Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schaufeln

Grammatik Verb · schaufelt, schaufelte, hat/ist geschaufelt
Aussprache 
Worttrennung schau-feln
GrundformSchaufel
Wortbildung  mit ›schaufeln‹ als Erstglied: Schaufler  ·  mit ›schaufeln‹ als Letztglied: aufschaufeln · ausschaufeln · einschaufeln · frei schaufeln · freischaufeln · hineinschaufeln · reinschaufeln · umschaufeln · wegschaufeln · zusammenschaufeln · zuschaufeln
Mehrwortausdrücke  sich sein eigenes Grab schaufeln
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit der Schaufel von einer Stelle an eine andere bringen, werfen, schütten
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Sand, Kies, Steine vom Lastkraftwagen schaufeln
Kohlen in den Keller schaufeln
Kartoffeln, Getreide in Säcke schaufeln
Schnee schaufeln (= aus dem Wege räumen)
bildlich
Beispiel:
Schaufeln her, Mensch, schaufeln wir den ganzen / Klumpatsch [der Nazizeit] heiter jetzt aus unserm Staat [ BrechtGedichte279]
2.
mit der Schaufel eine Vertiefung, einen Hohlraum (im Erdreich) ausheben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
eine Graben, eine Grube schaufeln
Wege durch den Schnee schaufeln
ein frisch geschaufeltes Grab
bildlich
Beispiel:
sich [Dativ] sein eigenes Grab schaufeln (= seinen Untergang selbst herbeiführen)
3.
sich mit Hilfe von Schaufelrädern fortbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
der Raddampfer schaufelte flussaufwärts
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaufel · Schaufler · schaufeln
Schaufel f. Werkzeug mit (metallenem) Trageblatt und langem Stiel, ahd. scūfla (8. Jh.), scūvala (8./9. Jh.), mhd. schūvel(e), mnd. schūfele, asächs. windskūfla ‘Wurfschaufel’ und (mit kurzem Vokal) mnd. schüffel(e), mnl. schuffel, nl. schoffel, aengl. scofl, engl. shovel, schwed. skovel (germ. *skūblō, *skublō) sind (in unterschiedlichen Ablautstufen) mit femininem l-Suffix gebildete Gerätebezeichnungen (s. auch Kurbel, Spindel, Windel) zu der unter schieben (s. d.) verzeichneten Wurzelerweiterung ie. *skeub(h)- ‘(flink) dahinschießen, schieben, stoßen’. Schaufel ist daher als ein ‘Gerät, mit dem oder auf das etw. geschoben wird’ zu verstehen. Schaufler m. ‘Elch oder Damhirsch, dessen Geweihstangen Schaufeln bilden’ (18. Jh.), zu Schaufel ‘schaufelförmig verbreitertes Geweih’ (18. Jh.). schaufeln Vb. ‘mit Hilfe einer Schaufel aufnehmen und transportieren’, mhd. schūveln.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausheben · baggern · buddeln · graben · schaufeln · schippen
Synonymgruppe
schaufeln · schöpfen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schaufeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schaufeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schaufeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wind um die Ecke schaufeln, haben wir das früher genannt. [konkret, 1994]
Wenn wir das nicht tun, schaufeln wir das Grab für unsere eigene Industrie. [Der Spiegel, 28.08.1989]
Aber niemand kann es uns verdenken, wenn wir uns weigern, unser eigenes Grab zu schaufeln. [Die Zeit, 07.03.1980, Nr. 11]
Wir sehen, wie die Juden gezwungen werden, ihr eigenes Grab zu schaufeln, bevor sie erschossen werden. [Süddeutsche Zeitung, 13.10.2000]
Ursprünglich wollte er auf diesem Gebiet 80 bis 82 Millionen DM frei schaufeln. [Süddeutsche Zeitung, 18.02.2000]
Zitationshilfe
„schaufeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schaufeln>.

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