schaufeln

GrammatikVerb · schaufelte, hat/ist geschaufelt
Aussprache
Worttrennungschau-feln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schaufeln‹ als Letztglied: ↗aufschaufeln · ↗ausschaufeln · ↗einschaufeln · ↗freischaufeln · ↗hineinschaufeln · ↗reinschaufeln · ↗umschaufeln · ↗wegschaufeln · ↗zusammenschaufeln · ↗zuschaufeln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. mit der Schaufel von einer Stelle an eine andere bringen, werfen, schütten
Beispiele:
Sand, Kies, Steine vom Lastkraftwagen schaufeln
Kohlen in den Keller schaufeln
Kartoffeln, Getreide in Säcke schaufeln
Schnee schaufeln (= aus dem Wege räumen)
bildlich
Beispiel:
Schaufeln her, Mensch, schaufeln wir den ganzen / Klumpatsch [der Nazizeit] heiter jetzt aus unserm Staat [BrechtGedichte279]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
mit der Schaufel eine Vertiefung, einen Hohlraum (im Erdreich) ausheben
Beispiele:
eine Graben, eine Grube schaufeln
Wege durch den Schnee schaufeln
ein frisch geschaufeltes Grab
bildlich
Beispiel:
sich [Dativ] sein eigenes Grab schaufeln (= seinen Untergang selbst herbeiführen)
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
sich mit Hilfe von Schaufelrädern fortbewegen
Beispiel:
der Raddampfer schaufelte flussaufwärts
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaufel · Schaufler · schaufeln
Schaufel f. Werkzeug mit (metallenem) Trageblatt und langem Stiel, ahd. scūfla (8. Jh.), scūvala (8./9. Jh.), mhd. schūvel(e), mnd. schūfele, asächs. windskūfla ‘Wurfschaufel’ und (mit kurzem Vokal) mnd. schüffel(e), mnl. schuffel, nl. schoffel, aengl. scofl, engl. shovel, schwed. skovel (germ. *skūblō, *skublō) sind (in unterschiedlichen Ablautstufen) mit femininem l-Suffix gebildete Gerätebezeichnungen (s. auch ↗Kurbel, ↗Spindel, ↗Windel) zu der unter ↗schieben (s. d.) verzeichneten Wurzelerweiterung ie. *skeub(h)- ‘(flink) dahinschießen, schieben, stoßen’. Schaufel ist daher als ein ‘Gerät, mit dem oder auf das etw. geschoben wird’ zu verstehen. Schaufler m. ‘Elch oder Damhirsch, dessen Geweihstangen Schaufeln bilden’ (18. Jh.), zu Schaufel ‘schaufelförmig verbreitertes Geweih’ (18. Jh.). schaufeln Vb. ‘mit Hilfe einer Schaufel aufnehmen und transportieren’, mhd. schūveln.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausheben · ↗buddeln · ↗graben · schaufeln · ↗schippen
Synonymgruppe
schaufeln · ↗schöpfen
Assoziationen
  • löffeln · mit einem Löffel essen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bagger Brennraum Eimer Förderband Grab Grube Heizer Lemur Massengrab Milliardengrab Plastiksack Sand Schlamm Schnee Schubkarre Teller Tief ausschaufeln baggern beiseite freischaufeln hacken heran herausschaufeln hineinschaufeln reinschaufeln schaufeln umschaufeln wegschaufeln zuschaufeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schaufeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sagt "freigeschaufelt", und tatsächlich schaufelt er mit den Händen durch die Luft.
Der Tagesspiegel, 13.03.2001
Wind um die Ecke schaufeln, haben wir das früher genannt.
konkret, 1994
Er schaufelt mit beiden Händen die Steine und den Sand.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 1038
Holt, mit benommenem Kopf, schaufelte am anderen Morgen Schnee, schaufelte Wege über den Hof.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 184
Zitationshilfe
„schaufeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schaufeln>, abgerufen am 16.06.2019.

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