schlackern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschla-ckern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schlackern‹ als Erstglied: ↗schlackerig · ↗schlackrig
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp zittern, schlottern
Beispiele:
sie schlackerte am ganzen Körper
mir schlackerten die Knie
schlenkern
Beispiele:
schlackere nicht so mit den Armen
Mir hat die Haut um die Knochen geschlackert wie'n Fetzen Tuch [E. ClaudiusMenschen87]
der Wallach Damlack prustete einmal und schlackerte (= wackelte) mit den Ohren [BobrowskiMahner41]
übertragen
Beispiel:
wenn du das hörst, wirst du mit den Ohren schlackern (= sehr erstaunt, beeindruckt sein)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlack · schlacksig · schlaksig · Schlacks · Schlaks · schlackern1
schlack Adj. ‘schlaff, träge, nachlässig’, ahd. slah (um 1000), mhd. slach ‘schlaff, welk’, asächs. mnd. slak, mnl. slac, aengl. slæc, engl. slack, anord. slakr, schwed. slak (germ. *slaka-). Außergerm. verwandt ist wohl lat. laxus ‘schlaff’. Zur Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’ (s. ↗Laken, ↗link). Heute nur noch resthaft in einigen Mundarten. Dafür schlacksig, schlaksig Adj. ‘lang aufgeschossen, unbeholfen, träge’ (19. Jh.), Schlacks, Schlaks m. ‘langer, ungelenker Kerl’ (18. Jh.), nd. Slaks, Släks ‘nachlässiger, träger Mensch, fauler Schlingel’, md. Schlackes, Schlēks. schlackern1 Vb. ‘schlenkern, wackeln’, vorwiegend mit den Ohren schlackern zunächst vom Hund, dann übertragen ‘sehr erstaunt sein, sich wundern’. Das Verb gehört der Umgangssprache an und geht zurück auf nd. slackern ‘schlaff herunterhängen, zappeln, wackeln’, abgeleitet von mnd. slak ‘schlaff, träge’ (s. oben).

schlackern2 · Schlack · Schlackerwetter
schlackern2 Vb. ‘zugleich regnen und schneien’, vorwiegend nordd., nd. auch ‘bespritzen, besudeln’, Iterativbildung zu mnd. slaggen, schlaggen, schlacken ‘schneien und regnen’ (16. Jh., Luther); abgeleitet von nd. Schlack m. ‘dicke, feuchte Masse, Matsch (aus Regen und Schnee), abfallender Tropfen’, mnd. slacker m., slagg(e) m. ‘naßkaltes Matschwetter’. Dazu nd. schlackerig Adj. ‘feucht, schmutzig’, besonders in der Fügung schlackerig bzw. schlackig Wetter ‘Schneeregen’, danach Schlackerwetter n. (18. Jh.), schwed. (mundartlich) slaggväder. Vergleichbar sind engl. (mundartlich) slack ‘Sumpf, Morast’, anord. slag n. ‘Nässe’, schwed. (mundartlich) slagg ‘Matsch’, ablautend engl. slough ‘Sumpf-, Schmutzloch’, aengl. slōh, slō(g), mnd. slōh ‘Morast’; außergerm. lit. šlãkas ‘Tropfen, Fleck, Klecks’, šlakė́ti ‘tröpfeln, triefen’, šlė͂kti ‘(be)spritzen, Wasser ausschütten’, russ. sljákot’ (слякоть) f. ‘Schneeregen’, serbokr. slȅka ‘Flut’. Danach ist ansetzbar (lautmalend?) ie. *sk̑lek-, *sk̑lak-, *sk̑lək- ‘naß, spritzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
schlackern · ↗schlenkern · ↗schütteln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Arme Bein Handgelenk Hose Hüfte Jeans Knie Körper Ohr her

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlackern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach schläft er selbst ein, wacht nach wenigen Minuten auf und schlackert mit dem Kopf.
Die Zeit, 06.09.2012, Nr. 36
Aber ihr werdet mit den Ohren schlackern, wenn ihr seht, zu was ich noch fähig bin.
Süddeutsche Zeitung, 19.08.2004
Die weit in den Hüften hängende Jeans schlackern um seine Beine.
Der Tagesspiegel, 15.05.2001
Wenn der so aus dem Nähkästchen plaudert, schlackern die Ohren.
Bild, 13.04.2000
Sie können vor Alter kaum laufen, sie schleppen sich nur noch; aber ihre Säcke lassen sie schlackern mit größtem Behagen und tattrigster Zeigelust.
konkret, 1989
Zitationshilfe
„schlackern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlackern>, abgerufen am 19.11.2019.

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