schemenhaft
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsche-men-haft
WortzerlegungSchemen-haft
eWDG, 1974

Bedeutung

wie ein Schemen, verschwommen, undeutlich, gestaltlos
Beispiele:
etw., jmdn. nur schemenhaft wahrnehmen
der Mond taucht die Landschaft in ein schemenhaftes Licht
und die hagere, nach vorn gekrümmte Gestalt verwischte schemenhaft im Regen und Dunkel [ApitzNackt155]
bildlich
Beispiele:
selbst die Hauptgestalten des Romans blieben schemenhaft
daß schon in dieser ersten Stunde Fremdes schemenhaft zwischen uns geschritten war [RinserRinge150]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schemen · schemenhaft
Schemen m. ‘Trugbild, Gespenst, Schattenwesen’, ahd. skema (in der Glossierung für lat. larva, persona, 11. Jh.), mhd. schem(e) m. ‘Schatten(bild), verlarvte, maskierte Erscheinung’, mnd. schēme, mnl. scēme ‘Schatten, Schein, Lichtglanz’, asächs. skimo ‘Schatten’, anord. skimi ‘Glanz, Licht’, schwed. (mundartlich) skim ‘schwacher Glanz, Nordlicht’ sind wie ablautendes ahd. skīmo (8. Jh.), mhd. schīm(e), asächs. skīmo, aengl. scīma, got. skeima ‘Glanz, Licht’ (germ. *skīman-) Bildungen mit dem Suffix ie. -men- zur Wurzel ie. *sk̑āi-, *sk̑ī- ‘gedämpft schimmern, Schatten’, zu der auch ↗scheinen (s. d.) und die dort aufgeführten außergerm. Verwandten sowie, gleichfalls mit m-Suffixen, ↗Schimmel, ↗schimmern (s. d.) gehören. Das auslautende -n entstammt den obliquen Kasus (16. Jh.), doch begegnet daneben die alte Form Scheme noch im 18. Jh. Die Bedeutung ‘schattenhaftes Trugbild, wesenlose gespenstische Erscheinung, Schattenbild eines Verstorbenen’ entwickelt sich seit dem 16. Jh., doch gilt ‘maskierte Gestalt’ noch heute im Obd. schemenhaft Adj. ‘gespenstisch, wie ein Schattenbild’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
diffus · ↗konturlos · ↗nebelhaft · ↗nebulös · nicht deutlich zu erkennen · nicht klar zu erkennen · ↗schleierhaft · ↗undeutlich · ↗unklar · ↗vage · ↗verschwommen
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erinnerungen Erscheinung Figuren Gebilde Gestalten Konturen Sehen Umrisse Wesen abheben abzeichnen ahnen allenfalls andeuten angedeutete auftauchen blaß bloß eher erkennbaren erkennen gespenstische hervortreten meist nur sichtbare undeutlich verschwommene wahrnimmt zumindest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schemenhaft‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem würde ich mich an die Behandlung nur sehr schemenhaft erinnern.
Der Tagesspiegel, 03.11.2002
Aber er kann alles nur noch undeutlich erkennen, sieht seine Welt nur noch schemenhaft.
Bild, 23.08.1999
Für uns sind die Musen schemenhafte Gestalten einer längst überlebten Tradition.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 227
Indem man sich selbst voraus ist, werden die Dinge schemenhaft, auch man selbst, also wählt man grelle Farben, starke Töne und umwerfende Posen.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 97
Aber auch das war ebenso gespenstisch und schemenhaft und suchte sich verloren irrend einen Weg.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 131
Zitationshilfe
„schemenhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schemenhaft>, abgerufen am 20.09.2017.

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