schliefen

Grammatik Verb · schlieft, schliefte, ist geschlieft
Nebenform landschaftlich schliefen · Verb · schlieft, schloff, ist geschloffen
Worttrennung schlie-fen
Wortbildung  mit ›schliefen‹ als Erstglied: ↗schliefbar  ·  mit ›schliefen‹ als Letztglied: ↗ausschliefen · ↗durchschliefen · ↗einschliefen
eWDG, 1976

Bedeutung

Jägersprache in den Bau schlüpfen, kriechen
Beispiel:
der Hund schlieft in den Dachsbau, Fuchsbau
übertragen
Beispiel:
landschaftlichRené schloff in sein Zimmer und in einen dunklen Anzug [ DodererStrudlhofstiege137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlüpfen · schliefen · Schlupf · Durchschlupf · Unterschlupf · Schlüpfer · Schlupfloch · Schlupfwinkel
schlüpfen Vb. ‘sich gleitend (durch enge Öffnungen) fortbewegen, sich schnell und geschmeidig bewegen’, ahd. intsluphen ‘entkommen, entschwinden’ (9. Jh.), frühnhd. entslüpfen, mhd. slüpfen, slupfen, frühnhd. schlupfen ‘schlüpfen, schlürfen’, nhd. schlupfen und schlüpfen ist eine (Doppelkonsonanz aufweisende) Intensivbildung (germ. *slupp(j)an) zu dem im 17. Jh. aus der Literatursprache verschwundenen, heute nur noch in der Jägersprache üblichen stark flektierenden Verb schliefen ‘in den Fuchs- oder Dachsbau kriechen’, ahd. sliofan (9. Jh.), mhd. sliefen ‘gleiten, schlüpfen’, mnd. mnl. slūpen, nl. sluipen, aengl. slūpan, got. sliupan ‘schleichen, schlüpfen’ (germ. *sleupan), das sich (wie ↗Schleife, ↗Schlaufe, ↗Schlucht, s. d.) mit lat. lūbricus ‘schlüpfrig, glatt, gleitend’ auf ie. *(s)leubʰ- ‘gleiten, schlüpfen’ zurückführen läßt, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ (wozu auch ↗schlau, ↗Schlauch, s. d.). Schlupf m. ‘das Schlüpfen, enger Durchgang, Versteck, Schleife’, spätmhd. slupf ‘das Schlüpfen, Schlupfwinkel, Schlinge, Strick’, heute besonders Grundwort in Komposita wie Durchschlupf m. (um 1600), Unterschlupf m. (16. Jh.). Schlüpfer m. ‘etw., in das man hineinschlüpft, Muff’ (17. Jh.), ‘Damenunterhose’ (20. Jh.). Schlupfloch n. mhd. slupfloch. Schlupfwinkel m. ‘Versteck’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›schliefen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schliefen‹.

Verwendungsbeispiele für ›schliefen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Männer schliefen auf dem Sand, einige von ihnen für immer.
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2004
Gleich drei Feen schliefen da oben, er hatte sich immer schon gefragt, wie sie in den Bäumen schlafen konnten, ohne herunterzufallen.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 930
Sie schliefen so ein, sie wachten so auf, als sei das Bett zu schmal gewesen, um die Stellung zu verändern.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 240
In einem schliefen fünf Frauen in einem Bett, im anderen zwei.
Der Tagesspiegel, 14.02.2000
Doch alle Gruppen schliefen nach kurzer Zeit, ohne relevantere Ergebnisse vorgelegt zu haben, wieder ein.
o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 17
Zitationshilfe
„schliefen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schliefen>, abgerufen am 29.11.2020.

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