schlierig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschlie-rig (computergeneriert)
WortzerlegungSchliere-ig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
fachsprachlich mit streifigen oder fadenförmigen Stellen
2.
ostmitteldeutsch schleimig, schlüpfrig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schliere · schlierig
Schliere f. ‘schleimige Substanz, Streifen im Glas’, Übernahme von obsächs. Schliere ‘schleimige, zähe Masse’ in die Literatursprache (wohl 19. Jh.). Verwandt sind mhd. slier ‘Lehm, Schlamm’, frühnhd. (vorwiegend öst., noch heute mundartlich) Schlier ‘Mergel’, mhd. slier(e), frühnhd. Schlier ‘Geschwür, Beule’ (bis ins 17. Jh., dann noch in obd. und md. Mundarten), md. Schliere ‘Geschwür’ sowie mnd. slūren, slǖren ‘schlottern, sich schlurfend bewegen, lose und welk hängen’, nl. sleuren ‘schleppen, trödeln, zögern’, engl. (mundartlich) slur ‘dünner, feuchter Schmutz’, mhd. slūr ‘das Schleudern, Stoß, Faulenzer’ (s. ↗Schlaraffe), norw. slure ‘träger Mensch’, sämtlich Bildungen mit r-Suffix zu der unter ↗schlummern (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’. schlierig Adj. ‘mit Geschwüren behaftet’ (16. Jh.), ‘schleimig, schlüpfrig, steifig’ (obsächs. 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flutschig · ↗schleimig · schlierig · ↗schmierig · ↗ölig  ●  ↗glitschig  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Himmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlierig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die schlierigen Farben, mal magentarot, mal grellgrün, besitzen die gleiche toxische Aura.
Der Tagesspiegel, 21.05.2005
Und bevor sie sich das schlierige Zeug aus den Augen wischten, waren sie überwältigt und gefangen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 95
Die rhythmische Struktur wirkt durch die Überlagerung unterschiedlicher Zeitschichten amorph und schlierig.
Die Zeit, 15.11.2004, Nr. 46
Der Staub, der sich als schlieriger grauer Film über jeden Quadratzentimeter hier drinnen gelegt hatte, schien tatsächlich zur Härte von Beton erstarrt zu sein.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 0
Im schlierigen Gras hatte er Mühe, einen Sturz zu vermeiden.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 146
Zitationshilfe
„schlierig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schlierig>, abgerufen am 18.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schlieren
Schliere
Schlier
schliefern
Schlieferl
Schliersand
Schließanlage
schließbar
Schließe
schließen