schielen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschie-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schielen‹ als Erstglied: ↗Schielauge · ↗Schieler · ↗schieläugig
 ·  mit ›schielen‹ als Letztglied: ↗anschielen · ↗hinaufschielen · ↗hinschielen · ↗hinüberschielen
 ·  mit ›schielen‹ als Grundform: ↗Geschiele
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
jmd. schieltjmd. hat eine fehlerhafte Augenstellung
Beispiele:
er schielt auf dem rechten, linken Auge
das Schielen kann geheilt werden
ein schielendes Kind
2.
umgangssprachlich verstohlen, heimlich von der Seite auf etw., jmdn. blicken
Beispiele:
ängstlich, argwöhnisch, begehrlich, misstrauisch, neugierig, verstohlen nach etw., jmdm., auf etw., jmdn. schielen
auf die Arbeit des Nachbarn schielen
um die Ecke schielen
als er zu spät kam, schielte er verlegen zum Lehrer
durch einen Spalt der Tür schielen
bildlich
Beispiele:
nach dem Bettzipfel schielen (= sehr müde sein)
Trübselig schielte die Sonne durchs weißliche Gewölk [Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,151]
salopp etw. haben wollen, begehren, erstreben
Beispiele:
nach einer Erbschaft, dem neuen Auto des Nachbarn schielen
nach jungen Mädchen schielen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schielen Vb. ‘eine fehlerhafte Augenstellung haben, unauffällig von der Seite her nach etw. schauen’, ahd. skil(a)hen (11. Jh.), mhd. schilhen, schiln, (md.) schilwen, frühnhd. schyllen ‘schielen, blinzeln’, mnd. schēlen, nd. schil(we)n, aengl. bescȳlan sowie anord. skelgja ‘schief, schielend machen’ sind von dem unter ↗scheel (s. d.) behandelten Adjektiv abgeleitet; s. auch ↗schillern.

Thesaurus

Synonymgruppe
schielen  ●  einen Knick in der Optik haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argusauge Einschaltquote Massenmarkt Nasenspitze Nebentisch Quote Wahltermin Wählerstimme anschielen begehrlich begierig eifersüchtig empor gierig hervorschielen herüberschielen hinauf hinschielen hinüber hinüberschielen insgeheim mißtrauisch neidisch neidvoll rüber schielen sehnsüchtig unverhohlen verstohlen ängstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schielen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem lohnt es sich, weiterhin nach ganz oben zu schielen.
Die Welt, 18.04.2006
Und wenn man es hat, muss man nicht gleich wieder auf andere Ämter schielen.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.1999
Immer wenn sie was rüberreichte, hat er ihr in den Ärmel geschielt.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 181
Fast alle schielten, denn sie hatten nicht mehr die nötige Kraft, um ihre Augen anzupassen.
o. A.: Fünfundvierzigster Tag. Dienstag, 29. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21317
Er schielte mit seinen zu schmal geschlitzten Augen mißtrauisch nach mir.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1307
Zitationshilfe
„schielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schielen>, abgerufen am 20.08.2019.

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