schlappen

GrammatikVerb · schlappte, hat/ist geschlappt
Aussprache
Worttrennungschlap-pen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schlappen‹ als Letztglied: ↗ausschlappen · ↗heranschlappen · ↗herausschlappen
 ·  mit ›schlappen‹ als Grundform: ↗schlappig
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. schlapptetw. hängt schlaff herab
Beispiele:
der weite Mantel schlappte um seinen schmächtigen Körper
die nassen Segel schlappen (= hängen schlaff herab und bewegen sich geräuschvoll) im Wind
die ... Frackschöße, die sonst bis auf den Boden schlappten [R. Dehmel7,144]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
Beispiel:
jmds. Schuhe schlappen (= jmds. Schuhe sind zu weit, sodass die Füße bei jedem Schritt etwas aus den Schuhen herausschlüpfen)
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
über, durch etw. schlappengeräuschvoll schlürfend über, durch etw. gehen
Beispiel:
ein alter Mann schlappt über den Korridor
4.
mit Hilfsverb ›hat‹
von Tieren   (etw.) geräuschvoll, schlürfend trinken
Beispiele:
der Hund schlappt Wasser
während [der Hund] ... mit hastigem Schlappen seinen Durst stillte [Th. MannKönigl. Hoheit7,272]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlapp1 · schlappen · Schlappen · Schlapphut · Schlappschwanz
schlapp1 Adj. ‘schlaff, nicht prall, locker, lose herabhängend, träge, matt, müde, kraft-, energielos’, Aufnahme in die Literatursprache (16. Jh.) von mnd. slap (das damit neben bereits bestehendes hd. ↗schlaff, s. d., tritt); vgl. schon unsicheres mhd. slap. Dazu die Wendungen schlapp machen ‘Anstrengungen, Strapazen nicht durchhalten, nicht mehr können, aufgeben’, älter schlapp werden (18. Jh.). schlappen Vb. ‘lose, locker herabhängen, locker sitzen, nicht fest anliegen’, frühnhd. -slappen (15. Jh.), mnd. slappen. Schlappen m. meist Plur. ‘bequeme, locker sitzende Hausschuhe, Pantoffeln’ (17. Jh.), im Sing. Schlappe f., seltener Schlappen m. Schlapphut m. ‘Hut mit breiter, herabhängender Krempe’ (17. Jh.), älter Schlappe f. ‘Mütze’ (bis ins 17. Jh.), spätmhd. slappe ‘klappen- oder beutelförmig herunterhängender Teil der Kopfbedeckung’, mnd. slappe ‘lederner Nackenschutz am Helm’. Schlappschwanz m. Scheltwort ‘unentschlossener, wankelmütiger Mensch, Schwächling’ (17. Jh.); eigentlich (heute zuweilen nicht mehr empfundene) Anspielung auf männliche Impotenz (s. ↗Schwanz).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) dahinschleppen · (sich) mit schleppendem Gang fortbewegen · ↗(sich) schleppen · schleppend gehen · ↗schlurfen · schlurfend gehen · ↗trotten  ●  ↗kriechen  fig. · ↗latschen  ugs. · schlappen  ugs. · ↗trödeln  ugs. · ↗zockeln  ugs. · ↗zuckeln  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badelatschen vorbei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlappen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch einmal schlappen wir auf einem schmalen Pfad durch den Wald.
Die Zeit, 02.03.2009, Nr. 09
Zwei bleiche Touristen in bunten Hosen schlappen vorbei und blicken verwundert auf den gestikulierenden Gast.
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2003
Niemals dürfen die Blätter des ausgetriebenen frischgepflanzten Baumes schlappen oder gar welken.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 184
Er schlappte sich Pantoffel an die Füße und begann zu gehen.
Weyrauch, Wolfgang: Die Ehe. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 331
Sie aßen nur Fleisch, schlappten Wasser, liefen auf allen Vieren.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 128
Zitationshilfe
„schlappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlappen>, abgerufen am 20.02.2019.

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