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schelmisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung schel-misch
eWDG

Bedeutungen

1.
zu Neckerei, Scherz, lustigen und mutwilligen Streichen aufgelegt, schalkhaft, neckisch
Beispiele:
jmdn. schelmisch ansehen, anblicken
mit einem schelmischer Blick, Augenblinzeln, Lächeln
ein schelmisch lustiger Gesell
Die junge Dame drohte uns schelmisch (= kokett) mit dem kleinen Finger [ KreuderGesellschaft159]
2.
veraltet betrügerisch, hinterhältig, verlogen
Beispiel:
sei der schelmische Friedländer zu schlau gewesen [ Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schelm · schelmisch · Schelmenstreich
Schelm m. ‘Spaßvogel, schalkhaftes Kind, Schlingel’. Ahd. scalmo (9. Jh.), scalm (11. Jh.), skelmo (Hs. 12. Jh.), mhd. schalm(e), schelm(e) ‘Pest, Seuche’ nimmt in mhd. Zeit auch die Bedeutung ‘toter Körper, Aas’ an, entwickelt sich von da aus zum Schimpfwort im Sinne von ‘Bösewicht, Schurke, Betrüger, Dieb, Verräter’ und zum Beinamen des als unehrbar geltenden Scharfrichters und Schinders; vgl. noch Ende 18. Jh.: dein Vater ist zum Schelm (‘Verräter’) an mir geworden (Schiller). Im 17. Jh. beginnt diese pejorative Bedeutung sich zu ‘armer Kerl, bemitleidenswerter Mensch’ und dann zu ‘loser, neckischer Mensch’ abzuschwächen, und Schelm kann sogar den Charakter eines Kosewortes erhalten (vgl. kleiner Schelm, 18. Jh.). Die Herkunft des nur im Dt. auftretenden Substantivs (anord. skelmir ‘Teufel’ und die entsprechenden nl. schwed. dän. norw. Formen sind Entlehnungen aus mnd. schelm) ist ungewiß; Anschluß (mit Nasalsuffix) an die Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. Schale1, Schale2, Schild1) stößt auf semantische Schwierigkeiten. schelmisch Adj. ‘fröhlich, neckisch, zu Schabernack bereit’ (18. Jh.), älter ‘abgestorben, tot, schurkisch, betrügerisch’ (16. Jh.), ‘ansteckend’ (15. Jh.); vgl. voraufgehendes mhd. schelmec, schelmic ‘pestisch, verpestet (von gefallenen Tieren), an einer Seuche leidend’, frühnhd. schelmig. Schelmenstreich m. ‘lustiger Streich, Schabernack’, zuvor ‘Diebes-, Schurkentat’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schalkhaft · schelmenhaft · schelmisch · spitzbübisch · verschmitzt  ●  pikaresk  geh., franz. · pikarisch  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
fröhlich · humoristisch · humorvoll · launig · lustig · schelmisch · scherzhaft · spaßig · witzig  ●  humorig  geh.

Typische Verbindungen zu ›schelmisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schelmisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›schelmisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die junge Dame drohte uns schelmisch mit dem kleinen Finger. [Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 153]
Meine Oma guckt mich aus ihren dunkelbraunen Augen schelmisch an. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Wenn er mal wieder ein klares Wort gesagt hat, guckt er schelmisch und kichert hinterher. [Die Zeit, 04.07.2012, Nr. 27]
Wenn Studenten dagegen vom Mogeln an der Uni erzählen, bekommen viele immer noch dieses schelmische Grinsen. [Die Zeit, 27.09.2010, Nr. 39]
Meine Bauten sind eher unverdaulich, nicht unbedingt schön, nicht verständlich “, sagt er und lacht schelmisch. [Die Zeit, 22.04.2004, Nr. 18]
Zitationshilfe
„schelmisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schelmisch>.

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