schlapp

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›schlapp‹ als Erstglied: ↗Schlapphut · ↗Schlappohr · ↗Schlappsack · ↗Schlappschuh · ↗Schlappschwanz · ↗Schlappseil · ↗schlappmachen · ↗schlappohrig
 ·  mit ›schlapp‹ als Grundform: ↗Schlappheit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] nicht straff, nicht gespannt, locker, schlaff
  2. 2. [übertragen] ohne Spannkraft
    1. a) kraftlos und müde, matt
    2. b) [salopp, abwertend] energielos
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich nicht straff, nicht gespannt, locker, schlaff
Beispiele:
eine schlapp hängende Fahne
ein schlappes Seil, Gummiband
eine schlappe Haut
schlappe Muskeln
Der ... Vielfraß da, des schlapper Bauch / Kaum seine anderthalben Zentner wiegt [HacksFriedenI]
jämmerlich schlapp (= welk) hatten [die Rüben] gehangen [ViebigSchlafendes Heer85]
2.
übertragen ohne Spannkraft
a)
kraftlos und müde, matt
Beispiele:
sich schlapp fühlen
er ist von der Reise, Krankheit noch ganz schlapp
die Hitze machte ihn schlapp
er hat einen schlappen Gang
b)
salopp, abwertend energielos
Beispiel:
so ein schlapper Kerl!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlapp1 · schlappen · Schlappen · Schlapphut · Schlappschwanz
schlapp1 Adj. ‘schlaff, nicht prall, locker, lose herabhängend, träge, matt, müde, kraft-, energielos’, Aufnahme in die Literatursprache (16. Jh.) von mnd. slap (das damit neben bereits bestehendes hd.schlaff, s. d., tritt); vgl. schon unsicheres mhd. slap. Dazu die Wendungen schlapp machen ‘Anstrengungen, Strapazen nicht durchhalten, nicht mehr können, aufgeben’, älter schlapp werden (18. Jh.). schlappen Vb. ‘lose, locker herabhängen, locker sitzen, nicht fest anliegen’, frühnhd. -slappen (15. Jh.), mnd. slappen. Schlappen m. meist Plur. ‘bequeme, locker sitzende Hausschuhe, Pantoffeln’ (17. Jh.), im Sing. Schlappe f., seltener Schlappen m. Schlapphut m. ‘Hut mit breiter, herabhängender Krempe’ (17. Jh.), älter Schlappe f. ‘Mütze’ (bis ins 17. Jh.), spätmhd. slappe ‘klappen- oder beutelförmig herunterhängender Teil der Kopfbedeckung’, mnd. slappe ‘lederner Nackenschutz am Helm’. Schlappschwanz m. Scheltwort ‘unentschlossener, wankelmütiger Mensch, Schwächling’ (17. Jh.); eigentlich (heute zuweilen nicht mehr empfundene) Anspielung auf männliche Impotenz (s. ↗Schwanz).

Schlappe · schlapp2
Schlappe f. ‘leichter Schlag mit der Hand, Niederlage, Mißerfolg’ (16. Jh.), besonders in Wendungen wie eine Schlappe geben, setzen (16. Jh.), eine Schlappe versetzen, kriegen (18. Jh.), zumal im militärischen Bereich. Vgl. auch landschaftliches Schlappe, nd. Slappe ‘klatschender Schlag (mit der Hand), Ohrfeige’ (15. Jh.), woraus engl. slap (17. Jh.). Nicht zu ↗schlapp1 Adj. (s. d.), sondern zu (ähnlich wie klapp, klatsch, platsch, s. ↗Klaps, ↗klatschen, ↗plätschern) einen klatschenden Schall nachahmendem schlapp2 Interjektion (16. Jh., doch gewiß älter), nd. slapp.

Thesaurus

Synonymgruppe
brüchig · ↗gebrechlich · ↗hinfällig · ↗kraftlos · ↗kränklich · ↗labil · ↗mürbe · schlapp · ↗schwach · ↗schwächlich
Assoziationen
Synonymgruppe
unausgeschlafen · übermüdet · ↗übernächtigt  ●  schlapp  ugs.
Synonymgruppe
abgeschlafft · keine Energie mehr haben · ↗kraftlos · ↗lasch · ↗matt · saft- und kraftlos · ↗schlaff · schlapp  ●  (es .. einfach) nicht mehr gehen  ugs. · ↗alle  ugs. · ↗ausgelutscht  ugs. · ausgepowert  ugs. · ↗daneben  ugs. · ↗down  ugs., veraltend · duhne  ugs., rheinisch · fix und foxi  ugs., veraltet, scherzhaft · geschafft  ugs. · ↗groggy  ugs. · in den Seilen hängen  ugs. · ↗kaputt  ugs. · lurig  ugs., rheinisch · nüntig  ugs., vorarlbergerisch, schweiz., selten · ohne Saft und Kraft  ugs. · ↗platt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abgearbeitet · abgehetzt · ↗abgekämpft · ↗abgespannt · ↗angeschlagen · ausgelaugt · entkräftet · erschlafft · ↗erschöpft · gestresst · ↗mitgenommen · schlapp · verausgabt · überanstrengt  ●  ↗abgeschlagen  schweiz. · ausgebrannt  fig. · verbraucht  fig. · abgerackert  ugs. · ausgepowert  ugs. · ↗fertig  ugs. · ↗kaputt  ugs. · ↗verratzt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
flau · ↗schlaff · ↗unentschieden  ●  ↗lahm  ugs., fig. · ↗lasch  ugs. · ↗schlabberig (Händedruck)  ugs., fig. · schlapp  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›schlapp‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlapp‹.

Verwendungsbeispiele für ›schlapp‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Konzentration her werde ich sogar immer besser, doch der Gaumen macht schlapp.
Der Tagesspiegel, 23.01.2005
Doch hoffentlich machen seine Spieler morgen Abend nicht wieder schlapp.
Bild, 19.08.2004
Später konnte ich das nicht mehr beurteilen, denn meine Augen machten schlapp.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 179
Darum wollen sie ihr schlappes Leben ohne Ziel noch hinausdehnen, bis ihnen die Entscheidung aufgezwungen wird.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 240
Ich aber halte dieses faule Hinnehmen, dieses schlappe Verkommen für verächtlich.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 350
Zitationshilfe
„schlapp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlapp>, abgerufen am 27.05.2020.

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