Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schattig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schat-tig
Wortzerlegung Schatten -ig
Wortbildung  mit ›schattig‹ als Erstglied: Schattigkeit
eWDG

Bedeutung

von Schatten erfüllt
Beispiele:
ein schattiger Park, Garten, Wald
eine schattige Stube, Laube
im Schatten gelegen
Beispiele:
ein schattiger Weg, Balkon
auf einer schattigen Bank sitzen
sich [Dativ] ein schattiges Plätzchen suchen
die Zimmerpflanze gedeiht nur an einem schattigen Standort
schattenspendend
Beispiel:
schattiges Laub
durch Schatten verursacht
Beispiele:
schattige Kühle
dichterischindes ihre blauen Augen sich schattig verdunkelten [ Th. MannLotte7,537]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatten · schatten · beschatten · überschatten · schattieren · schattig · Schattenbild · Schattenriß · Schattenspiel
Schatten m. ‘hinter einem beleuchteten Körper entstehende dunkle Fläche, deren Umriß dem des Körpers entspricht, Dunkel, Dämmerung, visionäre Erscheinung, Geist’, auch ‘Sorge, Kummer, Spur, Anzeichen’. Die teils auf einem maskulinen, teils auf einem femininen w-Stamm (germ. *skaþwa- m., *skaþwō f.) beruhenden germ. Formen ahd. scato, Genitiv scatawes (8. Jh.), mhd. schate, auch schatewe, schetewe, asächs. skado, mnd. schāde, aengl. sc(e)adu, mengl. sceadewe, shadewe, engl. shade, shadow, mnl. scāde, scāduwe, nl. schaduw, got. skadus lassen sich mit griech. skótos (σκότος) ‘Finsternis, Dunkel’ und dehnstufigem air. scāth ‘Schatten, Schutz, Spiegel’ verbinden. Weiteres ist nicht mit Sicherheit auszumachen. Bereits das Mhd. zeigt auch schwache Flexion, aus deren obliquen Kasus sich die moderne Form Schatten entwickelt. schatten Vb. ‘Schatten werfen, geben’, ahd. scatawen (8. Jh.), mhd. schatewen, schetewen ‘Schatten geben’, unpersönlich ‘schattig, dunkel werden’. Das bereits im Mhd. seltene Verb wird im 18. Jh. (durch Klopstock) wieder aufgenommen, bleibt aber nur in poetischer Sprache erhalten. beschatten Vb. ‘mit Schatten versehen’, ahd. biscatawen (9. Jh.), mhd. beschatewen, -schetewen. Nhd. jmdn. beschatten ‘(wie ein Schatten) unbemerkt (ver)folgen’ (1. Hälfte 20. Jh.) ist eine Wiedergabe von engl. to shadow und wird durch Kriminalromane verbreitet; danach auch in der Sportsprache seinen Gegner beschatten. überschatten Vb. (16. Jh.). schattieren Vb. ‘Schatten einzeichnen, eine Farbe durch Hell und Dunkel abtönen’, Ausdruck der Malerei (17. Jh.). schattig Adj. ‘voller Schatten, Schatten gebend’ (15. Jh.). Schattenbild n. ‘auf eine durchscheinende, beleuchtete Wand als Schatten geworfenes Bild’, auch ‘Trugbild’ (17. Jh.). Schattenriß m. ‘schwarz ausgefüllte Umrißzeichnung eines Körpers nach seinem Schatten’ (17. Jh.). Schattenspiel n. Art des Puppenspiels, bei dem Schatten von Figuren auf eine beleuchtete, lichtdurchlässige Wand geworfen werden (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schatten spendend · schattig · sonnenlos

Typische Verbindungen zu ›schattig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schattig‹.

Verwendungsbeispiele für ›schattig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie nimmt es aber auch selbst noch im schattigen Raum auf sich, vortrefflich zu wachsen. [Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 147]
Eine ältere Frau ist damit beschäftigt, sich auf einer schattigen Bank niederzulassen. [Die Zeit, 02.07.1982, Nr. 27]
Der schattige Garten sei eine stadtteilbezogene Einrichtung, die mächtigen Bäume schützenswert. [Süddeutsche Zeitung, 05.09.2002]
Schattig sollte es sein, mit hohen Bäumen zwischen gepflasterten Wegen. [Süddeutsche Zeitung, 23.11.2001]
Auf den mäßig ansteigenden Kehren durch den schattigen Wald kommen wir zügig voran. [Süddeutsche Zeitung, 27.08.1999]
Zitationshilfe
„schattig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schattig>.

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