schlürfen

Grammatik Verb · schlürft, schlürfte, hat/ist geschlürft
Aussprache 
Worttrennung schlür-fen
eWDG

Bedeutungen

1.
eine Flüssigkeit geräuschvoll in den Mund einsaugen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
laut, vernehmlich schlürfen
er hat beim Essen grässlich geschlürft
ein heißes Getränk vorsichtig schlürfen
die Kühe schlürften das Wasser gierig, in, mit vollen, langen Zügen
Unbeobachtet von den Eltern konnte ich schlürfen und schmatzen wie ich wollte [ BecherAbschied4,230]
2.
ein wohlschmeckendes Getränk langsam und mit Genuss in kleinen Schlucken trinken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
gemächlich ein Glas Wein, einen edlen Tropfen schlürfen
ein Gläschen Likör, Kognak schlürfen
Wir schlürften Tee, bissen in das duftende Gebäck [ JahnnNiederschrift1,576]
bildlich etw. geistig genießen
Beispiel:
Mit allen Sinnen schlürfte der Heimatlose den vielfältigen Zauber des Zuhauseseins [ Hesse3,84]
3.
landschaftlich, umgangssprachlich
Synonym zu schlurfen (1)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlürfen · schlurfen
schlürfen Vb. ‘geräuschvoll trinken, mit schleifenden Schritten gehen’ (16. Jh.), lautnachahmende Bildung, die mit mnd. slorpen, ‘schlürfen, trinken’, mnl. slorpen, nl. slurpen, norw. slurpe sowie mhd. slurken ‘schlucken’, mhd. (md.) slurc ‘Schlund’, schwed. slurka ‘mit großen Schlucken trinken’, slurk ‘Schluck, Mundvoll’ vergleichbar ist. Daraus läßt sich ein das schlürfende, schleifende Geräusch nachahmendes germ. *slur- ansetzen, ohne daß unbedingt Verwandtschaft mit lat. lurcārī ‘fressen’ und griech. lárynx (λάρυγξ) ‘Schlund, Kehlkopf, Kehle’ (Pokorny 1, 965) vorliegen muß. schlurfen Vb. (17. Jh.), gleichbed. Nebenform von schlürfen.

Thesaurus

Synonymgruppe
nippen · schlürfen
Oberbegriffe
  • Flüssigkeit aufnehmen · saufen (Tiere)  ●  trinken  Hauptform · die Kehle herunterlaufen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›schlürfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlürfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlürfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Münder schlürfen den Brei, der da oben serviert wird. [Tucholsky, Kurt: Rotters erste Reihe. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921], S. 24502]
Er schlürft gierig den Tee, den der Vater für die Gäste aufgetragen hat. [Die Zeit, 12.09.2012, Nr. 17]
Darum wendet sich das Volk ihnen zu und schlürft ihre Worte in vollen Zügen. [Die Zeit, 11.04.2007, Nr. 15]
Alle verabscheuten es, ihr Essen aus Beuteln schlürfen zu müssen. [Süddeutsche Zeitung, 14.11.1995]
In der nächsten Einstellung schlürft sie passend dazu einen Cocktail an der Bar. [Der Tagesspiegel, 19.01.2005]
Zitationshilfe
„schlürfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schl%C3%BCrfen>.

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