schlampen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschlam-pen
Wortbildung mit ›schlampen‹ als Erstglied: ↗Schlamperei  ·  mit ›schlampen‹ als Letztglied: ↗herumschlampen  ·  mit ›schlampen‹ als Grundform: ↗verschlampen
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, salopp, abwertend
1.
liederlich arbeiten, liederlich mit etw. umgehen
Beispiel:
er hat bei dieser Arbeit geschlampt
2.
Beispiele:
ein Kleidungsstück schlampt (= fällt zu weit und wirkt deshalb liederlich)
[die] weiten Kordhosen, die um die kurzen Beine schlampten [SeegerHabicht186]
3.
geräuschvoll essen, trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlampen · Schlamp · Schlampe1 · Schlampe2 · Schlampen · schlampampen · Schlampamp · Schlampampe · schlampig · Schlamperei
schlampen Vb. ‘lose und nachlässig herabhängen, (um den Körper) schlenkern, unordentlich sein oder arbeiten’, spätmhd. slampen, frühnhd. schlampen ‘schlaff, schlottrig herabhängen’ (15. Jh.). Schlamp m. ‘üppiges Gastmahl, Gelage, Schleppe (am Kleid), nachlässiger, ungepflegter Mensch’ (16. Jh.). Schlampe1 f. ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’ (17. Jh.). Das Verb und die Substantive bilden eine vor allem in Umgangssprache und Mundarten verbreitete wort- und lautspielerisch weiterentwickelte Wortgruppe, vgl. spätmhd. slampieren ‘unmäßig essen’, schlampen, schlampern ‘gierig und geräuschvoll essen, nachlässig gehen, sich herumtreiben’. Schlampe2, Schlampen m. ‘Lumpen, Fetzen’. Einfluß teils von ↗Schlamm, teils von ↗schlemmen (s. d.) und Rückführung auf ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, die hier (wie auch in ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp, s. d.) mit anlautendem s- auftritt, ist möglich. Dazu die Streckformen schlampampen Vb. ‘schmatzend, gierig essen, üppig schlemmen, prassen’ (16. Jh.), mnd. nl. slampampen. Schlampamp m. ‘üppiges Essen, Schmaus, Gelage’ (16. Jh.); vereinzelt Schlampamp(en) n. ‘Schlaraffenland’ (16. Jh.). Schlampampe f. ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’, literarisch bezeugt bei Chr. Reuter (im Titel) „… der ehrlichen Frau Schlampampe Krankheit“ (1696). Auch ‘schlechtes Getränk, Gesöff’ (19. Jh.). Vgl. nl. slampamper ‘Schmarotzer’. schlampig Adj. ‘schlaff, schlottrig, schmutzig, nachlässig, ungepflegt, liederlich’ (16. Jh.), anfangs auch schlampet (16. Jh.). Schlamperei f. ‘liederliche Lebensart, nachlässige Verfahrensweise, Unordnung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Pfuscharbeit abliefern · nachlässig arbeiten · ↗pfuschen · unordentlich arbeiten  ●  ↗fuddeln  ugs. · ↗fudeln  ugs. · ↗hinrotzen  ugs. · ↗hinschmieren  ugs. · ↗hudeln  ugs. · ↗murksen  ugs. · rumfuckeln (an etwas)  ugs., ruhrdt. · ↗rummachen (an)  ugs. · schlampen  ugs. · ↗schlampern  ugs. · ↗schludern  ugs. · ↗schustern  ugs. · ↗stümpern  ugs. · ↗sudeln  ugs. · ↗vermasseln  ugs. · ↗versauen  vulg.
Assoziationen
  • schlecht geführtes Unternehmen  ●  ↗Saftladen  ugs., abwertend · Scheißladen (beleidigend)  derb

Typische Verbindungen zu ›schlampen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Behörde Ermittlung Justiz Vorbereitung schlafen vertuschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlampen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlampen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einigen Städten - nicht nur in Köln - ist erheblich geschlampt worden.
Die Welt, 24.10.2005
Warum haben sie dann bei den Exit Polls so geschlampt?
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2000
Und nun schlampt ein Forscher damit herum, steckt sich selbst an und reist ahnungslos durch die Lande.
Die Zeit, 09.09.1994, Nr. 37
Die Handwerker schlampen und zurren ihr Zeug nicht richtig fest.
Der Tagesspiegel, 02.03.2004
Vom Rücken schlampte dem Greis ein grober Sack mit zusammengebettelten Kartoffeln und Brotresten.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1332
Zitationshilfe
„schlampen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlampen>, abgerufen am 21.01.2020.

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