schlaff

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›schlaff‹ als Erstglied: ↗Schlaffheit · ↗Schlaffi  ·  mit ›schlaff‹ als Grundform: ↗erschlaffen
eWDG, 1976

Bedeutung

nicht straff
a)
nicht gespannt, locker
Beispiele:
die Segel hingen schlaff in den Masten
das Kabel hing schlaff herab
das Seil ist zu schlaff
sie vergißt, den linken Strumpf hochzuziehen, der sich schlaff um ihre Wade ringelt [SteinbergUhren391]
Schlaffe Bauchdecken ... führen zu Darmträgheit und Senkung der Baucheingeweide [Gesundheit1966]
übertragen
Beispiel:
An Stelle der wachsenden Spannung ... war jetzt eine dumpfe Leere, eine schlaffe Gleichgültigkeit getreten [NablOrtliebsche Frauen426]
b)
kraftlos, schwach, müde
Beispiele:
schlaffe Muskeln, Glieder haben
er reichte mir seine schlaffe Hand, ließ die Arme schlaff herabhängen
er lag schlaff in seinem Sessel
übertragen
Beispiele:
er ist ein schlaffer, weichlicher Charakter, hat ein schlaffes Wesen
schlaff sein
Überall sah er [List] die Wirkungen der Uneinigkeit, der schlaffen Regierungen [MoloEin Deutscher297]
c)
welk, erschlafft
Beispiele:
schlaffe Wangen
ein schlaffer Mund
seine Haut, ihr Gesicht war grau und schlaff geworden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlaff · erschlaffen
schlaff Adj. ‘locker, lose herabhängend, träge, kraftlos, schwach’, ahd. (um 800), mhd. slaf ‘locker, lose, welk, ermüdet, träge’, mnd. slap (s. ↗schlapp), mnl. nl. slap, schwed. slapp ‘arm, untätig’ sowie anord. slappi ‘lange, schwache Person’ (germ. *slapa-) zeigen Verwandtschaft mit den unter ↗schlafen (s. d.) genannten ablautenden Formen, mit denen sie auf die mit s-Anlaut versehene Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (s. auch ↗Lappen) zurückzuführen sind. erschlaffen Vb. ‘an Spannkraft verlieren, träge, kraftlos werden’ (18. Jh.), Neubildung zum Adjektiv schlaff; doch vgl. bereits ahd. irslaffēn (10. Jh.), zu slaffēn (um 800), mhd. slaffen ‘schlaff sein, werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
blass · ↗blutarm · ↗kraftlos · ↗saftlos  ●  schlaff  ugs.
Synonymgruppe
abgeschlafft · keine Energie mehr haben · ↗kraftlos · ↗lasch · ↗matt · saft- und kraftlos · schlaff · ↗schlapp  ●  (es .. einfach) nicht mehr gehen  ugs. · ↗alle  ugs. · ↗ausgelutscht  ugs. · ausgepowert  ugs. · ↗daneben  ugs. · ↗down  ugs., veraltend · duhne  ugs., rheinisch · fix und foxi  ugs., veraltet, scherzhaft · geschafft  ugs. · ↗groggy  ugs. · in den Seilen hängen  ugs. · ↗kaputt  ugs. · lurig  ugs., rheinisch · nüntig  ugs., vorarlbergerisch, schweiz., selten · ohne Saft und Kraft  ugs. · ↗platt  ugs.
Assoziationen
  • arbeitsunfähig (Arbeitsrecht) · erkrankt · gesundheitlich angegriffen · ↗kränklich · ↗leidend · nicht gesund · ↗siech (veraltet oder landschaftlich) · ↗verletzt  ●  ↗krank  Hauptform · außer Gefecht  ugs. · ↗malad  ugs., kölsch · ↗malade  ugs.
  • sehr müde  ●  ↗hundemüde  ugs. · ↗sterbensmüde  ugs. · ↗todmüde  ugs.
  • angegriffen · ↗angeschlagen · kränkelnd · ↗kränklich · ↗mitgenommen · nicht (gut) bei Kräften · ↗schwach · wackelig auf den Beinen
  • angeschlagen · nicht standfest · ↗taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt  ugs.
  • (es) geht nicht mehr (weiter) · (es) ging nicht mehr (weiter) · (jemanden) verlassen die Kräfte · kann nicht mehr (weiter) · keine Kraft mehr haben · nichts geht mehr  ●  (jemandem) geht die Puste aus  ugs.
  • beinahe nicht mehr können · die letzten Reserven aufbrauchen · fast am Ende sein  ●  auf der letzten Rille fahren  ugs. · aus dem letzten Loch pfeifen  ugs. · bald nicht mehr können  ugs.
  • (seine) (physischen) Kräfte sind erschöpft · ↗(total) erledigt · (völlig) entkräftet · am Ende (seiner Kräfte) · kein bisschen Kraft mehr haben  ●  am Stock gehen  fig. · am Boden zerstört  ugs., fig. · auf dem Zahnfleisch gehen  ugs. · fertig mit der Welt  ugs. · fix und alle  ugs., salopp · ↗fix und fertig  ugs. · ↗halb tot (vor)  ugs. · nichts geht mehr  ugs.
  • am Ende · ausgelaugt · entkräftet · ↗erledigt · ↗erschöpft · ↗fertig · ↗hinüber · ↗kaputt · nicht mehr können · ↗zerschlagen  ●  (der) Akku ist leer  ugs., fig. · ↗(wie) erschlagen  ugs. · ↗(wie) gerädert  ugs. · fix und alle  ugs. · ↗fix und fertig  ugs. · kaputt wie ein Hund  ugs. · rien ne va plus  ugs. · ↗schachmatt  ugs., fig.
Synonymgruppe
flau · schlaff
Synonymgruppe
etwas eingetrocknet · etwas vertrocknet · nicht straff · saft- und kraftlos · ↗saftlos · schlaff · verwelkt · ↗welk
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
atonisch · ohne Spannung · ohne Tonus · schlaff · ↗spannungslos

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewehrung Bindegewebe Haut Händedruck Körperhaltung Luftballon Lähmung Muskel Muskulatur Penis Sack Schlegelberger Segel Wange baumeln durchhängen faltig hangen herabfallen herabhangen herabhängen herabhängend herumhängen herunterfallen herunterhängen herunterhängend hängend leblos matt runterhängen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlaff‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Hände, die einem hingestreckt werden, sind immer noch feucht, manche sind eiskalt, manche schlaff wie sonst nie.
Der Tagesspiegel, 16.11.2001
Obwohl sie noch immer hoch fieberte, war sie nicht mehr so schlaff und vor allem war sie bei Bewusstsein.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 79
Es liegt auf ihrer rechten Hand, läßt schlaff die Ärmchen hängen.
Bild, 26.03.1998
So stand es unbeweglich, mit geschlossenen Beinen, mit schlaff herabhängenden Armen.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 117
Mit hintenüber gesunkenem Kopf stand sie, den Hut in der schlaff herabhängenden Hand.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5328
Zitationshilfe
„schlaff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlaff>, abgerufen am 22.01.2019.

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