schienen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschie-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schienen‹ als Erstglied: ↗Schienung
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Medizin ein (gebrochenes) Glied mit einer Schiene stützen, ruhigstellen
Beispiele:
ein gebrochenes Bein, einen Arm schienen
sein Arm war geschient
2.
historisch jmd. ist geschientjmd. trägt eine Ritterrüstung
Beispiel:
Ein anderer Gott stand, kriegerisch geschient, in einem Himmel geschwungener Fahnen und Lanzen [Sternheim4,89]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schiene · Schienbein · schienen · Reißschiene
Schiene f. ‘langgestreckte Stahlleiste als Fahrspur für Eisen- und Straßenbahnen’ (zuerst im Bergbau, 18. Jh.), zuvor ‘Leiste aus Metall, Holz u. dgl.’ (auch als Verstärkungsunterlage bei Knochenbrüchen); seit dem 18. Jh. in vielen technischen Spezialbedeutungen. Ahd. skina ‘Schienbein’ (8. Jh.), mhd. schin(e) ‘Schienbein, Röhre, Streifen’, mnd. schēne, mnl. scēne, nl. scheen, aengl. scinu, engl. shin ‘Schienbein’ stehen als n-Ableitungen (germ. *skīnō) im Sinne von ‘schmales Stück Holz, Span, schmaler, spanähnlicher Knochen’ zu der unter ↗scheiden (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’; vgl. ohne n-Formans mhd. schīe ‘Zaunpfahl’, aengl. scīa ‘Schienbein’. Hierzu gehört die mit ↗Bein (s. d.) im Sinne von ‘Knochen’ zusammengesetzte Verdeutlichung Schienbein n. ahd. skinabein (Hs. 12. Jh.), mhd. schinebein, nl. scheenbeen, aengl. scinbān, engl. shin-bone. schienen Vb. ‘mit einer Schiene versehen’ (zur Verstärkung, Stütze, Ruhigstellung), als chirurgischer Fachausdruck bereits im 17. Jh. Reißschiene f. ‘Lineal mit Querleiste am Ende, Zeichenlineal’ (19. Jh.), zu ↗reißen ‘zeichnen’ (s. d.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dortmunder Front angemessen aufschienen bereit damals einig geeignet genug gewillt günstig irgendwie klar nahe plötzlich unausweichlich undenkbar unerreichbar unlösbar unmöglich unvereinbar unvorstellbar unzertrennlich unüberbrückbar unüberwindbar unüberwindlich vorbei wert zufrieden zunächst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schienen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Überhaupt schienen sich alle unheimlich gern zu haben an diesem Abend.
Die Welt, 16.02.2006
Neben mir trieben andere, einige schienen bewußtlos zu sein, ich weiß nicht, wie es ihnen ergangen ist.
Der Tagesspiegel, 28.11.1999
Sie schienen sehr große Stücke auf ihn zu halten trotz seiner Armut.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 264
Gesetze schienen schon lange nicht mehr zu existieren für den alten Mann.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 209
Die Berge schienen zu bersten - das Ende aller Dinge gekommen.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 521
Zitationshilfe
„schienen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schienen>, abgerufen am 19.06.2019.

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