schiefrig

Alternative Schreibungschieferig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungschief-rig ● schie-fe-rig
WortzerlegungSchiefer-ig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
schiefern
Beispiele:
durch die Bäume schimmerte das schiefrige Grau der Dächer
die dunklen Wolken sehen schiefrig aus
2.
sich wie Schiefer verhaltend, leicht spaltbar
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schiefer · Schiefertafel · schief(e)rig · schiefern
Schiefer m. ‘in Platten brechendes Gestein’ (16. Jh.), ‘Splitter’, ahd. skivaro (um 1000), mhd. schiver(e), schever(e) ‘Holz-, Steinsplitter’, mnd. schēver, schiver, mengl. scifre, scivre, engl. shiver ‘Splitter’ sind wie ↗Scheibe (s. d.) verwandt mit griech. skī́pōn (σκίπων) ‘Stab, Stock’, lat. scīpio ‘Stab’. Sie lassen sich im Sinne von ‘Abgetrenntes, Abgespaltenes’ mit russ. (landschaftlich) skepát’ (скепать) ‘spalten, hauen’, aruss. poskepati ‘spalten’ verbinden und auf die Labialerweiterung ie. *skē̌ip- der unter ↗scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ zurückführen. Die Bedeutung des leicht Abspaltbaren wird deutlich im Kompositum Schieferstein, mhd. schiverstein. Schiefertafel f. ‘in Tafelform abgeblätterter Schieferstein, Schreibtafel aus Schieferstein’ (18. Jh.), älter schifferne Taffel (16. Jh.), Schiefertäflein (17. Jh.). schief(e)rig Adj. ‘leicht abspaltbar, splitterig’ (16. Jh.); vgl. ahd. skivaroht (11. Jh.). schiefern Vb. ‘splittern’, mhd. schiveren, besonders zerschiveren.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Sonne schwimmt wie eine Scheibe aus flüssigem Silber hinter schiefrigem Dunst.
Die Zeit, 08.04.1983, Nr. 15
Über einen schiefrigen Pfad steigt die Gruppe hoch zur Märjelenalp.
Süddeutsche Zeitung, 05.11.2002
Die gangförmigen Lagerstätten des alpinen Bereichs sind gegenüber ihrem schiefrigen Ne bengestein wesentlich widerstandsfähiger.
Pittioni, Richard: Der urgeschichtliche Horizont der historischen Zeit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 985
Größere Festigkeit der Lagerung führt oft zur Bildung schieferigen Vorkommens als Schiefertone.
Vageler, Paul: Bodenkunde, Berlin: de Gruyter 1921 [1909], S. 19
Zitationshilfe
„schiefrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schiefrig>, abgerufen am 23.07.2019.

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