schicken

Grammatik Verb
Aussprache  [ʃɪkn̩]
Worttrennung schi-cken
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. an einen anderen Ort, zu jmdm. bringen oder befördern lassen, senden
Beispiele:
jmdm., an jmdn. Geld, einen Bericht, Brief, Gruß, eine Ansichtskarte, Nachricht, ein Lebenszeichen, Manuskript, Paket, Telegramm schicken
etw. an eine Adresse schicken
einen Brief nach Hause schicken
umgangssprachlichetw. geschickt kriegen
sie schickten dem Kranken Früchte und Wein
sie hatten ihr durch die, per Post, durch einen Boten ein schönes Geschenk geschickt
schicken Sie mir doch ein paar Zeilen aus dem Urlaub!
(jmdm.) eine Vorladung schicken
das Kaufhaus hat uns die Waren ins Haus geschickt
sie hat ihre Gedichte an eine Zeitung geschickt
bildlich
Beispiele:
jmdm. einen fragenden, vorwurfsvollen Blick schicken
ElektrotechnikStrom durch Wasser, eine Leitung schicken
2.
jmdn. mit einer bestimmten Absicht veranlassen, sich an einen anderen, bestimmten Ort, zu jmdm. zu begeben
Beispiele:
jmdn., seinen Sohn, einen Boten, eine Abordnung, den Gerichtsvollzieher zu jmdm. schicken
haben Sie jmdn. zum Schicken?
meistens schickte ihn seine Mutter
sie schickten einen Maurer, der die Schäden rasch beseitigte
die Kinder einkaufen, Pilze suchen, schlafen, ins Bett, auf den Spielplatz, aus dem Zimmer, nach Hause schicken
übers Wochenende schickten sie ihre Kinder zu den Großeltern, aufs Land
jmdn. auf, zur Erholung, Kur schicken
eine Kundin in die Kabine schicken
jmdn. auf die Suche, den Weg schicken
jmdn. auf Reisen schicken
saloppjmdm. jmdn. auf den Hals schicken
da haben sie mich doch bestimmt wieder falsch geschickt [ FalladaWolf2,211]
jmdn. nach jmdm., um jmdn., etw. schickenjmdn. beauftragen, jmdn., etw. zu holen
Beispiele:
nach einem, um einen Arzt, um Auskunft schicken
Es war fast sieben Uhr, als er bat, nach seinem Wagen zu schicken [ Th. MannKönigl. Hoheit7,240]
bildlich
Beispiel:
Und ein Faustschlag schickt ihn zu Boden [ FalladaJeder stirbt367]
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichjmdn. in den April schicken (= jmdn. zum besten halten)
saloppjmdn. zum Teufel schicken (= jmdn. wegjagen, verwünschen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schicken · anschicken · Schicksal
schicken Vb. ‘senden’, reflexiv ‘sich fügen, einrichten, abfinden, geziemen’. Das nur im Dt. (seit dem 12. Jh.) und Nl. belegte Verb mhd. schicken ‘machen, daß etw. geschieht, bewirken, ausrichten, gestalten, (an)ordnen, zurechtlegen, bereiten, rüsten, zuwenden, verschaffen, bewegen, richten, abordnen, senden’, mnd. schicken, mnl. scicken, nl. schikken ist wohl eine kausative Bildung (‘jmdn., etw. schnell fortgehen machen’) zu dem in ahd. skehan ‘umherstreifen, eilen’, mhd. schehen ‘jagen, rennen, eilen’ (s. geschehen) vorliegenden Verb. Die im Mhd. entwickelte Bedeutungsvielfalt ist im Nhd. erheblich reduziert; vorherrschend wird der Gebrauch im Sinne von ‘senden’ (seit dem 16. Jh.). anschicken Vb. reflexiv ‘sich vorbereiten, daranmachen’ (15. Jh.), in älterer Sprache (bis ins 18. Jh.) auch transitiv ‘anordnen, anweisen, vorbereiten’. Schicksal n. ‘Gesamtheit dessen, was dem Menschen widerfährt, Fügung, Los, Geschick’ (18. Jh.), Schicksel (17. Jh.), Übernahme von nl. (älter) schicksel (für lat. apparātus, ōrdo, dispositio, fātum); 1644 von dem Oberdeutschen M. Zeiller als nl. bezeichnet und als Entsprechung für dt. Geschick empfunden. Zur Bildungsweise s. -sal, -sel. Häufig wird Schicksal personifiziert gebraucht sowie (in christlicher Vorstellung) als ‘von Gott Geschicktes’ verstanden.

Typische Verbindungen zu ›schicken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schicken‹.

Verwendungsbeispiele für ›schicken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In dieser Zeit gelang es ihm, einen Brief an seine Frau zu schicken.
Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40
Wir werden sie nicht in einen Frieden schicken, der nicht aufrechterhalten werden kann.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]
Ist Ihnen gesagt worden, daß Sie sie auswählen sollen, um sie zur Vernichtung zu schicken?
o. A.: Vierundvierzigster Tag. Montag, den 28. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21240
Da schickt er mir nun seine Weiber auf den Hals.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2035
Ich schicke Ihnen einen Apparat unverbindlich acht Tage zur Probe.
Reklame-Praxis, 1928, Nr. 9, Bd. 4
Zitationshilfe
„schicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schicken#1>, abgerufen am 05.12.2021.

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schicken

Grammatik Verb · reflexiv
Aussprache 
Worttrennung schi-cken
Wortbildung  mit ›schicken‹ als Erstglied: Schickung1  ·  mit ›schicken‹ als Letztglied: anschicken · dreinschicken
eWDG

Bedeutungen

1.
sich fügen
a)
gehoben sich in etw. schickensich ohne weiteren Widerstand in etw. ergeben
Beispiele:
sich in alles, in die Dinge, in das Leben, sein Los, in eine schwierige, unangenehme Lage, in das Unvermeidliche schicken
er verstand es, sich in ihre Eigenheiten zu schicken
mein Vater kann sich nun mal als Mann und Gastwirt nicht gut in ein Leben ohne Frau schicken [ KeunMitternacht11]
b)
veraltend sich besonderen Umständen oder Menschen so anpassen, dass keine Schwierigkeiten eintreten
Beispiele:
er weiß sich zu schicken
sie würde sich schon schicken, wenn sich's lohnte, sich ducken, wenn's not tat [ ViebigTägl. Brot73]
etw. schickt sichetw. ergibt sich, stellt sich in der rechten, passenden Weise und Zeit ein, regelt sich von selbst
Beispiele:
nichts wollte sich fügen und schicken
für eine Aussprache wollte sich keine Gelegenheit mehr schicken
erst muss sie mal gesund sein, dann wird sich alles weitere schon schicken
Da er reisen könne, wann er wolle, und eintreffen, wie es sich grade schicke (= wie es sich füge, wie es der Zufall herbeiführe) [ A. ZweigEinsetzung435]
2.
etw. schickt sichetw. ist schicklich, gehört sich, ziemt sich
Beispiele:
er ist ein gebildeter Mensch, er weiß, was sich schickt
es schickt sich nicht, jeden gleich zu duzen
Man soll aber einen [Hut] aufsetzen, damit man ihn abnehmen kann, bei Gelegenheiten, wo es sich schickt [ Th. MannZauberb.2,78]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schicken · anschicken · Schicksal
schicken Vb. ‘senden’, reflexiv ‘sich fügen, einrichten, abfinden, geziemen’. Das nur im Dt. (seit dem 12. Jh.) und Nl. belegte Verb mhd. schicken ‘machen, daß etw. geschieht, bewirken, ausrichten, gestalten, (an)ordnen, zurechtlegen, bereiten, rüsten, zuwenden, verschaffen, bewegen, richten, abordnen, senden’, mnd. schicken, mnl. scicken, nl. schikken ist wohl eine kausative Bildung (‘jmdn., etw. schnell fortgehen machen’) zu dem in ahd. skehan ‘umherstreifen, eilen’, mhd. schehen ‘jagen, rennen, eilen’ (s. geschehen) vorliegenden Verb. Die im Mhd. entwickelte Bedeutungsvielfalt ist im Nhd. erheblich reduziert; vorherrschend wird der Gebrauch im Sinne von ‘senden’ (seit dem 16. Jh.). anschicken Vb. reflexiv ‘sich vorbereiten, daranmachen’ (15. Jh.), in älterer Sprache (bis ins 18. Jh.) auch transitiv ‘anordnen, anweisen, vorbereiten’. Schicksal n. ‘Gesamtheit dessen, was dem Menschen widerfährt, Fügung, Los, Geschick’ (18. Jh.), Schicksel (17. Jh.), Übernahme von nl. (älter) schicksel (für lat. apparātus, ōrdo, dispositio, fātum); 1644 von dem Oberdeutschen M. Zeiller als nl. bezeichnet und als Entsprechung für dt. Geschick empfunden. Zur Bildungsweise s. -sal, -sel. Häufig wird Schicksal personifiziert gebraucht sowie (in christlicher Vorstellung) als ‘von Gott Geschicktes’ verstanden.

Typische Verbindungen zu ›schicken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schicken‹.

Verwendungsbeispiele für ›schicken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In dieser Zeit gelang es ihm, einen Brief an seine Frau zu schicken.
Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40
Wir werden sie nicht in einen Frieden schicken, der nicht aufrechterhalten werden kann.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]
Ist Ihnen gesagt worden, daß Sie sie auswählen sollen, um sie zur Vernichtung zu schicken?
o. A.: Vierundvierzigster Tag. Montag, den 28. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21240
Da schickt er mir nun seine Weiber auf den Hals.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2035
Ich schicke Ihnen einen Apparat unverbindlich acht Tage zur Probe.
Reklame-Praxis, 1928, Nr. 9, Bd. 4
Zitationshilfe
„schicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schicken#2>, abgerufen am 05.12.2021.

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