schatzen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schat-zen
Wortbildung  mit ›schatzen‹ als Erstglied: ↗Schatzung
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet etw., jmdn. mit hohen Abgaben, Steuern belegen, ausplündern
Beispiel:
Der Tempel geplündert! Die edlen Vaterhäuser geschatzt! [ WerfelJeremias363]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatz · schatzen · schätzen · schätzbar · unschätzbar · Schätzung
Schatz m. ‘angehäufte Kostbarkeiten (besonders Schmuck, Edelsteine, Geld), Wertgegenstände, Reichtümer (vgl. Kunst-, Bodenschätze), geachtete, geliebte Person’, ahd. scaz ‘Münze, Geld, Reichtum’ (8. Jh.), mhd. scha(t)z ‘verarbeitetes Edelmetall, Geld und Gut, Reichtum, Tribut, Steuer, Wert, Preis’, asächs. skatt, mnd. schat, mnl. scat, nl. schat, aengl. sceatt, anord. skattr ‘Steuer, Schatz’, schwed. skatt, got. skatts ‘Münze, Geld’, afries. sket, schet, schat ‘Geld, Vieh’ (germ. *skatta-) haben keine außergerm. Verwandten und sind etymologisch ungeklärt. Die wohl älteste, im Afries. bezeugte Bedeutung ‘Vieh’ findet sich wieder in wahrscheinlich aus dem Germ. entlehntem aslaw. skotъ ‘Vieh, Haustier’, russ. skot (скот) ‘Vieh’, so daß man eine Entwicklung von ‘Vieh’ als Zeichen des Reichtums zu ‘Geld, Besitz’ annehmen kann (vgl. dazu lat. pecū ‘Vieh’ und pecūnia ‘Vermögen, Geld’, s. ↗Vieh und die dort dargestellte Entwicklung im Germ.). de Vries Nl. 609 f. (wo zahlreiche, letztlich nicht befriedigende Herleitungsversuche angeführt werden) erwägt, da Bedeutungen wie ‘Zins, Steuer’ dem Germ. fremde Begriffe seien, Rückführung der Formen auf ein östliches Wanderwort. Im 13. Jh. steht Schatz im Sinne von ‘niedergelegter, angehäufter Reichtum’ neben ↗Hort (s. d.) und wird im 15. Jh. Bezeichnung für ‘das Liebste, das größte Glück, den liebsten Menschen’. schatzen Vb. ‘Reichtümer ansammeln’ (bis ins 17. Jh.), ahd. scazzōn (9. Jh.), mhd. schatzen; die daneben im Mhd. bezeugte Bedeutung ‘besteuern, mit einer Abgabe belegen’ lebt weiter in dem Denominativum ↗brandschatzen (s. d.). schätzen Vb. ‘den Wert (eines Vermögens) beurteilen, taxieren, vermuten’, übertragen ‘achten, verehren’, mhd. schetzen ‘Geld abnehmen, besteuern, Lösegeld auferlegen, nach Wert oder Zahl veranschlagen, glauben, meinen’. schätzbar Adj. ‘so beschaffen, daß der Wert bestimmt, daß taxiert werden kann’ (17. Jh.); vgl. vom Substantiv abgeleitetes spätmhd. schazbære ‘kostbar’. unschätzbar Adj. ‘nicht taxierbar’ (17. Jh.), ‘sehr kostbar, außerordentlich wertvoll’ (16. Jh., besonders geläufig seit dem 18. Jh.). Schätzung f. ‘ungefähre Berechnung, Taxierung, Verehrung, Achtung’, mhd. schatzunge, schetzunge ‘Besteuerung, Taxierung’.

Typische Verbindungen zu ›schatzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schatzen‹.

Verwendungsbeispiel für ›schatzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch in Algerien schatzt man die Ostberliner Betriebsamkeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens.
Die Zeit, 22.01.1965, Nr. 04
Zitationshilfe
„schatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schatzen>, abgerufen am 30.11.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schätzel
Schätzchen
Schatzbrief
Schätzbarkeit
schätzbar
schätzen lernen
schätzenswert
Schätzer
Schätzergebnis
Schatzfund