schleimen

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈʃlaɪ̯mən]
Worttrennung schlei-men
Wortbildung  mit ›schleimen‹ als Erstglied: Schleimer  ·  mit ›schleimen‹ als Letztglied: ausschleimen · einschleimen
eWDG

Bedeutung

Schleim absondern
Beispiel:
die Drüse, Magenwand schleimt
abwertend, übertragen heuchlerisch, liebedienerisch reden oder schreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schleim · schleimen · schleimig
Schleim m. ‘zähe, schlierige, schmierige Flüssigkeit’, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. slīm ‘Schlamm, klebrige Flüssigkeit, schmierige Substanz, Vogelleim’, mnd. aengl. anord. slīm, mnl. nl. slijm, engl. slime (germ. *slīma-) und (ablautend) schwed. slem (germ. *slaima-) lassen sich mit ahd. slīmen ‘glatt machen, schärfen’ (9. Jh.), air. slemun ‘glatt, schlüpfrig’, griech. lé͞imāx (λείμαξ), lat. līmāx, russ. (landschaftlich) slimák (слимак) ‘Schnecke’ sowie mit aslaw. slina, russ. (älter) slína (слина), lett. slienas (Plur.) ‘Speichel’ als Bildungen mit Nasalsuffix auf eine mit s-Anlaut versehene Variante der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ zurückführen (s. Schlei, schleifen1 und Leim). Als älteste Bedeutung ist ‘Schlamm, klebrige Flüssigkeit’ anzunehmen. Die ältere Medizin bezeichnet mit Schleim nicht nur die gesunden Absonderungen der Schleimhäute, sondern auch dickes Blut, Eiter und dgl. (17. Jh.). schleimen Vb. ‘Schleim absondern, von Schleim reinigen’ (17. Jh.). schleimig Adj. ‘voller Schleim, schleimartig’, mhd. slīmec, slīmic ‘schleimig, klebrig, schlammig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) hofieren · (sich) Liebkind machen (bei) · (sich) anbiedern · (sich) einschmeicheln (bei) · (sich) lieb Kind machen (bei jemandem)  ●  (jemandem) Honig um den Bart schmieren  ugs., fig. · (sich) einkratzen (bei)  ugs., salopp · (sich) einschleimen (bei)  derb · (sich) ranschmeißen  ugs. · Kreide fressen  ugs., fig. · herumscharwenzeln (um)  ugs. · rumschleimen  ugs., fig. · schleimen  ugs., fig. · schwänzeln  ugs., fig.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›schleimen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Qualität setzt sich dann nicht durch, wenn geschleimt werden muß. [Der Spiegel, 09.06.1997]
Die alten Kumpels schleimen sich ran an die gehasste Witwe. [Der Tagesspiegel, 07.09.2003]
Ein Faulpelz schleimt sich auf dem Golfplatz bei den Spielern ein, schnorrt so Partyeinladungen. [Bild, 15.09.2000]
Er schleimte in Krisen‑Zeiten nicht bei den Klub‑Bossen rum, heulte sich nicht bei den Fans aus. [Bild, 17.03.2003]
Man muss außerdem immer freundlich sein, aber nicht schleimen, nein, nie schleimen. [Süddeutsche Zeitung, 16.03.2004]
Zitationshilfe
„schleimen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schleimen>.

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