scherzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungscher-zen (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

einen Scherz machen, spaßen
Beispiele:
grob, munter, unschuldig scherzen
galant miteinander, gemütlich mit jmdm. scherzen
über jmdn., etw. scherzen
zum Scherzen aufgelegt sein
etw. scherzend sagen
nicht mit sich scherzen lassen (= sich nicht zum Narren halten lassen)
ich scherze nicht (= ich meine es ernst)
damit soll man nicht, damit ist nicht zu scherzen (= darüber soll man keine Scherze machen, weil es zu ernsthaft ist)
Wir haben gescherzt und gelacht [Heine1,127]
Sie scherzen (= Sie können das nicht im Ernst meinen), Herr Graf [LessingGalottiII 10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scherz · scherzen · verscherzen · scherzhaft
Scherz m. ‘Fröhlichkeit, Spaß, witzige Rede’, mhd. scherz ‘Munterkeit, Vergnügen, Spiel’ und ablautendes mhd. scharz ‘Sprung’ (im Schachspiel), schurz ‘Sprung, Lauf’ sind verwandt mit ahd. skerōn ‘mutwillig sein’ (s. ↗scheren), ferner mit aengl. hratian ‘eilen’, anord. hrata ‘fallen, stürzen, schwanken, eilen’, schwed. rata ‘verwerfen, verschmähen’, griech. kradā́n (κραδᾶν) ‘schwingen, schwenken, schütteln’, krádē (κράδη) ‘Baumwipfel, Zweigspitze, Schwinge’, lat. cardo ‘Türangel’ sowie ahd. skerdo ‘Türangel’ (9. Jh.), vielleicht auch mit aind. kū́rdati ‘springt, hüpft’. Sie führen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kred- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’, zu der auch ↗scheren und ↗schrecken (s. d.) gehören. scherzen Vb. ‘fröhlich sein, Spaß machen, muntere, heitere Reden führen’, mhd. scherzen ‘fröhlich springen, hüpfen, sich vergnügen’ ist vom Substantiv abgeleitet, wenn nicht, als vielleicht ursprünglich starkes Verbum (vgl. mhd. er schirzet), unmittelbar zur oben genannten Wurzel gebildet. verscherzen Vb. ‘durch Vergnügen oder leichtfertiges, unbedachtes Verhalten verlieren’, mhd. verscherzen. scherzhaft Adj. ‘wie ein Scherz, spaßig, nicht ernst gemeint’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) in Blödeleien ergehen · Jux machen · Unsinn machen · Unsinn treiben · Witze machen · ↗albern · ↗blödeln · ↗flachsen · ↗herumalbern · ↗herumblödeln · herumkaspern · ↗juxen · scherzen · ↗spaßen · ↗ulken · ↗witzeln  ●  ↗herumkalbern  regional · Faxen machen  ugs. · auf Gaga machen  ugs. · rumalbern  ugs. · rumblödeln  ugs. · rumspacken  ugs.
Assoziationen
  • aufdrehen · ↗ausgelassen (sein) · ↗herumtoben · ↗herumtollen · ↗toben · ↗tollen  ●  (seine) dollen (o.ä.) fünf Minuten haben  ugs. · ↗aufgedreht (sein)  ugs. · rumbandusen  ugs., regional
  • Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  ↗Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · ↗Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · ↗Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
  • affig · ↗albern · ↗dämlich · ↗lachhaft · ↗lächerlich · ↗läppisch · ↗neckisch · nicht ernst zu nehmen · ↗närrisch · unfreiwillig komisch  ●  (jemandem) zu blöd  ugs. · ↗blöd  ugs. · flachsinnig  ugs. · pillepalle  ugs. · ↗ridikül  geh., veraltend · zum Piepen  ugs. · zum Schreien  ugs.
  • hör auf mit dem Blödsinn  ugs. · lass den Quatsch  ugs. · mach keinen Unsinn  ugs. · spinn dich aus  ugs., salopp
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Synonymgruppe
auslachen · ↗frotzeln · ↗lästern · scherzen · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verspotten · ↗witzeln  ●  ↗höhnen  negativ · ↗spotten  Hauptform · ↗verhöhnen  negativ · ↗(sich) mokieren  geh.
Unterbegriffe
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Coach Entertainer Fotograf Hausherr Moderator Podium Queen Teamchef US-Magazin beliebt flirten fluchen gelaunt gerne grinsen herum herzen hinterher kürzlich lachen lächeln miteinander neulich plaudern schwatzen schwitzen schäkern tuscheln zwischendurch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›scherzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er scherzt, dass er immer wieder von Verlegern gefragt werde, ob er nicht ein Buch schreiben möchte.
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2001
Er habe gar nicht gewagt, sich in die Hose zu fassen, scherzte er schon wenig später.
Die Zeit, 11.04.1997, Nr. 16
Der junge Arzt sagte es leicht scherzend zu dem weinenden Kind.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 145
Zu einer Party trifft man sich, um miteinander zu plaudern, zu scherzen und zu tanzen.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 257
Meist aber war er sehr gemütlich und scherzte viel mit den Kindern, von denen die ältesten Töchter eben aus der Pension gekommen waren.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„scherzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/scherzen>, abgerufen am 19.10.2019.

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