schlabbern

GrammatikVerb
Worttrennungschlab-bern
Wortbildung mit ›schlabbern‹ als Erstglied: ↗Schlabberei · ↗Schlabberhose · ↗Schlabberlook · ↗Schlabbermaul · ↗Schlabberpulli · ↗Schlabberwasser · ↗schlabberig · ↗schlabbrig
 ·  mit ›schlabbern‹ als Letztglied: ↗abschlabbern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Nahrung, besonders Flüssigkeit geräuschvoll mit der Zunge aufnehmen
Beispiele:
die Katze schlabbert ihre Milch
der Hund schlabberte durstig das Wasser
übertragen
Beispiele:
salopp, abwertend sie schlabberte gierig den Kaffee
die Kinder schlabberten ein Eis
2.
salopp, abwertend Nahrung so ungeschickt, hastig zu sich nehmen, dass sie zum Teil wieder aus dem Mund herausfällt und man etw., sich beschmutzt
Beispiele:
das Kind, die alte Frau schlabberte beim Essen
er hat aber wieder geschlabbert!
3.
landschaftlich, salopp, abwertend schwatzen
Beispiel:
die Nachbarinnen schlabberten stundenlang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlabbern · schlabb(e)rig · Schlabbermaul
schlabbern Vb. ‘geräuschvoll, schlürfend fressen und saufen’ von Hunden, dann auch von Menschen ‘gierig, schmatzend essen und trinken, schlürfen’, auch so, daß man sich besudelt (vgl. beschlabbern ‘besudeln’, 18. Jh.), übertragen ‘schnell und gedankenlos daherreden, plappern’; ein aus dem Nd. in die Schriftsprache aufgenommenes Verb (17. Jh.), nd. slabbern, nl. slabberen ‘schlürfen’, engl. (mundartlich) to slabber ‘geifern, unreinlich essen’, Iterativbildungen zu lautnachahmenden mnd. mnl. nl. slabben ‘schlürfen’, md. schlabben (17. Jh.), schwed. slabba ‘sudeln’. Auch die entsprechenden hd. Formen zeigen lautmalende expressive Doppelkonsonanz in schlappen, schlappern ‘geräuschvoll lecken, essen’ (16. Jh.), mhd. slappern ‘klappern’. Vgl. ferner frühnhd. sluppern, nl. slobberen ‘schlürfen’, engl. to slobber ‘geifern, unreinlich essen’, (mundartlich) to slubber ‘besudeln’. schlabb(e)rig Adj. ‘weich, schmiegsam, wäßrig, dünn, fade’ (19. Jh.). Schlabbermaul n. ‘Schwätzer’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geifern · ↗lallen  ●  ↗sabbeln  ugs., norddeutsch · ↗sabbern  ugs. · schlabbern  ugs. · ↗seibern  ugs. · ↗trenzen  ugs., österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) schleifen lassen · nicht regelmäßig (tun) · nur unregelmäßig (tun) · ↗vernachlässigen  ●  schlabbern (lassen)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Hose Jeans Knie Kniekehle Körper Pfütze Wasser Zunge ab herum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlabbern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Babys essen und trinken nicht immer alles auf und schlabbern auch gern.
Bild, 03.01.2001
Der offene Kragen aber schlabbert und knickt; er spürt die Absicht, ist verstimmt und lässt sich gehen.
Die Zeit, 12.09.2011, Nr. 37
Ich meine, schlabbern die schon um die Knie herum, oder was.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 202
Ich beugte mich über den Herd und schlabberte die Pilzsoße wie ein halbverdursteter Schlittenhund.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 214
Gesunde Menschen wollen essen und kauen und keine Breichen schlabbern.
Schönfeldt, Sybil: Leichte schnelle Küche, Hamburg: Litten 1978, S. 61
Zitationshilfe
„schlabbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlabbern>, abgerufen am 16.07.2019.

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