scharmutzieren

GrammatikVerb · scharmutzierte, hat scharmutziert
Aussprache
Worttrennungschar-mut-zie-ren (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet mit jmdm. scharmutzierenmit jmdm. liebäugeln, flirten
Beispiel:
Er saß in Kneipen und Weinlokalen ... scharmutzierte mit den Kellnerinnen [KästnerJunge132]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scharmützel · scharmütze(l)n · scharmutzieren
Scharmützel n. ‘kleines militärisches Gefecht, Geplänkel’, spätmhd. scharmutzel, scharmützel (14. Jh.), scharmutz (um 1400). Daneben sind bezeugt mfrz. escarmuche, escarmouche (14. Jh.), ital. scaramuccio (14. Jh.), span. escaramuza (15. Jh.), port. escaramuça (16. Jh.), mengl. skarmuch (14. Jh.), so daß Öhmann in: Festschr. Maurer (1963) 77 ff. glaubt, in dem Ausdruck ein „beliebtes militärisches Wanderwort“ sehen zu dürfen. Mhd. scharmutzel, scharmützel ist wohl entlehnt aus ital. scaramuccio m. bzw. obital. scaramuzzo (heute ital. scaramuccia f.), das durch sein Suffix -uccio, -uzzo und durch seine Bedeutung ‘kleines Gefecht’ auch im Dt. die deminutive Endung -el veranlaßt hat. Spätmhd. scharmutz könnte hingegen aus dem Mfrz. stammen. FEW 17, 118 ff. macht wahrscheinlich, daß als Ausgangsform der oben genannten Wortgruppe mfrz. escarmuche f. zu gelten hat. Zugrunde liegt anfrk. *skirmjan ‘schützen’ (s. ↗schirmen), aus dem (als einem Ausdruck ritterlicher Kriegsführung) afrz. mfrz. escremir ‘fechten, verteidigen, schützen’ entlehnt ist. Das dazu gebildete Substantiv afrz. mfrz. escremie ‘Kampf, Gefecht’ sei, da Scharmützel vornehmlich zwischen sich versteckt bewegenden feindlichen Patrouillen entstehen, unter dem Einfluß des Verbs afrz. mucier, nordafrz. muchier ‘(sich) verstecken’ zu mfrz. escarmuche und, da Plänkler mit lästigen Fliegen verglichen werden, unter dem Einfluß von afrz. mosche, mouche ‘Fliege’ zu mfrz. escarmouche umgestaltet worden. Vgl. nl. schermutseling, engl. skirmish. scharmütze(l)n Vb. ‘kämpfen, streiten, plänkeln’ (15. Jh.), nl. schermutselen. scharmutzieren Vb. ‘kämpfen, plänkeln, ein Wortgeplänkel führen, tändeln, flirten’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bebalzen · beturteln · ↗herumschäkern · herumturteln · ↗kokettieren · ↗liebäugeln · ↗schäkern · ↗turteln  ●  ↗flirten  Hauptform · ↗poussieren  veraltet · scharmutzieren  veraltend · ↗tändeln  veraltend · herummachen mit  ugs. · ↗liebeln  ugs. · rummachen mit  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du siehst, mit diesen Gestalten zu scharmutzieren, ist eine Lust.
Die Zeit, 27.01.1964, Nr. 04
Diesbezüglich sicher fühlen können sich allenfalls jene Männer, die im Hotel Berolina scharmutziert haben.
Der Spiegel, 23.04.1990
Auch sonst mögen einzelne Schwärme nicht beim Hauptheer gewesen sein; ein Haufe Alanen beobachtete das Heer Gratians und scharmutzierte mit ihm.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 22113
Zitationshilfe
„scharmutzieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/scharmutzieren>, abgerufen am 15.10.2018.

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