämt · schamhaft · schamlos
Scham f. ‘das Gefühl, bloßgestellt zu werden oder zu sein, Scheu, Verlegenheit’, ahd. scama ‘Beschämung, Zerknirschung, Bestürzung, Schande’ (8. Jh.), mhd. schame, auch ‘Ärgernis’ und (verhüllend, wie noch heute) ‘Geschlechtsteile’, asächs. skama, mnd. schām(e), mnl. scāme, aengl. sc(e)amu, engl. shame (germ. *skamō f.) und das schwache Verb got. skaman ‘sich schämen’ haben keine sicheren Anknüpfungen außerhalb des Germ., so daß die Etymologie ungeklärt bleibt. Eine Herleitung von der Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ (s. ↗Hemd) ist wenig wahrscheinlich. schämen Vb. reflexiv ‘Scham empfinden’, ahd. scamēn (8. Jh.), scamōn (9. Jh.), mhd. schamen, schemen, schämen, auch ‘schmähen, schänden’. beschämen Vb. ‘Schamgefühl bereiten, verlegen machen’, mhd. beschemen ‘in Schmach oder Scham bringen, schänden’. verschämt Part.adj. ‘scheu, voller Schamgefühl’ (18. Jh.), ‘schamlos, voller Schande’ (16. Jh.); vgl. mhd. verschemen, verschamen ‘in Scham, Schande versinken’ und ahd. firscamēn ‘aufhören, sich zu schämen’ (um 1000). unverschämt Part.adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, spätmhd. unverschamet. schamhaft Adj. ‘voller Scham, scheu, schüchtern’, ahd. scamahaft (8. Jh.), mhd. schamehaft. schamlos Adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, ahd. scamalōs (10. Jh.), mhd. scham(e)lōs.

Thesaurus

Synonymgruppe
prüde · schamhaft · ↗spröde · ↗verschämt · wie eine Jungfrau · ↗zimperlich  ●  ↗genant  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schweigen Umschreibung Verschweigen Verstecken Zurückhaltung abwenden ausschweigen bedecken beinahe bisher ebenso eher erröten fast gern lieber meist oft schweigen sonst umschreiben verbergen verdecken verhüllen verschweigen verschwiegen verstecken versteckt wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schamhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angesichts der Entwicklung hilft es wenig, das Problem weiter schamhaft zu verschweigen.
Der Tagesspiegel, 05.03.2003
Außerdem hat es auch - zunächst allerdings noch schamhaft versteckt - unmittelbares Interesse an einigen angrenzenden spanischen Gebietsteilen.
Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 02.03.1932
Sie war nämlich sehr schamhaft und hielt beim Lachen immer die Hand vor den Mund, selbst vor Kindern.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 113
So hemmungslos und frisch heraus man sich gestern noch gegeben hatte, so schamhaft war man jetzt.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 303
Angekommen, lungerten sie lange schamhaft mit schußbereiten Kameras hinter Büschen.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 288
Zitationshilfe
„schamhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schamhaft>, abgerufen am 16.10.2019.

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