scheißen

Grammatik Verb · scheißt, schiss, hat geschissen
Aussprache 
Worttrennung schei-ßen
Wortbildung  mit ›scheißen‹ als Erstglied: Scheißer · Scheißerei · Scheißhaus
 ·  mit ›scheißen‹ als Letztglied: anscheißen · ausscheißen · bescheißen · hinscheißen · verscheißen · vollscheißen · zusammenscheißen · zuscheißen
 ·  mit ›scheißen‹ als Grundform: Geschiss · Scheiße · Schiss
eWDG

Bedeutung

vulgär
1.
den Darm entleeren, die große Notdurft verrichten
Beispiel:
ein Vogel hatte ihm auf das Revers geschissen
bildlich
Beispiel:
sich [Dativ] vor Angst in die Hose scheißen (= übertrieben viel Angst haben)
auf etw. scheißensich aus etw. nichts machen
Beispiele:
auf jmds. Hilfe scheißen
jmdm. eins scheißen (= nichts mit jmdm. zu tun haben wollen, jmdn. aufsitzen lassen)
2.
eine Blähung abgehen lassen, furzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheißen · Scheiße · Schiet · Schiete · Scheißkerl · Schiß · Anschiß · bescheißen · beschissen · Beschiß · verscheißen · verscheißern · Verschiß · verschissen
scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m. Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(seine) Notdurft verrichten · Kot ausscheiden · den Darm entleeren · koten · stuhlen  ●  (ein) (großes) Geschäft machen  ugs., verhüllend · (ein) Ei legen  ugs., fig. · (sich) entleeren  geh. · (sich) erleichtern  geh. · (sich) lösen (Hund, Katze)  geh. · Aa machen  ugs., Babysprache · Häufchen machen  ugs. · Kaka machen  ugs., Babysprache · abkoten  fachspr. · abstuhlen  fachspr. · abwursten  derb · defäkieren  geh. · einen abseilen  derb · groß machen  ugs., verhüllend · kacken  derb · scheißen  derb · versäubern (Hund, Katze)  geh. · wursten  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (sich) in die Hose machen  ●  (jemandem) passiert etwas Menschliches  verhüllend, veraltet · (sich) die Hose vollmachen  Hauptform, verhüllend · alles unter sich gehen lassen  verhüllend, fig. · (da) kam Land mit  ugs., fig. · (sich) einkoten  fachspr., Jargon · (sich) einscheißen  derb · (sich) in die Hose kacken  derb · (sich) in die Hose scheißen  derb · (sich) vollscheißen  derb · einkoten  fachspr., Jargon · einstuhlen  fachspr., Jargon

Typische Verbindungen zu ›scheißen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›scheißen‹.

Zitationshilfe
„scheißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schei%C3%9Fen>.

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