Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schlafen

Grammatik Verb · schläft, schlief, hat geschlafen
Aussprache 
Worttrennung schla-fen
Wortbildung  mit ›schlafen‹ als Erstglied: Schlafanfall · Schlafanzug · Schlafapnoe · Schlafauge · Schlafbaum · Schlafbedürfnis · Schlafbehandlung · Schlafbursche · Schlafcouch · Schlafdecke · Schlafdeich · Schlafecke · Schlafengehen · Schlafenszeit · Schlaffrisur · Schlafgast · Schlafgelegenheit · Schlafgemach · Schlafgenosse · Schlafgewand · Schlafgewohnheit · Schlafgänger · Schlafhaube · Schlafhaus · Schlafkabine · Schlafkabinett · Schlafkammer · Schlafklinik · Schlafkoje · Schlafkrankheit · Schlafkur · Schlaflabor · Schlaflage · Schlaflernmethode · Schlaflied · Schlafmaus · Schlafmittel · Schlafmohn · Schlafmütze · Schlafphase · Schlafpille · Schlafplatz · Schlafpulver · Schlafpuppe · Schlafratte · Schlafraum · Schlafrock · Schlafsaal · Schlafsack · Schlafschaf · Schlafsofa · Schlafstadium · Schlafstadt · Schlafstatt · Schlafstelle · Schlafstellung · Schlafstube · Schlafstätte · Schlafstörung · Schlafsucht · Schlaftablette · Schlaftherapie · Schlaftiefe · Schlaftier · Schlaftrank · Schlaftrunk · Schlafverhalten · Schlafwagen · Schlafzentrum · Schlafzimmer · Schläfer · schlaflos · schlafsüchtig
 ·  mit ›schlafen‹ als Letztglied: ausschlafen · beischlafen · beschlafen · durchschlafen · einschlafen · nachschlafen · verschlafen1 · vorschlafen · wegschlafen · weiterschlafen · zusammenschlafen · überschlafen
 ·  mit ›schlafen‹ als Binnenglied: nachtschlafend  ·  mit ›schlafen‹ als Grundform: Schlaf · entschlafen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. sich im Zustand des Schlafes befinden
    1. [bildlich] ruhen
    2. [umgangssprachlich, übertragen] unaufmerksam sein, nicht aufpassen
  2. 2. übernachten
  3. 3. [verhüllend] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
sich im Zustand des Schlafes befinden
Beispiele:
gut, schlecht, tief, fest, (un)ruhig, sanft, sorglos schlafen
lange, zu wenig, acht Stunden (lang), mittags schlafen
ich habe vor Aufregung, letzte Nacht kaum (drei Stunden) geschlafen, konnte bei dem Lärm nicht schlafen
wie ein Murmeltier schlafen
salopper schläft wie ein Bär, Ratz, Sack (= sehr fest)
saloppsie hat bis in die Puppen (= sehr lange) geschlafen
als ich kam, lag er auf der Couch und schlief
gehoben, verhüllendden ewigen Schlaf schlafen (= im Grabe ruhen, tot sein)
vertraulich schlaf recht gut
wünsche wohl zu schlafen (= Wunsch vor dem Schlafengehen)
hast du gut geschlafen?
zeitig, früh, spät schlafen gehen (= zeitig, früh, spät zu Bett gehen)
umgangssprachlich, scherzhaftmit den Hühnern schlafen gehen (= sehr früh zu Bett gehen)
sich schlafen legen (= zu Bett gehen)
sie legt das Kind schlafen (= bringt es ins Bett)
lass ihn noch schlafen! (= wecke ihn noch nicht auf!)
ein friedlich schlafendes Kind
er hat sich schlafend gestellt
sich gesund schlafen
sprichwörtlichwie man sich bettet, so schläft man (= wie man sich sein Leben einrichtet, so muss man leben)
Sie schließt die Augen und scheint im Stehen zu schlafen [ P. WeissMarat11]
bildlich ruhen
Beispiele:
die Natur schläft
eine schlafende Stadt
umgangssprachlichder Sportler geht gut vorbereitet in den Wettkampf, aber seine Konkurrenten haben in der Zwischenzeit auch nicht geschlafen (= haben die Zeit auch für intensives Training genutzt)
umgangssprachlich, übertragen unaufmerksam sein, nicht aufpassen
Beispiele:
er schläft im Unterricht, bei der Arbeit
du schläfst ja mit offenen Augen!
schlaf nicht! (= pass auf!)
2.
übernachten
Beispiele:
im Hotel, in der Jugendherberge, im Zelt, bei Bekannten schlafen
er hat auf der Couch, Luftmatratze geschlafen
du kannst heute Nacht bei uns schlafen
die beiden Kinder mussten in einem Bett schlafen
umgangssprachlichkalt (= im ungeheizten Zimmer) schlafen
bei offenem Fenster, mit einer Decke, dem Federbett schlafen
der Wirt hatte zwar keine Zimmer zu vermieten, aber er wollte […] K. in der Wirtsstube auf einem Strohsack schlafen lassen [ KafkaSchloß9]
3.
verhüllend
Beispiele:
mit einem Mann, einer Frau schlafen (= mit einem Mann, einer Frau Geschlechtsverkehr haben)
die beiden haben miteinander geschlafen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlafen · Schlaf · Schläfe · beschlafen · entschlafen · schläfern · einschläfern · schläf(e)rig · zweischläfrig · Beischlaf · Schlafmütze · Schlafrock
schlafen Vb. ‘sich in einem (physiologisch bedingten) Ruhezustand befinden, in dem die Wahrnehmung der Umwelt stark herabgesetzt, nahezu ausgeschaltet ist’. Das starke, ursprünglich reduplizierende Verb ahd. slāfan (um 800), mhd. slāfen, asächs. slāpan, mnd. mnl. slāpen, nl. slapen, afries. slēpa, aengl. slǣpan, engl. to sleep, got. slēpan (germ. *slēpan) gehört zu einer im Germ. reich entwickelten Wortgruppe. Sie schließt sich an die unter Lappen (s. d.) genannte Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ an, die hier, wie auch in schlapp1, schlaff (s. d.), mit anlautendem s- auftritt. Dazu stellen sich lat. lābī ‘hin-, herabgleiten, sinken’ (s. labil, Lapsus, kollabieren), lat. labor ‘Mühe, Anstrengung, Arbeit’ (s. laborieren) und mit anlautendem s- lit. slõbti ‘schwach werden’, aslaw. slabъ, russ. slábyj (слабый) ‘schwach’. schlafen ist ursprünglich ‘schlaff sein’. – Schlaf m. ‘Zustand des Schlafens’, ahd. (8. Jh.), mhd. slāf, asächs. mnd. slāp, mnl. slaep, nl. slaap, afries. slēp, aengl. slēp, slǣp, engl. sleep, got. slēps (germ. *slēpa-). Demgegenüber sind anord. svefn, schwed. sömn, dän. søvn, aengl. swefn (germ. *swefna-) ebenso wie die Bezeichnungen des Schlafes in anderen ie. Sprachen aind. svápnaḥ, griech. hýpnos (ὕπνος) (s. hypnotisch), lat. somnus (s. somnambul), aslaw. sъnъ, russ. son (сон) Fortsetzungen eines alten r/n-Stammes zur Wurzelerweiterung ie. *su̯ep-, *sup- ‘schlafen’, zu der ebenso mhd. swep (Genitiv swebes) ‘Schlaf, Schlummer’, aengl. swefan, anord. sofa, schwed. sova, dän. sove ‘schlafen’ gehören. Spätmhd. slāf wird auch Bezeichnung für ‘Schläfe’. Vielleicht als ‘Stirnseite, auf der der Schlafende ruht’? Vgl. mnd. slāp, mnl. slaep, nl. slaap ‘Schlaf, Schläfe’. Der in dieser Bedeutung auftretende Plural wird im 18. Jh. zum Singular Schläfe f. beschlafen Vb. ‘mit einer Frau schlafen’, mhd. beslāfen, auch ‘schwängern’; ‘eine Nacht Bedenkzeit verstreichen lassen, ehe ein Beschluß gefaßt wird’ (16. Jh.). entschlafen Vb. ‘sterben’, ahd. intslāfan (9. Jh.), mhd. entslāfen ‘einschlafen, sterben’. schläfern Vb. ‘müde, schläfrig sein’, mhd. slāfern ‘schläfrig werden, einschlafen’; heute selten und meist unpersönlich es schläfert mich; dazu einschläfern Vb. ‘müde, schläfrig machen, in Schlaf versetzen’ (17. Jh.), heute besonders ‘(Tiere) durch Medikamente schmerzlos töten’, auch ‘narkotisieren, betäuben’; älter einschläfen, zu mhd. slæfen ‘schläfrig machen’. schläf(e)rig Adj. ‘müde’, auch ‘träge’ (16. Jh.), ahd. slāf(e)rag (9. Jh.), mhd. slāferic, slæferic. zweischläfrig Adj. ‘für zwei Schläfer passend’ (18. Jh.). Beischlaf m. ‘das Miteinanderschlafen’ (15. Jh.); dafür ahd. mitislāf (um 1000). Schlafmütze f. ‘Mütze, die im Bett aufgesetzt wird’ (17. Jh.), ‘langsamer, träger Mensch’ (18. Jh.). Schlafrock m. ‘bequemer, zum Schlafengehen und im Haus zu tragender Mantel, Morgenrock’, mhd. slāfroc (14. Jh.); nicht aus Schlaufrock (‘zum Hineinschlüpfen’) herzuleiten (s. Schlaufe).

Thesaurus

Synonymgruppe
ruhen · schlummern  ●  rüsseln  österr. · schlafen  Hauptform · (sich) in Morpheus' Armen wiegen  geh. · Bubu machen  ugs., Babysprache · an der Matratze horchen  ugs. · dösen  ugs. · in Morpheus' Armen liegen  geh. · in Morpheus' Armen ruhen  geh. · knacken  ugs. · koksen  ugs. · pennen  ugs., salopp · pofen  ugs., salopp · ratzen  ugs. · schnarchen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Biologie
Synonymgruppe
(mit jemandem) intim werden · (mit jemandem) verkehren · (sich körperlich) lieben · Geschlechtsverkehr haben  ●  (jemanden) beschlafen  veraltet · (mit jemandem) Sex haben  Hauptform · (mit jemandem) schlafen  Hauptform · (sich mit jemandem) vergnügen  verhüllend · Sex machen  Kindersprache · koitieren  medizinisch · (den) Lachs buttern  derb, regional · (ein) Rohr verlegen  derb, regional · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es mit jemandem) treiben  ugs., verhüllend · (jemanden) begatten  fachspr., biologisch · (jemanden) flachlegen  derb · (jemanden) knallen  derb · (jemanden) vernaschen  ugs. · (mit jemandem) im Bett landen  ugs. · (mit jemandem) zugange sein  ugs., scherzhaft, verhüllend · (miteinander) in die Kiste springen  ugs., scherzhaft · (seinen Partner) erkennen  geh., biblisch, sehr selten · (seinen) ehelichen Pflichten nachkommen  fachspr., religiös, juristisch · (sich mit jemandem) verlustieren  geh., veraltet · Liebe machen  ugs. · Verkehr haben  fachspr., Amtsdeutsch · bimsen  derb · bumsen  ugs. · den Beischlaf vollführen  fachspr., Amtsdeutsch · einen wegstecken  derb · es kommt zum Geschlechtsverkehr  fachspr., Amtsdeutsch · ficken  derb · knattern  derb · kohabitieren  geh., sehr selten · kopulieren (Tiere)  fachspr., zoologisch · mausen  ugs., regional · nageln  derb · pimpern  derb · poppen  ugs. · pudern  derb, österr. · rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · vögeln  derb
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • nehmen, was übrig bleibt (für Sex)  ●  Reste ficken vulg., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
nicht aufpassen · nicht zuhören · unaufmerksam sein  ●  dösen  ugs. · schlafen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(irgendwo) schlafen · (irgendwo) unterkommen · die Nacht verbringen · einquartiert sein · kampieren · untergebracht sein  ●  übernachten  Hauptform · (irgendwo) pennen  ugs., salopp · absteigen  ugs. · logieren  geh. · nächtigen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schlafen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlafen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlafen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hat er auf sehr beiläufige Art mit mir geschlafen. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 47]
Vorhin habe ich, auf einer elenden Bank sitzend, ein paar Stunden geschlafen. [Brief von Eugen Röcker vom 12.12.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 304]
Wie haben Sie denn heute Nacht in Ihrem zierlichen Bette geschlafen? [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 290]
Sie hat indessen nur geschlafen, geboren ist sie schon vor Jahrhunderten. [Röhrich, Lutz: wild. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6812]
Ich habe nie mit einem Mann geschlafen, ich wußte immer, ich liebe Frauen. [Der Spiegel, 09.05.1994]
Zitationshilfe
„schlafen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlafen>.

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