schleudern

GrammatikVerb · schleuderte, hat/ist geschleudert
Aussprache
Worttrennungschleu-dern
Wortbildung mit ›schleudern‹ als Erstglied: ↗Schleuderball · ↗Schleuderbeton · ↗Schleuderbrett · ↗Schleuderei · ↗Schleuderer · ↗Schleuderhonig · ↗Schleuderkurs · ↗Schleuderpreis · ↗Schleudersitz · ↗Schleuderstart · ↗Schleuderware · ↗Schleuderzentrifuge
 ·  mit ›schleudern‹ als Letztglied: ↗abschleudern · ↗aufschleudern · ↗ausschleudern · ↗emporschleudern · ↗entgegenschleudern · ↗fortschleudern · ↗herausschleudern · ↗herunterschleudern · ↗hinschleudern · ↗hinüberschleudern · ↗hochschleudern · ↗trockenschleudern · ↗verschleudern · ↗wegschleudern
 ·  mit ›schleudern‹ als Binnenglied: ↗Schneeschleudermaschine
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw., jmdn. mit kräftigem Schwung werfen
Beispiele:
den Ball, Speer schleudern
etw. weit, hoch schleudern
der Sturm schleuderte das Schiff gegen ein Riff
er schleudert den Stuhl in die Ecke
die Schuhe von den Füßen schleudern
jmdm. etw. an den Kopf schleudern
bei dem Zusammenstoß wurde er aus dem Wagen geschleudert
jmdn. in einen Graben, zu Boden, zur Seite schleudern
Klüttig ... schleuderte ihn gegen die Wand [ApitzNackt220]
bildlich
Beispiele:
der Scheinwerfer schleudert grelle Lichtbündel in die Nacht
jmdm. harte Worte an den Kopf schleudern (= jmdm. heftig entgegnen)
jmdm. Vorwürfe, Beleidigungen ins Gesicht schleudern
Flüche gegen jmdn. schleudern
historisch, gehoben der Papst schleuderte den Bannstrahl gegen ihn (= tat ihn in den Bann)
Einen letzten Blick voll wilder Verachtung hatte er noch auf Engelhard geschleudert [EulenbergSonderbare Geschichten73]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. in der Schleuder bearbeiten, zentrifugieren
Beispiel:
Honig, Wäsche schleudern
3.
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
bei schneller Fahrt auf glatter Fahrbahn mit den Hinterrädern eines Fahrzeugs nach links oder rechts abgleiten, wegrutschen
Beispiele:
das Auto, Motorrad schleudert
in der Kurve ist, hat das Fahrzeug geschleudert
ins Schleudern kommen
auf der nassen Straße, in der Kurve ins Schleudern geraten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schleuder · schleudern · verschleudern
Schleuder f. ‘Wurfgerät, mittelalterliche Belagerungsmaschine’, frühnhd. slewder, schleuder (15. Jh., letzteres von Luther in die Literatursprache aufgenommen), (ohne Umlaut) sluder, schluder (15. Jh.), mnd. slūder, (diphthongiert) slauder (15. Jh.), Schlauder (16. Jh.) führen mit ↗schludern und ↗schlottern (s. d.) auf ie. *(s)leut-, *(s)lūt-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ (s. ↗schlummern). Heute steht Schleuder (der Bedeutung des Verbs folgend) vorwiegend für ‘Zentrifuge’, besonders als Kurzform von Wäscheschleuder. schleudern Vb. ‘mit einer Schleuder, mit Schwung werfen, schlenkern’, mhd. slūdern ‘schlenkern’, in älterer Sprache auch slawdern (15. Jh.), schlūdern, schlaudern (16. Jh.). verschleudern Vb. ‘Ware unter dem Preis verkaufen’ (18. Jh.), zuvor dafür das Simplex schleudern (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schleudern · ↗schmeißen · ↗schmettern · ↗werfen  ●  ↗feuern  ugs. · ↗hinpfeffern  derb
Synonymgruppe
katapultieren · schleudern
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
ausschleudern · schleudern  ●  ↗zentrifugieren  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

All Aufprall Auto Blitz Brandsatz Diskus Fahrbahn Gegenfahrbahn Gegenverkehr Handgranate Leitplanke Luft Molotow-Cocktail Molotowcocktail Motorhaube Stein Unbekannte Vulkan Wagen Windschutzscheibe Wucht entgegenschleudern erfassen herausschleudern herumschleudern hinausschleudern krachen prallen zurückschleudern überschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schleudern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann erfasst er noch einmal einen Mann (36), schleudert ihn auf die Straße.
Bild, 29.03.2004
In dem jüngsten Artikel heißt es, sie habe einer Hausangestellten Schuhe an den Kopf geschleudert, weil sie sie nicht gut genug geputzt habe.
Der Tagesspiegel, 14.12.1997
Aber der Druck schleuderte ihm das Holz aus den Händen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 351
Vor den Toren der Stadt schleuderte ich den Braten ins Feld.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 206
Sie kann fast blind dahinbrausen, und selbst die tollsten Stürme vermögen nicht, sie aus ihrer eisernen Bahn zu schleudern.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 462
Zitationshilfe
„schleudern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schleudern>, abgerufen am 12.11.2019.

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