schimpflich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschimpf-lich
Wortbildung mit ›schimpflich‹ als Erstglied: ↗Schimpflichkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

schändlich, schmachvoll, entwürdigend, entehrend
Beispiele:
eine schimpfliche Haltung, Tat
sein schimpfliches Vergehen empörte alle
der Angreifer musste eine schimpfliche Niederlage hinnehmen
die Vertragsbedingungen waren schimpflich
man hat uns schimpflich behandelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schimpf · schimpfen · schimpflich
Schimpf m. ‘Beleidigung, Demütigung, Schande’, ahd. skimph ‘Scherz, Kurzweil’ (11. Jh.; vgl. skimphāri ‘Possenreißer, fahrender Schauspieler’, Hs. 12. Jh.), mhd. schimph, schimpf, auch ‘(Kampf)spiel, Spott, Verhöhnung’ (vgl. mhd. in sīme schimpfe hān, ze schimpfe hān, schimpf trīben ‘verspotten’), mnd. schimp ‘Scherz, Spaß, Spott, Hohn’, mnl. scimp, nl. schimp. Herkunft unbekannt. Die alte Bedeutung ‘Scherz’ hält sich bis ins 18. Jh. in der gegenüberstellenden Paarformel Schimpf und Ernst. Aus der bereits mhd. bezeugten Verwendung im Sinne von ‘Spott’ entwickelt sich im 16. Jh. ‘Ehrverletzung, Schmach, Schande’, vgl. Schimpf und Schande (18. Jh.). schimpfen Vb. ‘laut und zornig reden’, ahd. skimphen ‘scherzen, spielen, (ver)spotten’ (9. Jh.), mhd. schimphen ‘scherzen, spielen, zur Kurzweil kämpfen, (ver)spotten’, nhd. schimpfen ‘beleidigen, verunglimpfen, schelten’ (17. Jh.), ‘jmdn. verletzend mit einem Scheltnamen belegen’ (18. Jh.). schimpflich Adj. ‘beleidigend, schmachvoll’ (um 1600), mhd. schimph(e)lich ‘scherzhaft, kurzweilig, spöttisch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
demütigend · entehrend · entwürdigend · erniedrigend · ↗schmachvoll · ↗schmählich · ↗schändlich · ↗unwürdig  ●  schimpflich  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Behandlung Flucht Gewerbe Rückzug Tod Verbrechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schimpflich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einem schwachen Mann nicht helfen zu wollen, ist ja schon schimpflich genug.
Süddeutsche Zeitung, 01.08.1995
Daß dies sehr sehr höflich ausgedrückt ein »schimpfliches Verhalten« ist, stimmt.
konkret, 1988
Geistig anormal - die Menschen halten es für schimpflich, geistig anormal zu sein.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5418
Der schlichte Strafkatalog bestand nur aus schimpflichem Davonjagen, Auspeitschen und Aufhängen.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Vom Schicksal geschlagen, verachtet und mißhandelt, hat es unter ihnen gelebt und geduldig wie ein Lamm sich zur Schlachtbank führen lassen, den schimpflichsten Tod erduldet.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23554
Zitationshilfe
„schimpflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schimpflich>, abgerufen am 06.12.2019.

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