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scheißen

GrammatikVerb · scheißt, schiss, hat geschissen
Aussprache
Worttrennungschei-ßen
Wortbildung mit ›scheißen‹ als Erstglied: ↗Scheißer · ↗Scheißerei  ·  mit ›scheißen‹ als Letztglied: ↗anscheißen · ↗ausscheißen · ↗bescheißen · ↗hinscheißen · ↗verscheißen · ↗vollscheißen · ↗zusammenscheißen · ↗zuscheißen
 ·  mit ›scheißen‹ als Grundform: ↗Geschiss · ↗Schiss
eWDG, 1974

Bedeutung

vulgär
1.
den Darm entleeren, die große Notdurft verrichten
Beispiel:
ein Vogel hatte ihm auf das Revers geschissen
bildlich
Beispiel:
sich [Dativ] vor Angst in die Hose scheißen (= übertrieben viel Angst haben)
auf etw. scheißensich aus etw. nichts machen
Beispiele:
auf jmds. Hilfe scheißen
jmdm. eins scheißen (= nichts mit jmdm. zu tun haben wollen, jmdn. aufsitzen lassen)
2.
eine Blähung abgehen lassen, furzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheißen · Scheiße · Schiet · Schiete · Scheißkerl · Schiß · Anschiß · bescheißen · beschissen · Beschiß · verscheißen · verscheißern · Verschiß · verschissen
scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter ↗scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m. Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(seine) Notdurft verrichten · Kot ausscheiden · ↗defäkieren · den Darm entleeren · ↗koten · stuhlen  ●  (ein) (großes) Geschäft machen  ugs., verhüllend · (ein) Ei legen  ugs., fig. · ↗(sich) entleeren  geh. · ↗(sich) erleichtern  geh. · (sich) lösen (Hund, Katze)  geh. · Aa machen  ugs., Kindersprache · Häufchen machen  ugs. · Kaka machen  ugs., Kindersprache · abkoten  fachspr. · abstuhlen  fachspr. · abwursten  derb · einen abseilen  derb · groß machen  ugs. · ↗kacken  derb · scheißen  derb · ↗versäubern (Hund, Katze)  geh. · ↗wursten  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Stuhlentleerung · ↗Stuhlgang  ●  ↗Defäkation  fachspr. · ↗Egestion  fachspr. · ↗Exkretion  fachspr. · Verdauungsfinale  ugs. · großes Geschäft  ugs.
  • (die) Toilette benutzen (wollen) · (ein) dringendes Bedürfnis verspüren · ↗(mal) auf die Toilette (gehen) müssen · (mal) verschwinden müssen · (mal) wohin müssen · ↗(mal) zur Toilette (gehen) müssen · Stuhldrang haben · groß müssen  ●  (etwas) Dringendes zu erledigen haben  fig., verhüllend · (ein) menschliches Rühren verspüren  ugs., verhüllend · ↗(mal) müssen  ugs. · aufs Klo müssen  ugs.
  • auf die Toilette gehen · aufs Klo gehen  ●  (sich) frisch machen  verhüllend · scheißen gehen  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Ausländer Bett Dukaten Ecke Hauf Haufen Hirn Hose Hund Kopf Taube Teufel Vogel Weib Windel anscheißen drauf du fressen häufig ihr immer kotzen pissen scheißen voll was zusammenscheißen zuscheißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›scheißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du sagst, du bist ein Punk, dein Ego macht mich krank, scheiß doch auf das System, du lebst mir zu bequem.
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2004
Nicht reden und nicht essen, nichts mehr aufnehmen, nichts mehr von sich geben, aufhören zu pissen und zu scheißen.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 378
Ämter, daß man auf sie scheißt, dazu bestenfalls sind sie nützlich.
Kunert, Guenter: Im Namen der Huete. Muenchen: Carl Hanser Verlag, 1967, S. 57
Da sitzt jemand im Laub und scheißt und singt dabei, meldete er.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 176
Die Taube flog in den Himmel und verlor eine Feder, kam zurück und schiß vom Dachsims hinunter auf die Fußmatte vom Puff.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 249
Zitationshilfe
„scheißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/scheißen>, abgerufen am 15.12.2019.

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