schikanieren

GrammatikVerb · schikanierte, hat schikaniert
Aussprache
Worttrennungschi-ka-nie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›schikanieren‹ als Erstglied: ↗Schikanierer
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdn. durch Schikanen ärgern, peinigen
Beispiele:
sie schikanierten uns, wo sie nur konnten
[der Mann] der die Wehrlosen jahrelang bis aufs Blut schikaniert und geprügelt hatte [WeisenbornMemorial202]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schikanieren · Schikane · schikanös
schikanieren Vb. ‘willkürlich, mutwillig boshaft behandeln, ärgern’, anfangs ‘(einen Sachverhalt) verdrehen, verfälschen’, Entlehnung (16. Jh.) aus mfrz. frz. chicaner ‘jmdn. mit aufgebauschten Kleinigkeiten plagen, gerichtlich belangen, grundlos streiten, ärgern’, das zu einem Expressivstamm *tšik- ‘klein, Kleinigkeit’ gebildet und dessen Wortendung -aner wahrscheinlich von dem bedeutungsähnlichen Verb mfrz. frz. ricaner ‘grinsen, höhnen’ übernommen ist (FEW 13, 2, 369). Schikane f. ‘absichtlich niederträchtige Behandlung, Bosheit’ (um jmdn. zu demütigen und zu reizen), juristisch ‘Rechtsverdrehung’ (17. Jh.), aus gleichbed. frz. chicane f., auch ‘Spitzfindigkeit, Kniff’, wonach im Dt. mit allen Schikanen ‘mit allen Raffinessen, mit allem Zubehör’ (19. Jh.). schikanös Adj. ‘ränkesüchtig, bösartig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
intrigieren · ↗mobben · ↗piesacken · schikanieren  ●  aufs Korn nehmen  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗kujonieren  geh. · ↗schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  ↗(in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (jemandem) das Leben sauer machen  ugs. · (jemandem) das Leben schwer machen  ugs. · (jemandem) das Leben zur Hölle machen  ugs.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • Intriganz · intrigantes Verhalten
  • hinausekeln · ↗vergraulen · wegekeln · wegmobben  ●  ↗wegbeißen  fig. · ↗rausekeln  ugs. · rausmobben  ugs.
  • hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem) schaden · ↗(jemanden) schädigen · Leid antun · Leid zufügen · Schaden zufügen  ●  (jemandem) eins auswischen  ugs. · (jemanden) in die Pfanne hauen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Bürokrat Mitschüler Untergebener Vorgesetzter ausgrenzen ausspionieren bedrohen beleidigen belästigen benachteiligen beschimpfen bespitzeln demütigen diffamieren diskriminieren drangsalieren einschüchtern einsperren erpressen foltern gängeln inhaftieren malträtieren mißhandeln mobben terrorisieren unterdrücken verhören verprügeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schikanieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schweizer, die den Deutschen traditionell mit Zurückhaltung begegnen, fühlen sich vom großen Nachbarn seit einiger Zeit besonders schikaniert.
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2004
Sie hatte sich im Hotel damit beschäftigt, das schwarze Personal zu schikanieren.
konkret, 1995
Wir mußten stundenlang antreten, abzählen, stramm stehen und wurden auf diese Weise "schikaniert".
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 248
Wer widerspenstig ist, wird schikaniert, wenn nicht er persönlich, dann seine Stube oder seine Gruppe.
Schulz, Johannes: Erziehung zum Untertan. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer - Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 23
Heinrich wollte fort, er spürte keine Lust, sich hier noch länger schikanieren zu lassen.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8125
Zitationshilfe
„schikanieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schikanieren>, abgerufen am 19.08.2019.

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