schlechtweg

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungschlecht-weg
Wortzerlegungschlechtweg
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutung

veraltend (ganz) einfach, schlicht, ohne Einschränkung
Synonym zu schlechthin
Beispiele:
Ein Besuch in Island ist für viele die Traumreise schlechtweg. [Go Girl! Run!, 15.10.2016, aufgerufen am 15.02.2017]
Dass die Politik Aufsicht und Planung für ein Projekt übernahm, wo es den Politikern an der erforderlichen Qualifikation mangelt, hat sich schlechtweg als ein teurer Irrtum erwiesen. [Die Welt, 11.01.2013]
»Die Arbeit [das schlicht gebaute Landhaus] ist so schlechtweg tadellos, dass man nie und nimmer vermuten würde, dass sie der erste selbstständige Bau eines jungen Architekten [Mies van der Rohe] ist«, lobte der Kritiker Anton Jaumann 1910. [Die Welt, 19.02.2002]
Ohne eine […] Zustellungsurkunde könnte […] jeder Beklagte schlechtweg behaupten, daß er eine Klage gar nicht erhalten habe. [Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 335]
Wir sprechen von der Spannung schlechtweg, meiden aber Wörter-Zusammensetzungen wie Spannungshöhe, Spannungsgröße, Spannungswert, Spannungsbetrag, denn all diese Anhängsel sind überflüssig. [Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 67]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlecht · schlechthin · schlechtweg · schlechterdings · Schlechtigkeit
schlecht Adj. ‘von minderwertiger Qualität, ungenügend, nicht gut’, ahd. sleht (8. Jh.), mhd. sleht ‘in gerader Fläche oder Linie, eben, glatt, leer, einfältig, gut, schlicht, einfach’, asächs. sliht ‘geschmückt’, mnd. slecht, slicht, mnl. sleht ‘eben, flach, gerade, richtig, einfältig, arglos’, nl. slecht, afries. sliucht, mengl. engl. (aus dem Anord.) slight ‘schmächtig, schwach, leicht, gering’, anord. slēttr ‘eben, glatt, sanft’, schwed. slät, got. slaíhts ‘schlicht’ (germ. *slihta-), nach Art der Part. Prät. mit dem Suffix ie. -to- gebildet zu der unter ↗schleichen (s. d.) angegebenen Wurzelerweiterung ie. *(s)leiĝ- ‘schleimig, gleiten, glätten’ der auch anlautendes s- aufweisenden Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ (s. ↗Leim, ↗Lehm), so daß eine Ausgangsbedeutung ‘geglättet, eben’ angesetzt werden kann. Seit dem 15. Jh. gerät schlecht ‘einfach’ in Gegensatz zu ‘kostbar, wertvoll, ausgezeichnet’ und entwickelt die Bedeutung ‘geringwertig, nicht gut’, während die alte Verwendungsweise auf ↗schlicht (s. d.) übergeht. Reste ursprünglicher Bedeutung haben sich erhalten in der Formel schlecht und recht ‘einfach und richtig’ und in den Komposita schlechthin Adv. ‘ganz und gar, überhaupt, durchaus’ (17. Jh.); schlechtweg Adv. ‘ohne weiteres, einfach’ (Ende 17. Jh.), mhd. slechtis weg (14. Jh.); schlechterdings Adv. ‘durchaus, ganz und gar, geradezu’ (Ende 17. Jh.), mit adverbialem -s nach dem älteren Genitiv Plur. schlechter Dinge (1. Hälfte 17. Jh.). Schlechtigkeit f. ‘Zustand des Schlechtseins, Bosheit’ (18. Jh.); vgl. spätmhd. slehtecheit ‘Glätte, Ebene, Geradheit, Aufrichtigkeit, Geringheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
direkt · ↗durchaus · ↗einfach · ↗gerade · ↗geradewegs · ↗geradezu · ↗glatt · ↗glattweg · ↗glattwegs · ↗platterdings · reinewegs · ↗reinweg · reinwegs · ↗rundweg · ↗schier · schlankwegs · schlechtweg · schlechtwegs · ↗schlicht · schlicht und einfach · ↗schlichtweg · schlichtwegs  ●  ↗direktemang  ugs. · ↗freilich  ugs., süddt. · geradezus  ugs., regional · gradweg  ugs. · ↗nachgerade  geh. · ↗rein  ugs. · ↗schlankweg  ugs. · ↗schlechterdings  geh., veraltend · ↗schlechthin  geh.
Assoziationen
Zitationshilfe
„schlechtweg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlechtweg>, abgerufen am 23.10.2019.

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