schlüpfrig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschlüpf-rig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schlüpfrig‹ als Erstglied: ↗Schlüpfrigkeit  ·  mit ›schlüpfrig‹ als Letztglied: ↗windschlüpfrig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
feucht, schmierig und glatt, dass man keinen Halt findet, glitschig
Beispiele:
ein schlüpfriger Boden
schlüpfrige Wege, Straßen
die Fahrbahn war schlüpfrig
schlüpfrige Stufen
der Aal hat eine schlüpfrige Haut
Die Autobahn ... war, in raschem Wechsel, teils mit schlüpfrigem Schneematsch, teils mit Glatteis bedeckt [BronnenDeutschland15]
bildlich unsicher, gefährlich
Beispiele:
Höre, Mortimer! / Es ist ein schlüpfrig glatter Grund, auf den / Du dich begeben [SchillerStuartII 7]
[er] wünschte sich auch nichts Besseres, als daß sie die schlüpfrigen (= unzuverlässigen) Bundesgenossen los werden könnten [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,138] abwertend
2.
abwertend, übertragen zweideutig, anstößig, unanständig
Beispiele:
ein schlüpfriger Witz, Scherz
schlüpfrige Bemerkungen, Lieder, Reden, Geschichten
ein schlüpfriger Roman
die Szene war (ziemlich, etwas) schlüpfrig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlüpfrig Adj. ‘glatt, rutschig, feucht’. Ahd. sliphīg (11. Jh.), mhd. slipfec, slipfic und (um 1300) slipferec ‘glatt, feucht’ sind zu ahd. sliphen (8. Jh.), mhd. slipfen, frühnhd. slipfern ‘ausgleiten, fallen’ gebildet, die als Intensiva zu ahd. slīfan, mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intrans. ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’ (s. ↗schleifen) gehören. Im 16. Jh. wird das Adjektiv in seinem Stammvokal an (nicht verwandtes) spätmhd. slupferic, frühnhd. schlüpfferig ‘glatt, zum Gleiten geeignet’ (15. Jh.) angeglichen, eine Intensivbildung zu ahd. sliofan, mhd. sliefen, nhd. (gegen Ende des 17. Jhs. untergehend) schliefen ‘gleiten, schlüpfen’ (s. ↗schlüpfen). Übertragene Bedeutung ‘sittlich, moralisch zweideutig, anstößig’ ist seit dem 17. Jh. gebräuchlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
anzüglich · eindeutig-zweideutig · ↗frivol · nicht (ganz) stubenrein · ↗pikant · ↗schmierig · ↗unanständig · ↗zweideutig
Assoziationen
Synonymgruppe
glatt · ↗glitschig · ↗rutschig · ↗spiegelglatt  ●  ↗Rutschbahn  fig.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aal Abhang Anekdoten Anspielungen Bemerkungen Boden Details Enthüllungen Gedanken Inhalt Lieder Parkett Pfad Pflaster Phantasie Scherze Sprüchen Szenen Terrain Test Texte Untergrund Witze feuchten gefährlich gewordenen glatt zugeht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlüpfrig‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenigstens halten sich die Männer mit schlüpfrigen Witzen meist zurück.
Die Zeit, 05.12.2011, Nr. 49
Die Proportionen des Penis scheinen einem schlüpfrigen Cartoon entnommen zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 30.01.2004
Die Texte sind bald zart und leicht, bald frischweg schlüpfrig.
Verchaly, André: Chancy. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 9195
Sie ist feucht und erhält die Teile, die sie überzieht, schlüpfrig.
Hauke, Hugo: Unterrichtsbuch für die freiwilligen Hilfskräfte der Deutschen Frauenvereine vom Roten Kreuz. Berlin: Mittler 1932, S. 1
Auch sie ist feucht und erhält die Teile, die sie überzieht, schlüpfrig.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 14
Zitationshilfe
„schlüpfrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlüpfrig>, abgerufen am 21.09.2017.

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